Reise von Dalaman über Istanbul nach Marmaris und wieder zurück nach Istanbul

Für die im Bericht befindlichen Bilder bitte ich um Entschuldigung, es sind alte Bilder und mit einem Foto gemacht worden, der nur Papierbilder macht. 
Sie wurden eingescannt, also die Qualität ist nicht so. Trotzdem zeige ich sie hier. Diese Reise ist ja nun schon 
22 Jahre her und trotzdem erinnere ich mich gerne an diese Reise, die doch einiges bot. 
Diesen Bericht hatte ich schon in meiner professionellen Website veröffentlicht und habe ihn nur kopiert. 

Die Seite habe ich aber schon vor Jahren aufgelöst, weil ich nicht mehr professionell tanze.



Attila im Bus 






Planmäßig flogen wir im September 1995 vom Flughafen Stuttgart mit der Condor nach Dalaman.
Bei der Ankunft (18.00 Uhr) in Dalaman wurden wir von unserem Busfahrer Bilal und unserem Reiseführer Attila recht herzlich begrüßt. Wir, das waren 15 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet, sollten nun also eine Woche miteinander durch die Türkei fahren.
Auf der Fahrt nach Mugla erzählte uns Attila schon einiges über sein Land. Dabei stellte sich heraus, dass in Stuttgart an der neuen Weinsteige aufgewachsen ist. 

Es war eine Reise, die von Studiosus Reisen angeboten wurde, mit wenig Teilnehmern und einem straff geplanten Programm, so wie ich es eben mag.
Ich sag ja immer, ausruhen kann ich zuhause. Dass die Reise mit diesem Angebot nicht so preiswert war ist wohl wahr, heute bekommt man Türkei Reisen nachgeworfen, allerdings nicht mit diesem Programm und den Informationen und Besichtigungen. 

Noch eines, ohne Reiseführer und ohne türkisch sprechende Begleitung würde ich nie durch die Türkei fahren. An unserem Bus brannte eine kleine Lampe nicht und schon stand die Polizei auf der Matte. Wie die Verhandlungen hier gelaufen sind, weiß ich nicht. Jedenfalls waren Bilal und Attila mit der Polizei im Gespräch!!!

Enschuldige die Schrift, ich habe - wie ich schon erwähnt habe - diesen Post von meiner damaligen Website übernommen und nur einiges Wenige ergänzt.  


Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt  kamen wir in Mugla im Hotel an, wo schon das Abendessen für uns serviert war. Nachdem wir uns in aller Eile etwas "frisch" gemacht hatten, gingen wir in den Speisesaal, wo eine türkische Feier stattfand. Da Attila und Bilal erst am nächsten Morgen wieder ins Hotel kommen wollten, hatten wir niemand, der uns erklären konnte, was hier vor sich ging.

Doch mit der Zeit konnten wir feststellen, dass hier ein Beschneidungsfest gefeiert wurde. Davon hatte ich bisher nur beiläufig gehört.

Es wurde getanzt und der kleine Junge, der beschnitten worden war,  über und über mit Goldkettchen und sonstigem Schmuck behängt. Natürlich haben wir etwas zaghaft noch, mitgetanzt, wurden aber freundlich aufgenommen und eingeladen. Wann ich ins Bett gegangen bin......., es war schon sehr spät.

Auf das Beschneidungsritual möchte ich hier nicht eingehen.  
Da neben dem Hotel eine Moschee war, wurden wir wieder sehr früh geweckt. 
Der Lautsprecher des Minarettes fing an zu sprechen:

Ich bin in einem islamischen Land und höre diesen Ruf gerne. Sonst gehe ich dort nicht hin. 

Hinfügen möchte ich noch, dass ein Muezzin eine wunderbare Stimme hat und auch gut singen kann. 



Das war auch recht, denn das Frühstück, Bilal und Attila warteten schon. Über Selcuk ging es nach Ephesos.



Ephesos, Celsus Bibliothek



 Kuretenstraße in Epheshos

Die großartige Ruinenstätte der antiken Weltstadt Ephesos liegt in der Nähe der Kleinstadt Selcuk. Im Altertum war die Stadt vor allem wegen des Artemistempels berühmt, der zu den sieben Weltwundern der Alten gezählt wurde. Heute gehören ihre Reste zu den großen und meistbesuchten Sehenswürdigkeit der Türkei. 


Ephesos ist überwältigend. Man glaubt/fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Hier wiegelte der Silberschmied Demetrios die Volksmassen gegen den Apostel Paulus auf. 
Es ist alles so wunderbar hergerichtet, dass man meinen könnte, Paulus käme geradewegs um die Ecke. Von den obersten Reihen des Theaters hat man einen prachtvollen Blick auf das Hafenviertel und die Ebene. Auf 66 Sitzreihen fanden 24 000 Zuschauer Platz.

