Sturm im Wasserglas

Das war mein erster Gedanke, als ich die Vorgabe bei Lottas bunter Welt, gelesen habe.

Milchgießer und Zuckerbecher meiner Mutter,
das wurde nur an Festtagen benützt und kam auf den Tisch. 
Geschliffenes Bleikristall von Nachtmann.

Als meine Eltern 1928 geheiratet haben, gehörte sowas zu der Aussteuer und war sauteuer. Die Sachen sind aber auch schon sehr alt, stelle ich gerade fest. Bald 90 Jahre!!!!!

Ob man die Dekoartikel von heute auch so lange sehen und haben kann??? Heute bekommt man diese Sachen nachgeworfen. Keine Mensch möchte mehr Bleikristall haben.




Sturm im Wasserglas sagt man ja auch, wenn man sich über eine Kleinigkeit aufregt.

 Ein kleines Mitbringsel meiner Mutter aus dem Urlaub in Österreich. Swarovski war sehr modern.



Sturm im Wasserglas ist auch ein Theaterstück von Bruno Frank aus dem Jahr 1930.
Das Schauspiel wurde mehrfach verfilmt.

Es geht um einen Idealisten, der Journalist ist und der Zivilcourage und humane Gesinnung.
Er entdeckt die heuchlerische Kälte eines Kommunalpolitikers, die er aufdeckt und der rettet eine Frau aus einer Notlage.


Diese Römer hatte ich in allen Farben, sie sind leider den Weg allen irdischen gegangen. 




Es geht heute nicht um eine Notlage und auch nicht um Sturm im Wasserglas, sondern

um Glas.


Da bin ich nun gespannt, was draus gemacht wurde.

Ich habe nun mal mein Glas fotografiert.

Eine Glaskugel habe ich mir mal vorgenommen:



Meine Vitrine (übrigens von meinen Eltern aus dem Jahr 1928) beherbert auch Glas und jede Menge Erbstücke auch meine Glassammlung, die wir uns 1971 gekauft haben, als wir geheiratet haben.

Uppsalla von Zwiesel mußte es sein. Ebbes gscheits und so teuer war es auch. Ich weiß nicht, ob heute noch so teurere Gläser gekauft werden. Das gehörte zur Aussteuer.


Aber das war eben damals so. Benützt haben wir diese Gläser nur, wenn Besuch kam und heute ist sie noch vollständig vorhanden.
Ich werde sie wohl mit ins Grab nehmen, bzw. mein Sohn wird sie wohl was weiß ich wohin geben.


Erbstück sind dabei, so z.B. das geschliffene Bleikristall meiner Mutter, die Schüsseln haben alle
einen Erinnerungswert für mich und auch die Bowlegläser, die man früher an Sylvester benützt hat.


Alles war vor Jahren, als meine Eltern geheiratet haben, sehr sehr teuer. Heute haben wir eine Wegwerfgesellschaft und gutes und teueres Glas ist ganz selten geworden. 




Ich bin aber der Meinung, dass zu einem schön gedeckten Tisch auserlesenes Porzellan und schöne Gläser gehören. 
Nicht etwas, was Jeder hat. Muß ich nicht haben, ich benütze meine alten Gläser und gut ist. 

Ich glaube so richtig teure Gläser werden heute gar nicht mehr gekauft. Sie gehen nicht in die Spülmaschine.  



An Kirchenfenster habe ich gedacht, aber die Kirchenfenster, die ich habe sind alle recht dunkel aber ich habe das Hiroshima Fenster bzw. Physik-Fenster aus der 
Heilig-Geist-Kirche in Heidelberg.


Das Hiroshima Fenster von Johannes Schreiter.
Man erkennt unter anderem die berühmte einsteinische Gleichung e = m c2 (Physik-Fenster)  und das Datum des Atombombenabwurfs auf Hiroshima.

Auf den Heidelberger Fensterstreit gehe ich jetzt nicht ein, das muß du selbst schauen, wenn du willst. 



Lotta "Bunt ist die Welt"




Kommentare

  1. Sehr schöne Fotos, liebe Eva. Geschliffenes Bleiglas...ja war mal super teuer...und ist jetzt ziemlich aus der Mode...Ich habe auch noch so ein Kännchen und Zuckerschale dazu...und bin immer nah dran, es mal zu entsorgen...ooops...weil, was genau mache ich damit...;-)? Einen schönen Sonntag! Liebe Grüße, Lotta.

