Gerhard-Hauptmann-Haus in Agnetendorf (Jagniątków) und die Friedenskirche in Schweignitz (Świdnica)



Heute gehen wir im "Tor in die neue Woche" nach Agnetendorf (Jagniątków).
Jagniątków ist ein Stadtteil der kreisfreien
 Stadt Jelenia Góra in der Woiwodschaft Niederschlesien.

Eine Woiwodschaft ist in Polen so etwas wie bei uns ein Bundesland. 




Dort waren wir vor  drei Jahren zu Besuch als wir in Polen waren. 

In der Villa Wiesenstein in Agnetendorf (Jagniątków) lebte der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger 
Gerhard Hauptmann vom 10. August 1902 bis zu seinem 
Tod 1946.

Das Haus, im Stil der Neorenaissance errichtet, war Treffpunkt für Künstler aus der Umgebung und Berlin und diente Hauptmann als ein Ort des Rückzugs. Er selbst nannte die Villa

"Die mystische Schutzhülle meiner Seele"



Die Villa Wiesenstein wurde zwischen 1900 und 1901 vom Berliner Architekten Hans Griesebach auf einem Granitfelsen erbaut.  Kosten 200.000 Reichsmark. Der Park, der die Villa umfasst ist 16 Hektar groß. 1922 stattete der expressionistische Maler Johannes Avenarius 1887 - 1954 die Eingangshalle mit Wandgemälden aus und sie nennt sich Paradieshalle.

Avenarius und Hauptmann verband eine langjährige Freundschaft. Der schlesische Maler Avenarius illustrierte einige Bücher Hauptmanns.

Nach dem 2. Weltkrieg erhielt Hauptmann von den Sowjets, die ihn wegen seiner sozialkritischen Werke schätzten,  ein Bleiberecht in Agnetendorf. Im April 1946 teilten sie ihm mit, dass Polen auf seine Ausreise bestehe. Es kam nicht mehr dazu. Gerhard Hauptmann starb am 6. Juni in seinem Haus. Seine sterblichen Überreste wurde auf die Ostseeinsel Hiddensee überführt.
Die Grabrede hielt Wilhelm Pieck 1949 - 1960 bis zu seinem Tode einziger Präsident der DDR.

Heute ist die Villa eine Begegnungsstätte, in der wissenschaftliche Konferenzen, Symposien, Konzerte und Autorenabende stattfinden. Besucher können die Paradieshalle, das ehemalige Arbeitszimmer von Gerhard Hauptmann, die Bibliothek und das Kaminzimmer besichtigen.



Jedoch ist das Fotografieren nicht erlaubt und daran halte ich mich auch. 





Dann machen wir noch einen Schlenker, den wir auf unserer Reise natürlich mit System gemacht haben.



Die evangelischen Friedenskirchen in Schweidnitz (Świdnica), Jauer (Jawor) und Glogau (Głogów) gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Niederschlesien. Die größte unter ihnen ist die Schweidnitzer Kirche, die zugleich die größte Fachwerkkirche in Europa ist und seit 2002 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO steht.


Ist ein bissele schief geworden, aber die Führung war so schnell, um was mitzubekommen muß man sich beeilen.




Diese Kirchen (sogenannte Bethäuser) durften nur aus Holz und Lehm gebaut werden, mussten einen Kanonenschuss weit außerhalb der Stadt platziert sein und ein Glockenturm war nicht erlaubt. 

Deshalb als Glockenturm dieser Helm. Heute existieren noch Schweidnitz und Jauer, die Kirche in Glogau ist schon lange zerstört. Die Hoffnung, dass diese Kirchen sich nicht lange bewähren würden, gingen nicht auf. Der Innenausbau ist so prächtig und überstrahlt die schlichte, äußere Bauweise.




Die Kirche in Schweignitz wurde renoviert und ist in einem prächtigen Zuständ. Man sollte sich aber auch hier daran halten, dass Fotografieren nicht so gerne gesehen ist.

Von Polen werde ich dir noch einiges zeigen.

Nova Glockenturmprojekt



Hinzufügen möchte ich jetzt noch die Revolutionsetüde von Frederic Chopin (ein Pole), er schrieb sie, als er von der Niederschlagung des Novemberaufstandes in Polen hörte und setzte sich wütend ans Klavier.

Er weilte zu dieser Zeit in Stuttgart im Haus 
König von England, dort schrieb er diese Etüde. Über diese Geschichte werde ich auch gelegentlich einen Post schreiben. 

In dieser Etüde packt Frederic Chopin alles hinein Wut, Verzweiflung, Enttäuschung aber auch Hoffnung. 

Ein höchst emotionales Stück!






















Kommentare

  1. Liebe Eva,
    Phantastisch dieser Beitrag, den ich gerade sehr genieße. Ich denke nicht, dass ich jemals
    diese wunderschönen Bauwerke sehen werde und bin froh, dass Du dies zeigst.

    Die Villa von Gerhart Hauptmann würde ich mir natürlich sofort "aufschwatzen" lassen,
    aber das wird wohl nichts ;-)

    Die Friedenskirche ein Kleinod, das es von Innen zu sehen, auch herrlich wäre.

    Die Revolutionsetüde von Chopin, herrliches Klavierstück, das mir am Sonntagmorgen
    hilft mit allen Sinnen in den Tag zu kommen.

    Liebe Grüße und hab' einen schönen Sonntag
    Elisabetta

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  2. Liebe Eva,

    gestern hatte ich keine Zeit um liebe Blogger zu besuchen. Ich hole es heute nach.

    Klar wollte ich heute vor allen Dingen deinen schönen Beitrag sehen und hören.
    Eine tolle Villa hatte der Gerhard Hauptmann. Ich muss mal googeln ob was über das Innere zu sehen ist.
    Von dem Bethaus würde mich sogar noch mehr das Innere Interessieren.
    Jelenia Gora ist echt eine sehr schöne Stadt. Das haben wir schon gemerkt, als wir dort einen kleinen Zwischenstopp gemacht hatten. Es gab soviel zu sehen und bestaunen.
    Du hast gleich 2 tolle Tore hier gezeigt. Die von der Kirche ist schließlich auch sehenswert.

    Hab einen schönen Sonntag
    liebe Grüße
    Paula

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  3. Da nimmst Du uns heute aber mit zu tollen Gebäuden liebe Eva. Das war bestimmt alles sehr interessant auf Eurer Rundreise.
    Das G-H-Haus würde mir auch sehr gefallen, ich kann ja verstehen, das man nicht im Inneren fotografieren soll (und ich halte mich auch immer dran), aber bei solchen Gebäuden finde ich es immer schade!
    Nun wünsche ich Dir einen schönen Sonntag, ich gehe jetzt kurz in die Sonne auf einen Kaffee und ein Eis!
    LG
    Kirsi

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