Der Bau wurde von C.I. Aquilla zum Andenken an seinen Vater C.I. Celsus Polemaeanus, Gouverneur der Provinz Asia, errichtet und im Jahr 135 vollendet. Den einst zweistöckigen Bau betritt man über eine 25 m breite neunstufige Treppe, die in den ehemaligen Lesesaal führt. Die Fassade wurde von den österreichischen Archäologen wieder in alter Pracht aufgerichtet. Unterhalb der Rückwand liegt die Grabkammer mit dem Sarkophag des Celsus. 

Wenn man von der Straße von Selcuk nach Aydin nach zwei Kilometern rechts abbiegt, kommt man nach weiteren sieben Kilometern weiter, auf einer kurvenreichen Straße, die zum Ala Dag, dem alten Sonussos, führt, und schöne Blicke auf die griechische Insel Samos bietet, zum Marienhaus. Hinter dem Parkplatz befinden sich eine frühere Pilgerherberge, eine Polizeistation und ein kleines Restaurant. In einem bewaldeten Tal steht am Hang ein einfaches Steingebäude, das als Wohn- und Sterbehaus der Maria gilt. Es ist wohl eine byzantinische Kapelle aus dem 6. oder 7. Jahrhundert, die Grundmauern können zwar älter sein, sie stammt aber wahrscheinlich nicht aus dem 1. Jahrhundert.
Man wurde auf das zerfallene Gebäude aufmerksam, nachdem die stigmatisierte Nonne Katharina Emmerich (1774 - 1824) aus Dülmen in Westfalen Visionen vom Sterbeort der Maria hatte, die von dem Dichter Clemens von Brentano veröffentlicht wurden. Lazaristenmönche aus Izmir fanden dann im Jahr 1891 die Überreste des Gebäudes, das rekonstruiert wurde.

Total erschöpft nach soviel Kultur brachte uns unser Bus nach Kusadasi, wo wir uns allesamt in die Betten fallen ließen um uns erstmal ein bisschen für den Abend zu erholen. Der eine oder andere ließ es sich dann aber doch nicht nehmen, ein bisschen am Strand- bzw. Poolleben des Hotels (übrigens ein 5-Sterne-Hotel) teilzuhaben. Am Abend gab es dann ein typisches türkisches Fest, veranstaltet vom Hotel. Das Essen war vom Feinsten.

Am nächsten Tag ging es dann entlang der Küste nach Bergama (Pergamon).


Mit der Erforschung Pergamons begann der deutsche Ingenieur Carl Humann im Jahr 1878. Unter seiner Leitung wurden bis 1886 der Zeusaltar, der Athenatempel, das Trajaneum, die Theaterterrasse und der Obere Markt auf der Akropolis ausgegraben. Später kamen die übrigen archäologischen Zonen Pergamons ans Licht.
Die Einganghalle des Athenatempels ist übrigens im Pergamon-Museum in Berlin aufgestellt.
Der Pergamonaltar stand auf einem 36 mal 34 m großen Unterbau, der mit einem 120 m langen und 2,30 m hohen Relieffries geschmückt war. Auf der Museumsinsel in Berlin wurde eine eigene Halle, in der die Rekonstruktion des Altars zu sehen ist gebaut.

Vielleicht hast du diesen wunderbaren Altar schon einmal in Berlin gesehen? Ich habe ihn schon gesehen und war überwältigt, vor allem weil ich schon mal an der Stelle gestanden bin, an der dieser Altar einmal stand.  Falls du ihn noch nicht gesehen hast, dann mußt du das schnell nachholen. Meine Meinung!

https://de.wikipedia.org/wiki/Pergamonaltar


Über Edremit ging es nach Troja. Die durch Homers Epos Illias berühmt gewordene Ruinenstättte (türkisch Truva) liegt südlich der Mündung der Dardanellen ins Ägäische Meer und über dem Fluß Skamandros, der Kücük Menderes heißt, auf einem 5 m hohen Hügel.
Der reiche Kaufmann und Amateur-Archäologe Heinrich Schliemann konnte in mehreren Grabungskampagnen den Nachweis erbringen, dass der Hügel Hisarlik in mehreren Schichten aus stadtähnlichen Besiedelungen bestanden hatte. Als Schliemann in der Schicht II im Jahre 1873 den sogenannten "Goldschatz des Priamos" entdeckte, glaubte er, das Troja der Illias entdeckt zu haben.


