Mauerschau Teichoskopie

Ping Pong bei Ghislana im Monat Juni.

Das Ausgangsbild. Hier sehen wir eine Holzfigur, die über den Zaun blickt. Ich habe das Bild schon mal bei Ghislana gesehen und damals dachte ich schon, "aha der guckt über den Zaun". Als Ghislana das als Ausgangsbild für PingPong gab, war mir sofort klar, was ich mache. Nun also hier meine Geschichte und Bilder dazu.


Grüß Gott,

mein Name ist Martin,



Ich wohne zusammen mit meinen Eltern und meinen Geschwistern,




am Gartenzaun eines Grundstücks am Max-Eyth-See in Stuttgart, einem wunderschönen Naherholungsgebiet.




Angefangen hat alles ganz trivial. Ich bin immer auf dem Gartenzaun gesessen und habe auf den Max-Eyth-See geschaut und auf dem Zaun alles kommentiert, was sich dort vor dem Zaun getan hat.

Darüber waren die Eltern und Geschwister sehr froh, waren sie doch oft zu bequem sich auf den Zaun zu begeben.

Ich habe also eine sogenannte Mauerschau = griechisch teichoskopia = beobachten, betrieben. Naja, in meinem Fall nun eine Zaunschau.

Als ich dann immer wieder mal laut kommentiert hat, war wohl in diesem Boot, das als Walfisch getarnt war,




ein Regisseur dabei und er hörte wohl meine Kommentare und war so begeistert von mir, dass er mich spontan für den 
Götz von Berlichingen in Jagsthausen engagiert hat. Dort finden immer die Festspiele um Götz von Berlichingen statt.

Im 13. Auftritt des 3. Aktes, kannst du mich in der Mauerschau in dem Theaterstück Götz von Berlichingen von Herrn Goethe in Jagsthausen sehen.


Mein Auftritt:
Eine Höhe auf einem Wartturm
dort liegt Selbitz verwundet und lässt sich von einem Knecht, in diesem Falle von mir, den Verlauf des Kampfes erklären.

Ich erkläre dir Hanns von Selbitz:
Er tritt im Schauspiel verhalten hervor und hängt an Götz mit unerschütterlicher Treue.  
Deshalb ist auch die Freude groß, als er hört, dass Götz die Höhe mit seinen Getreuen heraufreitet. 


Als Mauerschau bezeichnet man in Theaterstücken auch solche Vorgänge, die man auf der Bühne nicht darstellen kann. Es steht Jemand auf einer Leiter oder Mauer oder einer Anhöhe und kommentiert die Vorgänge, die sich z.B. auf einer Ebene abspielen. Hier auf dem Wartturm eben auf der Leiter, die an die Mauer gelehnt ist, die Schlacht aus der Götz dann mit der Fahne auf den Wartturm heraufzieht. 

Grundlage für dieses Stück war auch Goethes Studium der Rechtswissenschaften in Straßburg 1770/71. Er hatte Interesse am Rittertum im Mittelalter. Begeistert war Goethe von Shakespeares Werken. 
Er las die Biographie von Götz von Berlichingen, die von
Georg Tobias Pistorius herausgegeben wurde. 
Goethe war nie so recht zufrieden mit seiner Arbeit, aber davon dann ein anderes Mal, es wird zuviel.

In Heilbronn gibt es den Götzenturm. Hier saß 1519 der Götz eine Nacht lang, als Gefangener des Schwäbischen Bundes.
Aber davon dann ein anderes Mal, wenn meine "Schriftführerin" dir etwas über Heilbronn erzählt. 

Ja, das muß man doch alles lernen, wenn man im Theater den Knecht spielt und auch um die Vorgänge.

Und ich kann diese Mauerschau ganz dramatisch zitieren und bin richtig stolz auf mich. Es gibt derer viele Theaterstücke in denen man mit einer Mauerschau bzw. einer Teichoskopie arbeitet, weil man gewisse Dinge halt auf der Bühne nicht darstellen kann.

Meine "Schriftführerin", die diese Geschichte hier schreibt, hat sich im Gymnasium durch den
Götz durchgebissen (das ist ein Drama, wie auch bei vielen anderen mit einem Sinn dahinter, den man verstehen sollte) und war immer ganz begeistert vom Götz, sie wollte sogar ihren Sohn Götz nennen, aber das wollte der Papa vom Sohn dann nicht. 

