"Ich wollte nur frei sein

wie jeder andere auch. Ich wollte nicht immerzu gedemütigt werden, wegen etwas, auf das ich keinen Einfluss hatte:

die Farbe meiner Haut."

Rosa Parks

Rosa Parks auf dem Weg zum Gerichtssaal in Montgomery,
Alabama am 19. März 1956 





Als Rosa Parks am 1. Dezember 1955 in den Bus einstieg, saßen nur wenige Menschen darin.
Sie war müde, die Füße taten ihr weh und sie war froh über die freien Plätze und setzte sich in den mittleren Teil.


Jeder Bus in Montgomery hatte 36 Sitze. Die ersten 10 waren für Weiße reserviert, die hinteren 10 für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Auf den 16 Plätzen dazwischen durfte sich jeder niederlassen - vorausgesetzt, der Bus war nicht voll.

Dann mußten Farbige ihren Platz räumen.
Wie in vielen Bundesstaaten im Süpden der USA teilten sich auch in Montgomery, Alabama, die Welt in zwei Schichten, Weiße und Schwarze. 

Die Rassentrennung erstreckte sich auf alle Bereiche. Züge, Schulen, Krankenhäuser, Restaurants, Hotels, Friseure, Theater. Überall klebten kleine Schilder  "White" oder "Colored".

Selbst die Todesanzeigen in den Zeitungen standen auf unterschiedlichen Seiten. 

So war das Gesetz. Das Gesetz im öffentlichen Nahverkehr war Sache des Busfahrers. Schwarze Fahrer stellte niemand ein. Die Regeln wurden von Weißen gemacht. Rosa Parks eine bescheidene, sittenstrenge Näherin mittleren Alters brachte die Ordnung Montgomerys mit nur einem Wort ins Wanken "NEIN"!


Von Haltestelle zu Haltestelle wurde es voller. An der Cleveland Avenue, der 3. Station, waren schließlich alle vorderen Sitze belegt, ein weißer Fahrgast suchte noch. Der Busfahrer drehte sich um, herrschte Rosa Parks und noch drei andere Farbige an:

"Bewegt Euch, dich will diese Plätze haben!"

Keiner rührte sich.

"Es wäre besser für euch, wenn ihr keinen Ärger macht",

das wirkte, drei der Angesprochenen zogen sich in den hinteren Teil des Busses zurück.

Rosa Parks blieb sitzen. Sie hatte diese alltäglichen Demütigen so satt.

"Irgendwann muß man auch mal "Halt!" sagen", erklärte sie später und dies war wohl die richtige Haltestelle um den täglichen Schikanen ein Ende zu setzen.

Sie wußte aber auch um die Konsequenzen ihres Handelns.

Auf die Warnung des Fahrers: "Dann werde ich dich verhaften lassen!", antwortete sie gelassen und freundlich:

"Das dürfen Sie tun "

Department Sheriff Lackey nimmt die Fingerabdrücke von Rosa Parks. Montgomery Alabama am 
22. Februar 1956



Rosa Parks ging in die Geschichte ein als einfache Näherin, die nur zufällig am richtigen Ort, zur richtigenZeit sitzen blieb?

Nein, denn sie engagierte sich bereits seit Jahren in verschiedenen Bürgerrechtsgruppen. Die ungerechte Justiz gegen Schwarze, die Lynchmorde, die Verweigerung grundlegender Rechte empörten sie schon lange. Mehrere Male hatte Rosa Parks vergeblich versucht, als Wählerin registriert zu werden.

Eine Gedenktafel erinnert an die Stelle, an der Rosa Parks verhaftet wurde. Der sich anschließende Busboykott in Montgomery, der 381 Tage dauerte, führte zur Aufhebung der Rassentrennug in Bussen und bewirkte Veränderungen im Zivilrecht



In Montgomery griff man zu vielen Tricks, um die schwarze Bevölkerung davon abzuhalten, ihr
- seit 1870 verankertes - Wahlrecht auszuüben. Es wurde eine Kopfsteuer erhoben, die viele Farbige gar nicht erst zahlen konnten. Diejenigen, die dazu in der Lage waren, mußten einen Schreib- und Lesetest absolvieren, den die Behörden regelmäßig als "nicht bestanden" beurteilten.

Bis in die 1950er Jahre schien die staatlich festgeschriebene Rassentrennung im US-amerikanischen Alltag ein unumstößliches Gesetz. Warteräume für Farbige waren durch Schilder gekennzeichnet.



Gegen eine Kaution von hundert Dollar wurde Rosa Parks nach zwei Stunden aus dem Gefängnis entlassen. Der Prozess, dessen Ausgang jetzt schon feststand, sollte vier Tage später, am

Montag dem 5. Dezember 1955 

stattfinden. In der schwarzen Gemeinde von Montgomery hatte sich der Vorfall über die engen Netzwerke der Kirchen und Bürgerrechtsgruppen herumgesprochen.