Übernachtung in einem kleinen familiären Hotel in Canakkale, am Ufer der Dardanellen (im ersten Weltkrieg hart umkämpft). Das Meerengenabkommen von Montreux (1936) regelte die freie Durchfahrt für alle Handelsschiffe und für Kriegsschiffe der Uferstaaten des Schwarzen Meeres) feierten wir eine tolle Nacht mit dem Wirt des Hotel und etlichen Flaschen Raki.
Früh am Morgen ins Bett und früh am Morgen nach dem Frühstück Weiterfahrt Richtung ISTANBUL.
Diese Fahrt war eine wirkliche Schlafwagenfahrt. Wir waren so müde, dass uns Attila bei der Anfahrt auf Istanbul erst wecken musste. Einige bekamen selbst das nicht mit. Sie begriffen die Sache erst, als wir an unserem Hotel aussteigen sollten. Hier wollten wir also zwei Tage bleiben:
Byzanz / Konstantinopel / Istanbul: Fast 1600 Jahre lang diente es dem oströmisch-byzantinischen und danach dem türkisch-osmanischen Reich als Hauptstadt. Hier herrschten über 120 Kaiser und Sultane.
Über die  Brüstung des Galataturms gelehnt, genießt man eine traumhafte Aussicht auf die Riesenstadt. 
Es gibt in Istanbul etwa 3000 Moscheen. Davon müsste ein fleißiger Tourist wenigstens 30 besuchen. Das ist in zwei Tagen nicht möglich. Aber wenigstens das Wahrzeichen Istanbuls, die Sultan Ahmet Camii, "Blaue Moschee" erbaut von Mehmet Aga, sollte man besucht haben.


In herrlicher Lage über dem hohen Ufer des Marmarameers, der Hagia Sophia eindrucksvoll gegenübergestellt, spricht die Moschee Sultan Ahmets I. (1603 - 1617) von außen durch den überaus logischen Grundriss an, der die dreifach gestaffelten Kuppeln symmetrisch nach vier Seiten abfallen lässt. Der Eindruck großer Einheitlichkeit und Schlichtheit wiederholt sich im Innern. Vier mächtige Pfeiler tragen die Gurtbogen und die Zwickel der Hauptkuppel; sie stehen frei, allerdings auch etwas gedrungen in dem nahezu quadratischen Gebetsraum. Das abgestufte Blau und Weiß der über 20 000 Fayencefliesen aus Inznik sowie das Gold der Koranschriftbänder korrespondieren effektvoll mit dem tiefen Rot der Teppiche. Durch 260 überwiegend bunt verglaste Fenster in fünf Zonen ist der riesige Innenraum rundum belichtet; gleichwohl herrscht ein mystisches Dämmerlicht. Mit dem 1616 vollendeten Bau der "Blauen Moschee" war der Höhepunkt der osmanischen Architektur endgültig überschritten, eine Folge des Verfalls der Reichsmacht.




Über tausend Jahre lang war die Hagia Sophia, das gewaltigste und ehrwürdigste Gotteshaus der Christenheit,  Zeugnis der Verbindung der römischen Reichsidee mit der Vorstellung vom Gottesreich auf Erden.  Kaiser Justinian beauftragte den Mathematiker Amenthios von Ralles sowie den Statiker und Architekten Isidoros von Milet mit der Planung und Durchführung dieses Baues. Angesichts des Riesenbaues soll Justinian ausgerufen haben:

"Salomon, ich habe dich übertroffen!" 