Ach ja und ich erzähle dir dann auch einmal die Sache mit dem Schwäbischen Gruß "Leck mich am Arsch", so hat der Götz das aber nie gesagt, er sagte "im Arsche". Das ist etwas ganz anderes. Aber das erklärt dir dann auch mal meine "Schriftführerin". 


"Leck mich am Arsch" ist zudem auch im schwäbischen ein Ausdruck der Freude. Aber davon dann bald mehr. 

Inzwischen haben meine Eltern und meine sieben Geschwister an verschiedenen deutschen und auch ausländischen Bühnen Verpflichtungen, denn ich habe sie sehr gut in die Darstellung einer Mauerschau eingewiesen. Nun können wir von den Einnahmen ganz gut leben.

Meine Schwestern, die auf dem unteren Bild zu sehen sind, kann man an verschiedenen Theatern in Homers Ilias abwechselnd als Helena sehen, wo sie auf der trojanischen Stadtmauer stehen und Priamos die anrückenden Griechen sehr gut beschreiben.

So, im normalen Leben kleiden wir uns inzwischen recht bunt und so gefällt es uns. Nur meine beiden Schwestern können es nicht lassen auch im normalen Leben bekränzt herumzulaufen. Auch  mein Bruder mag es gerne immer wieder, wenn er sagen kann, dass er eine Berlinerin ist.

Ich mag meine Sonnenbrille.


Vorstellen möchte ich uns aber doch auch noch. 

 Papa, das ist der mit der Feder am Hut,
 Mama, auch mit Hut,


Kathinra, mit Kranz links,
Thusnelda, mit Kranz rechts,
Dagobert, er fährt gerne mit dem Rad,
Martin, (Ich) mit Sonnenbrille,
Nummer Vier, Er war der Vierte, der auf die Welt kam
Bingo, mit Sonnenbrille,
Diabolo,  das Teufelchen,

und

Schnecki, der gerne eine Berlinerin wäre. 














Kommentare

  1. Lustig gemacht liebe Eva, und witzig finde ich auch das Boot. Da hat sich der Erbauer ja was einfallen lassen. Ein absoluter Hingucker, so wie auch deine "Zaungäste".

    Wünsche dir einen schönen Tag und sende viele Grüsse

    N☼va

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    1. Hallo liebe Eva,
      der Wal kam mir irgendwie bekannt vor. Habe ihn, oder einen anderen, vor ein paar Jahren auf dem Rhein gesehen, als Ausflugsschiff. Vor vielen, vielen Jahren hatte sich ja mal ein Wal bis nach Düsseldorf oder so in den Rhein verirrt.
      Wenn man dein bearbeitetes Zaunbild zuerst anschaut, könnte man es glatt für echt halten. Prima Arbeit.

      Liebe Grüße
      Arti

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  2. Eine tolle Geschichte hast du um den lustigen Zaungucker gesponnen. Das Walschiff ist ja mal faszinierend. Da würd ich gerne mal mitfahren -
    Leck mich am Arsch! (Das sagt man hier in Oberbayern auch zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten)
    LG, Varis

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  3. Guten Morgen Eva!

    Ich mußte herzhaft lachen ob deiner Geschichte und die passenden Zaungucker.
    "Ja leck mi am Oarsch" des ist a guate G`schicht! :-D
    Danke für den Morgenschmunzler und deinen Beitrag für mein Projekt!


    LG

    Anne

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  4. Liebe Eva,

    da sieht man doch mal, was man aus so einem Mann am Gartenzaun alles machen kann.
    Eine lustige und tolle Geschichte hast Du Dir ausgedacht.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Das ist ja eine ganz tolle Geschichte geworden... Und die ganze Familie gibt einen feinen Anblick ab 😃. Danke dir für diesen lebendigen und kenntnisreichen Theaterbesuch... LG Ghislana 💛

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  6. Eva Du solltest vielleicht unter die Geschichtenschreiberinnen gehen - wieder so eine nette lustige Idee von Dir und schön umgesetzt.
    Was Du noch über Euren Ausdruck der Freude erzählen wirst - da bin ich ja gespannt :)
    Einen schönen Dienstag und liebe Grüße
    Kirsi

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    1. Liebe Kirsi,
      nein, was meinst du wieviele Gedichteschreiber es gibt und wie viele Leute meinen, wie gut sie sind.
      Es ist nicht so, ich weiß darum und gerade deshalb weil mein Neffe Lektor bei einem Stuttgarter Verlag ist, weiß ich aus Erfahrung, dass es nicht ganz einfach ist, ein Buch zu schreiben oder zu veröffentlichen, da zählen viele viele viele Fakten.