Dass man gerade mit dieser liebenswerten Frau so umsprang, entsetzte viele.

Eine Frauenorganisation druckte umgehend Flugblätter, die zu einem Boykott der Busse
am 5. Dezember aufriefen.

Frauen entsteigen einem "stationwagon". Die Kirche unterstütze den Busboykott. Sie stellte der farbigen Bevölkerung diese Wagen zu Transportzwecken zur Verfügung. 



Nur einen Tag, ob das funktionierte?
Man wartete gespannt auf den Montagmorgen und die Busse blieben leer .

Tausende solidarisierten sich mit Rosa Parks und feierten sie stürmisch, als sie das Gerichtsgebäude verließ - verurteilt zu 10 Dollar Strafe. Der Prozess hatte gerade einmal fünf Minuten gedauert.

Man überlegte und ob man den Boykott nicht fortsetzen sollte und man suchte Jemand, der das genauso unerschrocken fortführte und fand ihn in einem jungen Geistlichen, der gerade mal
26 Jahre alt war.

Dr. Martin Luther King.


Am 4. April 1968 um 18:01 Uhr wurde Martin Luther King auf dem Balkon des Lorrainer Motels  von dem mehrfach vorbestraften Rassisten James Earl Ray erschossen.
Martin Luther King wurde 39 Jahre alt. 

Eines meiner vielen Bücher über Martin-Luther-King.








Rosa Parks geb. McCauley, kam am 4. Februar 1913 in Tuskegee in Alabama zur Welt.

Als sie zwei Jahre alt war, zog die Mutter mit ihr auf das Land nach Pine Level zu ihren Eltern.

Der Vater, ein Tischler und Steinmetz, verließ die Familie.

Rosa Parks wurde zunächst von ihrer Mutter unterrichtet, bis sie mit elf Jahren auf eine private Mädchenschule in Montgomery kam. Um das Schulgeld bezahlen zu könen, putzte sie Klassenräume. Als drei Jahre später ihre Großmutter starb, mußte Rosa Parks die Schule verlassen, um ihre schwer kranke Mutter zu pflegen.

Sie begann in einer Textilfabrik als Näherin zu arbeiten und hatte viele Nebentätigkeiten, so putzte sie unter anderem in Häusern der Weißen und verkaufte Früchte auf der Straße. Im Dezember 1932 heiratete sie den Friseur Raymond Parks, der sich in der Bürgerrechtsbewegung engagierte.

Durch ihren Mann unterstützt, konnte Rosa Parks wieder zur Schule gehen und 1933 ihren
High-School-Abschluss machen.

Im Jahr 1956 hob das Oberste Gericht der USA die Rassentrennung auf. 1957 zog Rosa Parks mit ihrem Mann und ihrer Mutter nach Detroit, dort lebte auch ihr jüngerer Bruder.

Sie engagierte sich weiter in der Bürgerrechtsbewegung und erhielt viele Auszeichnungen.
1999 verlieh ihr Bill Clinton die Goldene Medaille des 
US Kongresses.

Die Cleveland Avenue in Montgomery, in der sich Rosa Parks im Bus weigerte, ihren Platz zu räumen, erhielt ihr zu Ehren ihren Namen.

Der Bus in dem sich Rosa Parks weigerte,
den Platz zu räumen, steht heute im
Henry Ford Museum in Detroit.

Quelle: der Link unter dem Bild. 



https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Parks#/media/File:Rosa_Parks_Bus.jpg 


Rosa Parks starb am 24. Oktober 2005 in Detroit, Michigan auf ihrer Beerdigung sang Aretha Franklin. 



Als ich mich mit Rosa Parks beschäftigt habe, war ich tief beeindruckt von dieser Frau. Leider ist das Buch -auch englisch geschrieben. Aber meine Schwester spricht ein gutes Englisch hat mir vieles übersetzt und vorgelesen.

Wir haben praktisch das Buch zusammen gelesen. 
Meine Schwester war mit einem amerikanischen Offizier verheiratet und hat lange in Lake Hurst gewohnt.

Quelle:
Rosa Parks My Story, Jim Haskins



Der Bus von Rosa Parks
von Fabrizio Silei
auch für Kinder sehr schönes Buch.


Douglas Brinkley
Rosa Parks
New York 2000

Bilder:
Archiv etc. Buch oben
und HIER



I have a dream that one day this nation will rise up, and live out the true meaning of its creed: ‘We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal.’
 
I have a dream that one day on the red hills of Georgia the sons of former slaves and the sons of former slave owners will be able to sit down together at a table of brotherhood.