Der entscheidende Eindruck beim Entritt durch die "Kaiserpforte" in den Hauptraum, der sich sogleich in voller Weise und Höhe bis zum Scheitel der riesigen Kuppel frei überschaubar darbietet, ist die Unmöglichkeit, ein eindeutiges Verhältnis zu den Dimensionen und eine gültige Bestimmung der Proportionen zu finden. Gemessen an den technischen Möglichkeiten, wie sie zur Erbauungszeit gegeben waren, ist es der wohl kühnste Innenraum, der je geschaffen wurde.
Die Hagia Sophia wurde in der Folge zu einer Moschee umgewandelt und erhielt vier Minarette. In ihrem Umfeld sind fünf türkische Sultane beigesetzt. Seit 1934 ist sie Museum. Seit 1950 hängen auch die Tafeln wieder, die Atatürk aus der Kirche entfernen ließ. Es sind die großen Medaillons, die in goldenen arabischen Schriftzeichen auf dunklem Grund die Namen Allahs, seine Propheten Mohammed und der ersten vier Kalifen des Islams zeigen. 
Das Hippodrom, von Septimius Serverus im Jahr 203 begonnen und durch Konstantin den Großen (324 - 337) beträchtlich erweitert, war ein Ort glanzvoll inszenierter Staatsfeierlichkeiten und pompöser Triumpfzüge. Neben Wagenrennen wurden hier auch Zirkusveranstaltungen und politische Versammlungen abgehalten, in denen sich die Machtkämpfe der "Blauen" und der "Grünen" Zirkuspartei entluden, etwa im Jahr 532, als während des Nika-Aufstands gegen Justinian 30 000 Gegner des Kaisers im Hippodrom eingeschlossen und niedergemetzelt wurden. 
Da ist zunächst ein ägyptischer Obelisk aus Karnak, der schon 1900 Jahre alt war, als man ihn am Fuß abschnitt und um 390 hier aufstellte. 
Das zweite Monument ist die Schlangensäule aus dem Apollontempel in Delphi, genauer gesagt der Überrest.
Der gemauerte Obelisk schließlich ist ebenfalls nicht mehr vollständig. Die Ritter des Vierten Kreuzzuges montierten im Jahr 1204 seine vergoldeten Bronzeplatten ab und schafften sie ebenso wie das berühmte vergoldete Bronze-Viergespann des Lysippos, das einst das Dach der Kaiserloge im Hippodrom zierte, nach Venedig; die vier antiken Rosse stehen seither über dem Westportal von San Marco.

Topkapi Serayi


Das Serail, dieser Inbegriff des Orients, war alles in einem:
Wohnsitz des Padischah und Nabel eines Weltreiches. Spielfeld ausgelassener Vergnügungen und Ort tödlicher Langeweile, religiöser Mittelpunkt des halben Erdkreises und Schauplatz unglaublicher Intrigen, Stätte grausamer Verbrechen und Wiege atemberaubender Karrieren. Hier lebten zu Zeiten 4000 - 5000 Menschen. Es war eine Stadt in der Stadt.
In den vier Räumen der weltberühmten Schatzkammer - hier befand sich ursprünglich wohl der erste Wohnsitz Sultan Mehments des Eroberers im Topkapi-Palast - sind die märchenhaft reichen Schätze ausgestellt, welche die osmanischen Sultane über Jahrhunderte angehäuft haben.
Sehenswert sind:
Waffen, Helme, Dolche und die für Mohammeds Grab in Medina bestimmten  Kerzenleuchter zu sehen, der berühmte "Topkapi-Dolch" mit den drei Smaragden am Griff sowie 12 großen 124 kleinen Diamanten, der in den sechziger Jahren durch einen Film zusätzlichen Weltruhm erlangte.
Über eine wunderschöne überdachte Terrasse mit einem herrlichen Blick über das Marmarameer und den Bosporus gelangt man zu einem Cafe, wo man eine Ruhepause einlegen kann.

Wenn das Serail das Herz des Reiches war, dann war der Harem das Herz des Serails. Es war eine Welt für sich, vom Rest des Palasts abgeschlossen, ein Labyrinth von Durchgangswegen, Zwischenhöfen, kleinen Gärten, Treppenfluchten und Räumlichkeiten aller Art - insgesamt wohl gut 300. Der Harem wurde nach genauen Regeln und mit äußerster Sorgfalt verwaltet
- und zwar keineswegs von einem Mann, sondern von einer Frau: der "Valide Sultan", der Mutter des regierenden Sultans. Meist war sie keine Türkin. Sie hatte einst den Harem als Sklavin betreten, womit ganz nebenbei festzustellen ist, dass jeder Sultan im Osmanischen Reich der Sohn einer Sklavin war.
 


In der Blauen Moschee, wir trugen kurze Hosen und mußten uns deshalb Tücher umbinden.  



Kaffeedunst und Sultansgunst


Die Kaffeezermonie in den Räumen der Sultansmutter, der Valide Sultan, entschied darüber, ob der Herrscher der aufwartenden Konkubine für die nächste Nacht seine Gunst erweisen würde. Hatte ihr Auftreten den allerhöchsten Beifall gefunden, so gratulierten die anderen Mädchen der also Begnadeten und begleiteten sie ins Bad, worauf sie in einem ausgedehnten Ritual gewasschen, parfümiert, angekleidet und mit Juwelen behängt wurde. Schließlich geleiteten alle die Auserwählte unter Musik und Gesängen bis vor den Schlafraum des Sultans. Dort ließ die Kandidatin ihre Freundinnen - oder Konkurrentinnen - zurück, trat allein in das Gemach des Sultans, warf sich vor ihm auf die Knie, küßte ihm die Füße und kroch in einer genau festgelegten Zermonie an seine Seite. Der Name des Mädchens und das Datum der Begegnung wurden in ein Buch eingetragen und der Vermerk vom Sultan am nächsten Tag abgezeichnet, damit die Legitimität einer eventuellen Geburt gesichert war. So hatte alles seine Ordnung. 

