Neckarbiotop Zugwiesen

Am Sonntag waren wir nach langer Zeit mal wieder am Neckarbiotop Zugwiesen bei 
Ludwigsburg Hoheneck bzw.  der Neckarstaustufe Poppenweiler




Von 1989 bis 2013 dauerten Planung und Umsetzung eine Projektes, das 8 Millionen Euro kostete. 
Rund die Hälfte steuerte die Stadt Ludwigsburg durch Mittel aus ihrem Ökokonto ein.
Rund 2,8 Millionen Euro kamen vom Wasser und Schifffahrtsverband. Denn der Neckar gehört als Fluss dem Bund und dieser muß sich auch um die Instandhaltung der "Bundesschifffahrtsstraße" kümmern.



Durch die Zusammenarbeit von Stadt und Bund, sowie durch Unterstützung des Verbands Region Stuttgart, des Landesumweltministerium und anderer Einrichtungen und Firmen konnte so ein großes Gebiet angelegt werden. 



Damit das alles gut klappt, hat die Stadt Ludwigsburg eine Schutzgebietverordnung erlassen. 
Sie regelt so, was erlaubt ist und was nicht - immer nach dem Motto 

"Vernünftige Menschen verhalten sich so, den übrigen wird es vorgeschrieben."



Leider verhalten sich viele Menschen nicht so. Es ist nicht erlaubt, die Wege zu verlassen, so tollen Kinder in den Wiesen herum, verjagen Wildgänse und die Eltern stehen dabei und freuen sich.
Ferner liegen haufenweise Säckchen mit Hundekot herum. 

Hier muß ich sagen, Hundekacke geht in die Natur über, aber so ein Plastiksack, der braucht sehr lange, bis er sich abbaut. Ich frage mich dann, was sind das für Menschen. 
Ich kann dir sagen, erwische ich einen Hundehalter, der seine Hundekacke nicht wegmacht, der ist dran und wenn er dann noch den Plastiksack nicht mitnimmt, dann ist er noch näher dran und Hunde gehören nun mal in so einem Gebiet an die Leine. 

Was denke diese Menschen nur?




Dieser Grünzug am Neckar ist einmalig, durchzogen von kleinen mäandernden Flüsschen, kann man sich doch stundenlang  dort aufhalten und immer wieder neues erleben. 



Ich dachte das Strochennest am Turm ist wieder besetzt, wie alle Jahre, doch leider nicht. Mal warten, vielleicht im Sommer, da ist es dort noch schöner. 



Das Wetter war leider sehr stürmisch und es war mit 12 Grad so durchwachsen in der Temperatur.



Ich habe gestern mit Bekannten gesprochen, die hier am Ort wohnen und dieses Gebiet nicht kennen, aber schon weit in der Welt gereist sind. Ich dachte da an Annas Kommentar, sie hat da geschrieben:
"Warum in die Ferne reisen, wenn das Gute doch so nah" 



Ja, das Gute liegt hier sehr nah und es ist auch ganz leicht, entweder mit dem Auto oder dem Fahrrad zu erreichen. Man kann auch eine Wanderung dorthin machen, das werden dann aber so ca. mit allem drum und dran so etwa 30 bis 40 Kilometer werden. Schaffen kann man das durchaus an einem Tag, unterwegs kann man einkehren und wer nicht mehr gehen kann, kann mit Bus und Bahn die Heimat wieder erreichen. 



Mit dem Rad ist es absolut kein Problem. 



Begleitet wird man immer wieder von der hoch gelegenen evangelischen Kirche St. Georg in Poppenweiler und auch die Staustufe Poppenweiler kann man überqueren. Die St. Georg Kirche ist mit noch ein Begriff. Vor vielen Jahren wollte dort eine Kollegin heiraten. Alles war geplant und zwei Tage vor der Hochzeit sagte sie alles ab und verschwand für vier Wochen. Das war damals ein Schock für alle Beteiligten. 









Im Zugwiesen gibt es Wildgänse, Schwäne und auch Nilgänse. Die nisten aber weiter oben und da ich mich an Verordnungen halte, bin ich auch nie vom Weg abgekommen. Es reizt, weil man schon ein schönes Foto machen möchte. Es ist nun mal so und ich möchte auch nicht mit Jemand in Streit geraten. Ich habe mich über die Eltern sehr aufgeregt, aber naja, wenn es schon die Großen nicht lernen, wie sollen es die Kleinen dann verstehen. 