 
I have a dream that one day even the state of Mississippi, a state sweltering with the heat of injustice and sweltering with the heat of oppression, will be transformed into an oasis of freedom and justice.

 
I have a dream that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin, but by the content of their character.

 
I have a dream today!


Dr. Martin Luther King 






Kommentare

  1. Danke für diese kleine Geschichtsstunde. Ich bin tief beeindruckt, was diese Frau bewegt hat, mit ihrem Mut.
    Ich war 19 und Ende der 80er Jahre in Südafrika und weil es mir gar nicht gut ging, blieb ich auf einer Wiese imPark zurück, während mein Freund die Zugverbindung auskundschaftete. Nach einer Weile stellte ich fest, dass ich in diesem Park die einzige Weiße war. Damals gab es in Südafrika noch die Apartheit, aber mir war war vorher gar nicht aufgefallen, dass ich dort die einzige Weiße war, denn ich kam aus Hamburg und war mit Multikulti aufgewachsen. Später sagten mir alle, dass ich sehr viel Glück hatte, doch bis heute glaube ich, dass es Quatsch war, denn wenn mir jemand etwas getan hätte, denn nur, weil sich die Weißen dort so großmäulig benahmen,dass es unmöglich war.

    Liebe Grüße vom Deich von einer nun sehr nachdenklichen
    Claudia

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  2. Schon allein das ein Kombi zur Verfügung gestellt wurde finde ich klasse. Hört sich wirklich nach einen klasse Buch an das mich auch interessieren würde. Den Titel werde ich mal rausschreiben und nach Ausschau halten.

    Schlimm schon früher ist es im Grunde teilweise ja leider heute noch so, da werden andersfarbige Menschen gleich anders behandelt, und die Farbigen sind teilweise ja immer noch in schlechterer Position als der "weisse Mann". Ich finde sowas einfach nur traurig, so wir doch alles Menschen, egal woher und wie wir aussehen. Frage mich immer welches Recht sich rausgenommen wurde bzw. wird. Hach, da könnte ich mich stundenlang drüber aufregen und diskutieren.

    Dir einen schönen Tag wünschend sende ich viele Grüsse

    N☼va

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  3. Hallo Eva,

    eine Geschichte, die zutiefst berührt.
    Ich habe das Büchlein: "Der Bus von Rosa Parks"
    gelesen.
    Hier wird sehr kindgerecht diese "Lektion in Zivilcourage"
    dargestellt und ist bei uns in den Schulen sehr bekannt.
    Das Buch für Erwachsene gibt es wirklich nur in englischer
    Sprache.
    Ich wünsche dir einen sonnigen Tag.
    Lg Sadie

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  4. Liebe Eva,
    danke für diese beeindruckende Lebensgeschichte...letztens sah ich den Film "Hidden Figures" auch sehr empfehlenswert zu diesem Thema.
    Lieben Gruß, Marita

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  5. Liebe Eva,
    jetzt habe ich eine Gänsehaut bekommen, allein schon beim Lesen der wahren Geschichte und den Bildern und den Erinnerungen, die das alles wachgerufen hat. Rassismus hat mich schon immer zutiefst verletzt und betroffen gemacht. Eine Schande für die Menschheit ist das und das Schlimmste ist, es scheint unausrottbar.
    Der Traum von Martin Luther King ist offenbar immer noch nicht Wirklichkeit geworden und zur Zeit sieht es nicht danach aus, dass es ein Ende gibt. Rassismus greift immer mehr um sich, es ist wirklich unbegreiflich!
    Lieben Gruß und Danke für diesen Beitrag ♥
    moni

    http://www.reflexionblog.de

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  6. Liebe Eva, vielen Dank für Dein Kommentar zu meinem Stuttgart-Beitrag und natürlich auch über die ausführliche Beschreibung der gezeigten Bilder. Uns hat Stuttgart sehr gut gefallen. Die Stadt bietet wirklich jede Menge, aber dafür ist selbst ein verlängertes Wochenende zu kurz. Dein Beitrag ist total interessant. Es ist schon schlimm, was so alles passiert ist.

    lg kathrin

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  7. Großartig, dass Du an sie erinnerst. Sie war eine ganz wichtige Frau auf dem langen Weg zur Gleichberechtigung und ich bin nicht sicher, ob dieser Weg zu Ende gegangen ist.
    LG
    Magdalena

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  8. Liebe Eva,

    hab Dank für diesen wunderbaren Post. Ich bin immer und immer wieder fassungslos, wenn ich darüber lese oder in einem Film sehe, wie noch heute mit den Schwarzen umgesprungen wird. Mit welchem Recht eigentlich? Diese Geschichte hat mich sehr berührt - ich werde mal nach dem Büchlein für Kinder schauen, da mein Englisch ganz furchtbar eingerostet ist.

    Liebe Grüße und hab einen schönen Abend ... Frauke

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