Wir haben diese Kaffee- bzw. Sultanszermonie in einer besonderen Atmosphäre genießen können, das Reisebüro Oft Reisen hat uns dies damals extra ermöglicht.
Begleitet wurden wir von einem Darabukka-Spieler. 
Leider gibt es Oft-Reisen nicht mehr, schade, der Billigtourismus hat sie leider überrollt, dafür hat man heute auch nicht mehr diese Qualität. Vielleicht bei Studiosus-Reisen. Da ist es auch noch von der Qualität sehr gut. 
  
In einem Hof des Topkapipalastes spielte die Janitscharenkapelle Militärmusik.

Wer die Janitscharen waren, wenn es dich interessiert schau:

https://de.wikipedia.org/wiki/Janitscharen 



Zu Mozarts Zeit war der Serail und das ganze Prozedere mit einem ganz besonderen Aura umgeben. In der Entführung aus dem Serail lässt Mozart einen Janitscharenchor singen. 




Der Ägyptische Basar, auch Gewürzbasar genannt. Hier umfängt einen eine wahrhaft orientalische Atmosphäre. Es locken verführerische Süßigkeiten und der Duft der Gewürze, pralle, offene Säcke mit Nüssen, Curry und Pfeffer, Paprika in verschiedenen Rottönen, knallgelber Safran, Rosinen, getrocknete Aprikosen und Datteln.
Auch ein Bummel durch den Großen Basar, er ist übrigens nicht nur eine der größten Touristenattraktionen Istanbuls, sondern zugleich eine Art Tresor. Allabendlich werden die 
17 eisernen Tore geschlossen und verriegelt, gehört selbstverständlich zum Pflichtprogramm jedes 
Istanbul-Besuches, und auch Einkaufen macht dort Spaß,

 vorausgesetzt, man wird nicht übers Ohr gehauen.


Seit eh und je ist Handeln im Orient eine Art Spiel und sollte Käufern wie Verkäufern Vergnügen bereiten. Es erfordert Zeit, Humor, Takt und auch Ehrlichkeit - auf beiden Seiten. Um den Preis einer bestimmten Ware zu feilschen, ohne sie wirklich kaufen zu wollen, gilt zum Beispiel als unhöflich. Eine Einladung zu einem Glas Tee nebst Plausch mit dem Ladenbesitzer kann man freilich ohne weiteres annehmen. Handeln beim Einkauf von Lebensmitteln sowie Artikeln mit Preisauszeichnung ist unangebracht. 
Es finden sich hier Stricksachen, Pumphosen, Hemden und Blusen, Kupfer- und Messingarbeiten, goldene Armreifen sowie  hervorragende Goldschmiede und Juweliere. 
Im Laden von Ali Baba machte auch ich Halt und kaufte dort mein erstes Bauchtanzkostüm. 

Es passt mir übrigens heute noch. Ich bin ganz froh drüber. Das sind aber auch alte Bilder. 





Das Nachtleben kam in Istanbul selbstverständlich nicht zu kurz. Attila entführte uns mit dem Dolmus (Großtaxi)  in den Galata Kulesi Nightclub: Er gilt als der beste - allerdings sehr teuere - Nachtclub mit der besten Bauchtanz-Show. Dazu der schöne Blick vom Galataturm auf die Lichter der Altstadt. 
Diese wunderschönen zwei Tage bzw. drei Nächte in Istanbul waren ach so schnell vorbei und wir fuhren über die gigantische Bosperusbrücke (1973 fertiggestellt zum fünfzigsten Jahrestag der Neugründung des türkischen Staates). In Yalova legten wir eine kurze Pause ein, um dort günstig Raki einzukaufen. Dabei gefiel uns dieser junge Mann.




Von Yalova aus fuhren wir direkt nach Bursa 
Die früher Brussa genannte Stadt, die heute 1,6 Millionen Einwohner hat, liegt

225 m hoch am Fuß des 2543 m hohen Ulu Dag. Trotz der Industrialisierung, vor allem in den Außenbezirken, besitzt Bursa noch viel vom Reiz der einstigen osmanischen Residenz. Die wegen der vielen Gärten und der überall emporragenden Pappeln und Zypressen "Yesil Bursa", die Grüne, genannte Stadt bietet mit winkligen Gassen, den Brücken über tiefen Schluchten und Friedhöfen so viel türkische Atmosphäre, wie man sie sonst in Anatolien kaum noch findet. 