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  2. Guten Morgen Eva,
    Du hast recht, zu einem schön gedeckten Tisch gehören bei besonderen Anlässen auch edle Gläser.
    Wir haben auch welche von Nachtmann, die es heute leider nicht mehr zum Nachkaufen gibt. Denn dieses feine Glas geht doch von Zeit zur Zeit kaputt.
    Für den normalen Alltag tun es aber auch einfache Gläser vom Schweden.
    Die Konfetti-Gläser finde ich lustig und auch der kleine Igel ist niedlich.
    Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße
    Nicole

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  3. Liebe Eva!

    Vielen Dank für Deine Antwort zur Zeiteinteilung - Du hast völlig recht mit der Auslastung.
    Ich finde Deine Aktivitäten ungleich interessanter als die meinen, und würde solche auch
    noch gerne "dazumachen" , aber dann müsste mein Tag 48 Stunden haben ;-))

    Dein Sturm im Wasserglas ist ein Hammer!!!
    Ja, solche Gläser habe ich auch, wie Du schon sagtest gehörte es zur Aussteuer.
    Als ich 18 war, hat mir meine Mutter alles dafür gekauft und ich war ziemlich unglücklich, denn wozu brauchte ich Bettwäsche und Kristallgläser - der Mann zum Heiraten war damals in weiter Ferne. *gg*
    Heute bin ich zwar noch dankbar, aber der Geschmack hat sich doch geändert.
    Die Swarovski-Maus - und Du hast die alte Original Ausgabe mit den schiefen Barthaaren
    die mag ich nach wie vor und habe mir auch einige andere Schätze dieser Firma gekauft.
    Mit Glas hatte ich immer Freude.

    Ich wünsche Dir einen glasklaren Sonntag, mit Sonnenschein der sich in Deinen schönen Gläsern spiegelt.
    Herzliche Grüße
    Elisabetta


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    1. Liebe Elisabetta,
      das ist alles relativ. Ich sage mir immer Ausspannen kann ich im Grab und ich mache das alles noch so lange, wie ich es kann. Irgendwann kommt der Tag, wo ich es nicht mehr kann, deshalb möchte ich soviel mitbekommen wie ich kann, ich überarbeite mich schon nicht. Und ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal nix mache, das ist aber eine Sache mit der Oma, die hat auch nie sich ausgeruht. Warum auch, ich kanns dann, wenn ich nicht mehr kann, da kann schneller gehen, als man denkt.

      So nun gehen wir mal 2 Stunden laufen, der Liebste drängt.

      Grüßle Eva

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  4. Hallo Eva
    Na da hast aber eine schöne Sammlung an Gläser.
    Ich finde Swarovski ist zeitlos.mir gefallen die Dinge wenn auch in der Anschaffung sehr teuer aber allein das Ansehen macht schon Freude. der Besuch der Kristallwelt in Wattens war ein besonderes /sehenswertes Erlebnis. Dein Igelchen gefällt mir total gut.
    Schönen Sonntag wünscht dir Anna

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  5. Liebe Eva,
    wunderschöne Gläser hast Du, mir gefällt vor allem, dass Du diese feinen Dinge auch benutzt. Zu einem festlichen Essen gehört unbedingt edles Geschirr und gutes Glas. Man kann das nicht alles nach dem heutigen Geldwert be-und aburteilen. Wenn es einem gefällt, Freude macht, vielleicht sogar gute Erinnerungen weckt, mehr geht doch nicht bei materialistischen Dingen, oder. Deine Bilder sind mal wieder wunderschön. Vor allem die so gar nicht kugelige Glaskugel, ein schönes Einzelstück.
    Hab einen angenehmen Sonntag,
    lieben Gruß
    moni

    http://www.reflexionblog.de

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  6. Moin Moin Eva,
    wau, da hast du aber schönes Glas zusammengetragen!
    Jepp, zu einer schönen gedeckten Tafel gehören auch schöne Gläser!
    Nicht diese *Nullachtfünfzehn* von Dänen :o)

    Bin total von der Rolle, die Antibiotika hauen mich echt immer vom Hocker...
    Danke für deine Genesungswünsche!
    Wenn es mir Morgen früh ganz gut geht, telen wir ev.
    Hab einen schönen Sonntag,
    ich leg mich wieder hin....
    Britta


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    1. Morgen früh mal sehen, bin aber unterwegs aber probier es einfach.

