Ramtillkraut (Guizotia abyssinica) grüßt Portulak (Portulaco oleracea), das längst vergessene Küchenkraut

Ein Besuch auf unseren Feldern hier bringt immer wieder einiges Neues mit sich. 
So war ich erstaunt, als ich vor einiger Zeit dieses Blümchen gefunden habe.


Kein Mensch konnte mir Auskunft geben, ich weiß ja auch nicht, wem das Feld gehört und so habe ich mich wieder einmal an das Ministerium gewandt und bekam die Auskunft per Mail.

Es ist das Ramtillkraut!
Guizotia abyssinica


Sieht hübsch aus und eignet sich hervorragend für die Vase. 

Beschäftigt man sich ein wenig mit der Pflanze, so ist sie doch ganz interessant.


Ramtillkraut wurde in Äthiopien als "Hauskraut" benützt. Vor ca. 3.000 Jahren wurde das Kraut vom Menschen nach Indien eingeführt. Ramtillkraut wird hauptsächlich in Äthiopien, Indien, Pakistan, Birma und Nepal angebaut. 

Samen dieser Pflanze haben Namen wie Nigersamen, Nigersaat oder Negersaat. Die Planzenteile werden vielseitig genützt, so können die Samen nach dem Frittieren gegessen werden. 
Auch wird aus dem Samen Mehl produziert. Das Öl aus dem Samen nutzt man zur Produktion von Seifen und Farben und es soll auch bei Rheuma eingesetzt werden. Die Samen haben einen hohen Fett- und Proteinanteil. 


Ein gutes Zusatzfutter sind die Samen auch für Ziervögel, vor allem, wenn der Samen keimt.

Hier in Mitteleuropa wird Ramtillkraut als Zwischenfrucht bzw. Gründüngungspflanze genutzt, da es wegen seiner Frostempfindlichkeit abfriert. Vor allem auch, weil Ramtillkraut das Unkraut stark unterdrückt und kann in Samenmischungen zusammen mit Alexandrinerklee oder Buchweizen gesät werden.





Kleiner Steckbrief:

  • Blätter: lanzettlich, gezähnt oder ganzrandig
  • Wuchshöhe: bis 1,8 m hoch
  • Blüte: gelb, 2-3 zusammenstehende Körbchen
  • Wurzel: Pfahlwurzel mit Seitenwurzeln, bis 30 cm tief


Nach dem Samen werde ich demnächst Ausschau halten. Allerdings wurde mir gesagt, dass es hier bei uns kaum zur Samenbildung kommt. Die gelben Blüten blühen etwa acht Wochen und werden sehr gerne von Bienen besucht. Stimmt, es schwirrt und summt dort. 

Wobei ich hier auch wieder sagen muß, es gibt kein Unkraut. 

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Kommen wir zum Portulak.
In meinem Balkonkasten fand ich vor einiger Zeit kleine Setzlinge, die sich ziemlich ausbreiteten, da ich das nicht im Balkonkasten möchte, habe ich sie entfernt, aber ich habe welche aufgehoben und in eine Schale gesetzt, weil ich sehen wollte, was das ist. 




Der Nachbar fragte mich dann, was das für Zeugs ist, ich konnte es ihm auch nicht sagen. Ich hab mich dann aber kundig gemacht und habe es auch im Internet gefunden, es ist der Portulak.

Portulak hatte ich irgenwann mal gehört, aber mich nicht weiter darum gekümmert. 


Portulak ist ein längst vergessenes Küchenkraut und kann durch Einlegen in Salz oder Essig konserviert werden. Zum Trocknen und Einfrieren ist Portulak aber nicht geeignet. 

Der Portulak ist eine Pflanzenart aus der Gattung Portulak. Sie ist im milden Klima weit verbreitet und findet als Gemüse oder Gewürz Verwendung. 

Als Burzelkraut bekannt, ist Portulak von Mai bis September zu ernten. Portulak besteht aus saftigen Blättern und fleischichen Stängeln. 
Die Knospen wurden früher als Kapernersatz genutzt.

Die Planze erfreut sich in Europa ständig steigender Beliebtheit. Die Blüten vom Portulak sind Gelb. 




Ernährungsphysiologisch ist Portulak äußerst wertvoll. Er enthält viel Vitamin C. 
Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium sowie wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
Portulak besitzt eine blutreinigende und magenstärkende Wirkung. Aufgrund des hohen Wassergehaltes von rund 
92 Prozent auch wunderbar für die leichte Küche geeignet und ein prima Ersatz für Salz, denn er schmeckt leicht salzig.

Ich werde ihn weiter als Küchenkraut nutzen und ihn in den Salat usw. mischen. Überbacken mit Parmesan und z.B. Nudeln schmeckt er wunderbar. 



 



Kommentare

  1. Liebe Eva,

    irgendwie habe ich beide Pflanzen auch schon gesehen. Den Namen Portulak kenne ich natürlich, wogegen Ramtillkraut mir gänzlich unbekannt war. Aber ich finde es immer toll, wenn man wieder ein neues Kraut, was die Natur wachsen lässt, kennenlernt. Von daher vielen Dank für Deinen schön bebilderten und interessanten Post.