Zu erwähnen sind hier


Beyazit-Moschee



Sie ist eines der ersten Beispiele frühosmanischer Moscheebauten mit einem Grundriss, der einem auf den Kopf gestellten T gleicht, und einer 
Külliye-Anlage, von der noch die Türbe des Sultans und die Medrese erhalten sind.




Grünes Mausoleum



In dem achteckigen, 25 m hohen Kuppelbau wurde Sultan Mehmet I. (1413 - 1421 beigesetzt. Die Außenwände waren einst völlig mit grünen Fayencen verkleidet. Durch eine geschnitzte Tür aus Zedernholz kommt man ins Innere, wo auf einem blauen Fayencesockel, der mit goldenen Schriftzeichen verzierte Sarkophag des Sultans steht, er trägt am Kopfende einen Turban. In den Sarkophagen an den Seiten sind Angehörige des Herrschers beigesetzt.
Die Wände sind bis zur Fensterhöhe mit Fayencen verkleidet, besonders prachtvoll ist der Mihrab geschmückt, er gleicht einem Gebetsteppich aus Fayencen mit symbolischen Darstellungen und den Blumen des Paradieses.
Zu erwähnen wären auch noch Daragöz und Hacivat die lustigen Burschen von Bursa
Als Sultan Orhan in Bursa die von ihm gestiftete Mosche bauen ließ, sollen ihm bei einer Inspektion auf der Baustelle zwei Arbeiter unangenehm aufgefallen sein, die mit Späßen, Streitgesprächen und Zoten die Kollegen von der Arbeit abhielten: der Schmied Karagöz, ein Zigeuner, und der Maurer Hacivat. Orhan ließ sie aufknüpfen, bereute aber bald seine Strenge. Scheich Küsteri, sein Vertrauter, soll daraufhin zwei Figuren aus Leder ausgeschnitten, um sie als bewegliche, von einem Spieler aufgeführte Schattenfiguren auf einer Leinwand wieder zum Leben zu erwecken. 
Forscher haben jedoch herausgefunden, dass das türkische Schattenspiel erst im 16. Jahrhundert aus Ägypten gekommen ist. Die Spieler drückten in den geschliffenen Dialogen oft Spott über Mitmenschen und Kritik an den herrschenden Zuständen aus.
Am nächsten Morgen brachen wir zum letzten Ziel unserer Rundreise auf. Über Eskisehir, Kütahya, Afyon kamen wir gegen Spätnachmittag in Pamukkale an.

Pamukkale/Hierapolis




Etwa 160 m hoch über dem Tal des Cürüksu (Faulwasser) des antike Lykos, eines Nebenflusses des Büyük Menderes, erhebt sich die Ruinenstätte von Hierapolis. Das Plateau aus Kalksinter wurde in Jahrtausenden von der Thermalquelle mit einem hohen Gehalt an Kalziumbikarbonat aufgebaut. An seinem Rand sind Terrassen und Wölbungen entstanden, flache Becken, die sich stufenförmig den Hang hinterziehen. Die weißen, manchmal auch rötlichen Gebilde haben der Örtlichkeit den türkischen Namen gegeben: Pamukkale kann man mit "Baumwollburg" oder "Watteburg" übersetzen. Die Thermalquelle hat noch heute eine Temperatur von 32 Grad, sie entspringt innerhalb eines Motels und speist auch die Schwimmecken der Hotels im Dorf Pamukkale Köy - in letzter Zeit sind deshalb viele Sinterbecken leer.
Am Abend wurde in unserem Hotel noch einmal ein großes Abschiedsfest mit Musik und Tanz bis in den frühen Morgen gefeiert, so dass wir am Morgen wieder vollkommen erschöpft in unseren Bus stiegen, der uns, von Bilal chauffiert, über Mugla nach Marmaris brachte,  für einige der Touristen eine Erholung erfolgte. 

Wir allerdings fuhren mit einem separten Fahrzeug wieder nach Instanbul zurück, wo wir uns dann erholten bzw. tanzten. 

Das alte Fischerdorf Marmaris, das 1958 von einem Erdbeben zerstört wurde, hat sich zu einem belebten Touristenort entwickelt. 
Marmaris und die beiden umliegenden Halbinseln Daracya und Resadiye bilden zusammen mit der großen Insel Rhodos den Abschluss der südlichen Ägäis, hier schließt sich im Osten das offene Mittelmeer an. 