      Ich habe hier meinen Blog und das reicht mir, will ich auch zu keinen hohen Weihen kommen, das was ich habe und mache, recht mir.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Ich hätte nicht gedacht das sich jemand für das Rezept interessiert (sie ist doch soooo süß) und dann bist Du dieser Jemand (lach) und auch auf FB wurde gefragt. Habe den Post ergänzt, aber da ich schon mal hier bin, bringe ich es gleich mit:

      Löffelbisquit oder 2 mittelhohe Kuchen aus einer 18cm Springform
      200g Schokocreme (wir nehmen die von Aldi - da ist kein Palmfett drin)
      1 Packung Frischkäse (neutral)
      50g weiche Butter

      einige Packungen Schokoriegel (8-10 Stück auf jeden Fall)
      2 Packungen Schokobonbons für die Mitte - nach Geschmack
      Löffelbisquit schön klein "mahlen" oder 2 Rührteigböden backen, Nutella, Philadelphia und Butter mit dem Handrührgerät etwa 2-3 Minuten gut verrühren.
      Dann den Boden im Kühlschrank kalt stellen - so dass er schön fest wird!

      Danach einen der Kuchen mit 1/3 der Creme bestreichen und den anderen Kuchen daraufsetzen.

      Anschließend den gesamten Kuchen mit der Creme bestreichen (damit nachher alles daran hält).
      Jetzt den gesamten Kuchen mit Schokoriegeln Eurer Wahl ummanteln und die Schokobonbons, Dragees was Ihr möchtet in die Mitte schütten.

      Zum Schluss noch ein Satinband herum binden - und fertig :)

      LG
      Kirsi

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  7. Das ist nicht nur sehr lustig geworden. Da steckt auch viel Arbeit dahinter. Aber aus Erfahrung weiss ich, wenn man einmal daran ist kommt immer mehr dazu. Ein unterhaltender Post ist dir da gelungen.
    L G Pia

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    1. Bingo liebe Pia, das stimmt, wenn man dran ist, kommt viel mehr dazu und man überlegt auch unterwegs - bei mir z.B. im Auto oder beim Laufen - was kannste noch machen.
      Jaa, Arbeit steckt drin, viel Arbeit viel Zeit, ich schreibe meine Posts abends oft auch auf dem Balkon und deshalb macht mir auch Bloggen Spaß, weil es auch einiges an Recherche kostet. Danke, dass du das gesehen hast.

      Lieben Gruß Eva

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  8. Ziemlich große Familie. Wenn die alle auftreten, dann gibt's gut Geld.

    Tolle Geschichte
    Lieben Gruß
    Katala

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  9. Tja, liebe Eva, wer hätte das gedacht, welch eine große, illustere Familie der so unschuldig drein schauende, hölzerne Martin vorzuweisen hat und über welch enormes Wissen er zudem verfügt. Ich bin zwar keine gebürtige Schwäbin. Dennoch kommt von mir ein herzliches 'Leck mich am Arsch' als Ausdruck der Freude.
    Liebe Grüße sendet Edith

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  10. Eine herrliche Geschichte. Wenn Schnecki möchte, kann sie zu mir ziehen. ;-))
    Liebe Grüße!

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    1. Würdest du das machen? Das darf ich Schnecki nicht sagen, wir brauchen doch die Einnahmen.

      Aber danke für das Angebot.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Schnecki ist eigentlich ein ER! ;-)))))

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  11. Liebe Eva,
    Deine Phantasie, Dein Können bewundere ich!

    Liebe Grüße
    Elisabetta

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  12. Liebe Eva,
    das ist ein kreativer Fluss, in dem du da mit deinen "Zaunkönigen" schwimmst. Es ist ein Genuss, daran teilhaben zu dürfen.
    Herzlichen Dank und viele Grüße von Lucia

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