    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Liebe Jutta, ich kannte es auch nicht und habe es beim Laufen gesehen,
      das Handy hatte ich dabei und habe es mal kurz fotografiert. Später bin ich dann mit dem Rad vorbeigefahren und habe mich der Pflanze gewidmet.
      Gefragt beim Ministerium und Antwort bekommen, finde ich klasse.
      Lieben Gruß Eva, die trotz recht schnellem Laufen offene Augen für die Natur hat.
      :-)))

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  2. Keine Ahnung ob ich das schon mal gesehen oder von gehört habe...bewusst jedenfalls nicht. Immer wieder schön wenn man dann auch noch in Erfahrung bringen kann um was es sich handelt. Auch hier gibt es noch soviele Kräuter und Co. die bei jungen Leuten in Vergessenheit geraten sind.

    Hab einen schönen Tag und viele Grüsse

    N☼va

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  3. Nein, es gibt kein Unkraut....auch bei mir ist das so. Aber wenn es zu viel wird, muss es eben manchmal weichen. Von deinem gelb blühenden Kraut habe ich noch nie gehört. Eine interessante Mischung, was dort so auf dem Feld wächst.
    Bei mir blüht gerade ein Heilkraut in Gelb im Garten...der Alant.
    Portulak dagegen kenne ich schon. Sieht hübsch aus in deinem eckigen Topf.
    LG Sigrun

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  4. Hallo liebe Eva,
    gesehen habe ich die Pflanzen auch schon mal, aber wie sie heißen hätte ich jetzt auch nicht gewusst. Interessant was Du raus gefunden hast.
    Und Unkraut...nein sowas gibt es nicht... nur Beikraut :-)

    Liebe Grüße
    Biggi

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  5. Liebe Eva,
    wieder einmal hast Du uns zwei Pflanzen nahe gebracht und viel Wissenswertes erzählt. Portulak haben wir fast alle schon mal gehört, aber nie so richtig zugeordnet. Wie schön, dass Dir die Aufzucht so gut gelungen ist.
    Lieben Gruß und (trotz Dauerregen, zumindest bei uns) einen angenehmen Tag,
    herzlichst moni

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  6. Liebe Eva, ich finde es richtig gut, dass Du uns immer wieder mit Deinen schönen Berichten und Bildern etwas schlauer machst. Weiter so! Ich freue mich auf jeden neuen Artikel.
    Liebe Grüße, Angelika

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  7. Auch bei mir gibt es kein Unkraut !
    Wie schön, dass du uns diese beiden Pflanzen näher gebracht hast !
    Ich freue mich jedesmal, wenn ich etwas dazu lernen kann.
    Die Fotos sind auch sehr hübsch und sehenswert.
    Ein klasse Beitrag zum "DND"
    ♥liche Grüße

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  8. Wann lädst du die Leute aus dem Ministerium zum Kaffee ein? Grins...
    Portulak sagt mir dem Namen nach auch was. Ich überlege, ob ich dieses Kraut sogar schon mal hatte. Hm...
    Liebe Grüße
    Jutta

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  9. Portulak wächst bei uns im Schulgarten zuhauf, ich nehme schon mal was für Salat von den fleischigen Blättchen... Aber deine erste gelbe Blume hätte ich auch überhaupt nicht gekannt... Spannend immer diese Entdeckungen, nicht war. Lieben Gruß Ghislana

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  10. Sehr interessanter Bericht. Portulak wächst bei mir wild im Garten, aber dieses Ramtillkraut war mir total unbekannt. Wieder was dazugelernt.
    Liebe Grüße
    Elke
    _____________
    www.mainzauber.de

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  11. ...das Kraut kenne ich auch nicht, liebe Eva,
    was es nicht alles gibt...Portulak habe ich im Garten, schaue aber, dass er sich nicht zu sehr ausbreitet, das tut er gerne,

    liebe Grüße Birgitt

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  12. Liebe Eva,
    ein herzliches Danke für Deinen interessanten Post. Von Portulak hörte ich schon,
    aber das sonnengelbe, zarte Blümchen ist mir gänzlich unbekannt. Kein Wunder, dass Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. dieses Kraut mögen. Ist das ein Bläuling?

    Liebe Abendgrüße von Traudi.♥

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    1. Nein, es ist ein Kohlweißling, er ist zu hell geworden, da habe ich ihn ein wenig farbig gemacht. :-))

      Lieben Gruß Eva

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  13. Vielen Dank für diesen Bildungsbeitrag über Ramtillkraut. Ich habe bisher weder den Namen gehört, noch ähnliches Kraut gesehen. Wenn ich das nächste Mal an einem Feld mit Zwischenfrucht vorbeifahre, werde ich mal danach Ausschau halten.
    Lieben Gruß
    Katala

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  14. Danke für den interessanten Hinweis mit dem Ramtillkraut, bin garnicht sicher ob ich das schon einmal gesehen habe. Tolle Fotos! herzliche Grüße aus dem Ruppiner Land Anke

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  15. Liebe Eva,
    danke für diesen schönen und informativen Post über fast vergessene Kräuter! Portulak kenne ich noch, den hatten wir früher auch im Garten, das Ramtillkraut war mir bis eben unbekannt.
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein entspanntes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  16. wie interessant
    das Ramtilkraut ist mir nicht bekannt und ich habe es hier bei uns auch noch nicht gesehen
    Portulak kenne ich nur als Blume.. dsa Portulakröschen
    aber jetzt weiß ich auch was seit ca. 2 oder 3 Jahren hier in den Wegritzen und auf dem Friedhof rumwuchert ;)
    Vorher gab es das hier nicht und ich wollte schon mal fragen ob jemand das Pflänzchen kennt
    ich habe noch ein wucherndes Kraut auf dem Grab was neu ist ..heute mühsam wieder alles ausgerupft..
    wie schön dss man immer wieder etwas dazu lernt ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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