Die Besichtigung einer Teppichmanufaktur war die letzte Station auf unserer Rundreise durch die Türkei.
Siehe weiter unten.









Nach dieser Woche fuhren wir wieder nach Istanbul zurück und blieben dort noch eine Woche. Ich besuchte im Stadtteil Taksim einen Bauchtanz-Workshop der berühmten Bauchtänzerin Nesrin Topkapi. 


Ich könnte ihr stundenlang zusehen. 


Wir haben damals eine Choreo auf den Titel von 
Baris Manco erarbeitet.

Ein tolles Lied, das höre ich heute noch gerne und ich bin und bleibe auch ein Fan von Baris Manco.

Lambaya püff de 


Lösch die Lampe aus, 

ein ganz persönliches Lied für mich. Der Hit 1971 in der Türkei 

Ich verstehe das Lied und ich kann es sogar in türkisch singen. Es sind so viele Erinnerungen damit verbunden. 





Dort habe bei Nesrin sehr viel gelernt, auch für meine professionelle Tätigkeit im Orientalischen Tanz, die ich doch immerhin etliche Jahre durchgeführt habe. 

Bauchtanz ist eine feine Sache und ich profitiere heute noch davon weich und beweglich sein zu können, da ist eine ganze Menge.

An einem Abend besuchten wir noch ein Konzert des Musikers Burhan Özal, der uns eine Darbietung gab. 
Burhan Özal emigrierte in früheren Jahren in die USA agierte aber immer wieder mal von Istanbul aus. Ich gehe hier aber nicht darauf ein.

Sein Album 

Sultan's Secret Door 

erschien erst im Jahr 1998 und beinhaltet wunderbare Musiktitel



Sein Titel "Roxelana" ist besonders schön. Hier


 habe ich schon mal über diese erstaunliche Frau berichtet, die den großen Sülemann den Prächtigen zum Mann hatte. 

Es ist viel zu lesen aber, wenn ich eine Reise angehe, dann will ich etwas sehen und auch etwas erleben und diese Reise in die Türkei war etwas ganz Besonderes. Land und vor allem Leute kennenzulernen, das war ein Erlebnis, das ich nie wieder vergessen werde und ich weiß auch, wie stolz die Türken auf ihr Land sind, aber ich ich bin stolz auf mein Land
Das alles war vor vielen Jahren aber ob ich nochmals in die Türkei gehe, ich denke eher nicht.





Kirsi auch für dich einen lieben Gruß!

Orientalischer Tanz bzw. Bauchtanz ist eine hohe Tanzkunst und um so tanzen zu können, das ist Arbeit. 
Man will seinem Pulikum ja auch etwas bieten, das dafür auch bezahlt aber es macht großen Spass und ist nicht nur ein - wie so oft gemeint - Hüftgewackele.

Das Publikum will etwas geboten haben und ist es nicht zufrieden, wirst du nie wieder engagiert. Das ist wirklich so. 

  

Das Bild habe ich vor ca. 2 Jahren gemacht mit eben diesem Kostüm.

Es passt noch! Freu!


 










 

 

Kommentare

  1. Bei mir ist mein erster Türkeiurlaub auch fast 25 Jahr her und auch ich habe diese Sehenswürdigkeiten mit einer Reisegruppe unternommen. Wäre mir ansonsten auch zu riskant gewesen, schon alleine wegen der Art und Weise wie sie dort gefahren sind. Beim zeiten Mal war die Zeit der Urlauber aus Russland und die waren nicht gerade sehr beliebt, auch bei den Einheimischen nicht. Wirklich reizen würde es mich heute allerdings nicht mehr, und ich glaube der Tourismus wird dort wohl auch einbrechen.

    Schönen Tag noch und viele Grüsse

    N☼va

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  2. Da bin ich ganz bei dir liebe Eva.wenn ich in Urlaub gehe,will ich was sehen,erleben.zum faul am Strand rumliegen bin ich nicht geschaffen.ein interessanter Reisebericht denn du uns heute präsentierst. In Zeiten wie diesen würde ich persönlich da jetzt nicht mehr hin reisen wollen.
    Dir wünsche ich einen feinen Tag ich werde mich in die Arbeit stürzen,hilft ja alles nix,denn von nix kommt nix :)
    Herzlichst Anna

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    1. Neee
      von nix komm nix in jeglicher Hinsicht :-))).

      Ich würde auch nie wieder in ein islamisches Land reisen, das gilbt aber auch für asiatische Länder, ich war in
      China und habe mein Fett abbekommen. Ist nichts so für mich.