      LG Eva
      weiterhin gute Besserung.

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  7. so schön sind deine Gläser. Ich mag solche Kostbarkeiten sehr, obwohl ich nicht allzu viel solcher Schätze habe. Das Kirchenfenster von Schreiter ist mir in einem KUnstband aufgefallen, und ich finde es sehr aufschlussreich. Kirche und Kunst und neue Interpretationen gehören für mich zusammen.- Ein Anliegen dass die pastorale und theologische Weise an die Menschen unbedingt weitergeben muss.- Es gibt auch ein EGK-fenster, habe ich leider nicht wiedergefunden. Weisst du wo es zu sehen ist?
    einen schönes Sonntag
    heiDE

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  8. Den Klang von Kristallgläser beim Anstossen ist unverkennbar. So ein Erbstück wie auf deinem ersten Bild habe ich auch noch. Seit ich das Buch von der Glasbläserin gelesen habe möchte ich unbedingt einmal nach Lauscha.
    Zu deiner frage in deinem Kommentar bei mir, muss ich dir sagen, dass die Sachen unverkäuflich sind.
    L G Pia

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  9. Liebe Eva,
    dein Beitrag ist sehr gelungen und ich habe mich darin wiedergefunden.
    Auch wir haben ganz viel Bleikristall in der Vitrine. Kürzlich überlegte ich sogar (wegen meiner '1000 Teile raus' Aktion es wegzugeben.
    Aber NEIN, meine Mutter hat es mir zur Aussteuer geschenkt und es ist viel zu schade einfach fortzugeben. Die Serie "Vienna" von Nachtmann hatte ich mich nach und nach immer wieder schenken lassen. Mal zum Geburtstag oder auch zu anderen Feiertagen gab es ein Glas dazu. Da stecken so viele Erinnerungen drin. Und, ich habe beschlossen es zu behalten! Auch, wenn es nicht in die Spülmaschine darf.
    Dass fühlt sich gut an. :-) - Deine Fotos sind phänomenal!

    Viele, liebe Grüße aus Heidelberg,
    Annette

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  10. Ganz tolle Einblicke zeigst du da, liebe Eva. Wunderschön. Ich habe auch noch ganz alte Gläser, die ich von meiner Oma geerbt habe. Ich wollte mich aber schon längst davon trennen, wir sie nie benutzen, da sie eben auch nicht spülmaschinentauglich sind. Nun unterhielt ich mich unlängst und mein Gegenüber meinte, sie würde alles in die Spülmaschine räumen. Besser mit Freude benutzt und irgendwann hinüber, als bis zum Sanktnimmerleinstag aufbewahrt und sich immer gegrämt wegen der "Platzverschwendung". Nun, ich muss noch in mich gehen und eine Lösung für mich finden... Egal, hier und heute habe ich Freude an deinen schönen Gläsern und deinem tollen Bericht dazu. Ich danke dir.

    Sonnige Grüße von weiter südlich

    Anni

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  11. Ja, die Aussteuer, liebe Eva, die musste sein. Jeden Monat habe ich von einem Teil meines Gehalts Aussteuer gekauft: Wäsche, Porzellan, Glas, Silberbesteck, alles vom Feinsten. Und weil ich als 'Verlobte' zusammen mit meinem Bräutigam beschloss, ein Haus zu bauen, waren wir heilfroh, dass wir - außer Möbeln - nichts mehr kaufen mußten. So ist man erzogen worden. Die ersten Handtücher gab es bei vielen Mädchen schon zur Konfirmation. Heute wäre das sinnlos, weil die Mode so schnell wechselt. Was Glas, Porzellan und Besteck angeht, habe ich 20 Jahre später alles neu gekauft, und zwar nach eigenem Geschmack. Als junges Mädchen hat man sich beraten lassen. - Ich würde den Milchgießer und den Zuckerbecher der Eltern auch in Ehren halten, nicht in die Spülmaschine tun und von Hand spülen. Glaubst Du, dass in 90 Jahren noch irgend jemand Glas oder Porzellan vom Schweden in seinem Schrank hat?
    Liebe Grüße
    Edith

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