      Immer nur lächeln, aber .............!!!!

      Lieben GRuß Eva

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  3. Liebe Eva,
    zuerst vielen Dank für Deinen Gruß!
    Ganz intensiv war ich eben mit bei Dir auf Rundreise und musste doch so an meine denken. Nach unserer Busrundreise haben wir noch eine Woche in Side verbracht. Von dort sind wir dann mit dem Dolmus auf eigene Faust los und haben die Gegend erkundet. Heute würde ich das wohl auch nicht mehr machen, schade eigentlich, das Land hat mich wirklich begeistert.
    Eine echte Bauchtanzaufführung haben wir auch erlebt und nein es ist so viel mehr als Hüftgewackel (toller Ausdruck). Alleine diese anmutigen, schnellen und zum Teil stakkatohaften Bewegungen - einfach faszinierend.
    Dich hätte ich auch gerne mal gesehen :) so wie Du ausschaust in dem Kostüm, toll!
    Stammt es aus der Türkei? Hattest Du den Bauchtanzkurs vor Ort oder hier vor Reiseantritt gebucht?

    So ein schöner Post, einige gleiche Erinnerungen und doch dann wieder ganz andere!

    Liebe Grüße sendet Dir
    Kirsi

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    1. Liebe Kirsi,
      für ganz private Zwecke tanze ich noch und immer wieder mache ich einen Wochenendworkshop an der Tanz- und Theaterwerkstatt in Ludwigsburg, das hält beweglich und tut auch sehr gut.

      Den Kurs bei Nesrin habe ich privat vorher gebucht, den Aufenthalt im Hotel allerdings über das Reisebüro.

      Meine Bauchtanzkostüme habe ich mir immer selbst geschneidert und die BHs dazu auch, also das geht ganz gut.

      Hier habe ich ja auch mal einen Bericht geschrieben.

      http://rundumludwigsburg.blogspot.de/2015/07/der-orientalische-tanz.html#more


      Hüftgewackele deshalb, weil viele Menschen meinen es gehört nicht viel dazu die einzelnen Körperteile einzeln zu bewegen, das ist aber wie bei einer Marionette und es bedarf viel Zeit und Übung und in der Regel auch bei begabten Menschen bis zu 5- 6 Monate bis zu dein Becken einigermaßen isoliert bewegen kannst.

      Dazu noch die anderen Körperteile isolieren, eine Choreo dazu und dann noch im Takt, das kostet Zeit und viel Geduld.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Vielleicht kommst du ja mal nach Holzgerlingen, dann können wir ja was machen .-)))
      Dort finden immer wieder ganz tolle orientalische Nächte statt.

      Lieben Gruß Eva

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    3. Selbst geschneidert - toll! Tja mit der Geduld ist das bei mir so ein Problem, mein Mann meint da könnte ich ein wenig mehr von gebrauchen (lach).
      Aber wenn ich es wirklich mal schaffe mit ein bisschen Zeit, dann gehe ich gerne mit zu einem orientalischen Abend. Hier in unserer Gegend finden solche Abende nicht allzu oft statt.
      Nun lese ich noch den anderen Post, lieben Gruß
      Kirsi

      Löschen
  4. Hallo Eva,
    ich war auch schon unzählige Male in der Türkei, allerdings immer nur zum Badeurlaub, meistens bleibt da nur Zeit für einen Ausflug in die Umgebung. Eigentlich möchten wir auch dieses Jahr im September wieder dort hinfahren...
    Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, die Tanzkostüme stehen Dir wirklich prima!
    LG Heidi

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  5. Ein toller Bericht. Das Lied von Baris Manco gefällt mir. Er Mann hat eine wahnsinns Stimme.
    Liebe Grüße
    Katala

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  6. Überall dort, wo Du warst, war auch ich etliche Male. Dein Post war eine Art Reise in meine Vergangenheit. Vielen Dank dafür, liebe Eva!

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  7. wow
    ein beeindruckender Bericht
    ich habe ihn auch von vorne bis hinten gelesen ;)
    in deinem Kostüm siehst du wirklich toll aus..
    und es ist auch bemerkenswert dass es dir noch passt und dass du noch tanzen kannst..

    viele der Städte die du besucht hast verbinde ich eigentlich nicht mit der Türkei sondern mit Griechenland.. ;)

    ihr habt wirklich viel gesehen .. so mochte ich meinen Urlaub auch..
    nur im Liegestuhl liegen war nichts für mich ;)

    schön dass du uns mitgenommen hast
    denn ich werde die Türkei wohl nie sehen.. jetzt erst recht nicht..

    liebe Grüße
    Rosi

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