Ich weiß überall auf den Blogs schießen die Schneeglöckchen, Krokusse und und und aus dem Boden, nun auch bei mir. Es ist aber auch eine Freude, zu sehen, wie alles nach oben drängt. 







Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters.

(Khalil Gibran, 1883-1931)




Als Fluß hat der Neckar viele Veränderungen mitgemacht, da er in einer von Menschen geprägten Landschaft liegt. 

Neckar kommt aus dem keltischen und bedeutet soviel wie 
"wildes Wasser".  

Dem Neckar wurde möglichst viel von seiner Hochwassergefahr genommen und wurde als Transportweg im 20. Jahrhundert konsequent zwischen betonierte Ufer gefasst und durch Staufstufen reguliert, dass er beschiffbar ist.   
Hochwasserschutz und moderner Schiffsverkehr lassen sich mit ökokologisch hochwertigem Fluss- und Uferbau erreichen, das zeigt das Großprojekt "Neckarbiotop Zugwiesen". 

Im Neckarbiotop Zugwiesen bekommt man weitreichende Einblick in das Leben von Pflanzen und Tieren an Fluss und Bach. Die landschaftliche Schönheit des plötzlich breit fließenden Neckars zu Füßen der markanten Steilhänge bis zu den Details im Wasser und am Ufer des Zugwiesenbaches (dieser verbindet den Neckar oberhalb und unterhalb der Staufstufe Poppenweiler) so dass Wassertiere beider Bereiche als Lebensraum nutzen können.

Es gibt viel zu entdecken, denn wo das Wasser schnell oder langsam fließt oder gar steht, da siedeln sich vielfältige Lebensformen an.

Ich muß sagen, wir haben hier eine Menge von interessanten Naturschutzgebieten und ich bin wieder einmal froh, hier leben zu können.

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah."





Interessant war das Liebesverhältnis eines noch nicht ausgewachsenen Höckerschwans mit einer Wildgans. Das Geschlecht konnte ich nicht feststellen und verlassen wollte ich die Wege auch wieder nicht, denn sonst hätte ich das Liebesgeplänkel fotografieren können. Die andere Wildgans war von dem ganzen Vorgang absolut nicht begeistert.



 Ich bin mir sehr sicher, dass ich dir noch mehr von diesem wunderbaren Gebiet erzählen werde, wie von einem ganz anderen Naturschutzgebiet, das ebenfalls aber in Richtung Pleidelsheim am Neckar liegt.




Kommentare

  1. Gm liebe Eva,wieder ein sehr interessanter Post.du schreibst was sich die Menschen dabei denken ? Na nix liegt doch auf der Hand. Unsere Bauern haben Schilder aufgestellt mit der Inschrift: hier beginnt die Salatschüssel meiner Kühe u nicht das Klo ihres Hundes! Mit Anzeigen usw muss man rechnen.... kümmert das die Hundehalter>Nein! Mich regt solche Gleichgültigkeit dermaßen auf ! Was die wohl sagen wurden wenn ihnen jemand in den Salat schei...!?!?!in der Stadt dasselbe...aber gut,gegen die Bequemlichkeit und "das ist mir wurscht- Gefühl" ist halt noch kein Kraut gewachsen!ich bin gespannt was du noch über dieses tolle Gebiet erzählen wirst.
    Wünsche dir einen feinen Tag mit herzlichen Grüßen Anna

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  2. Liebe Eva,
    Es ist einfach nur traurig, dass es unzählige Verordnungen
    geben muss, weil die Menschen unfähig sind, sich "naturgemäß"
    zu verhalten. Dabei ist es fünf vor zwölf, dass auch unsere
    Kinder und Enkelkinder die Möglichkeit haben in einer halbwegs
    intakten Natur aufzuwachsen. Manche denken leider nicht von A nach
    B, egal hinter mir die Sintflut, das ist das Motto.
    Tolle Bilder hast du mitgebracht, die rostige Schönheit
    mit der der Aufschrift "Landschaftspark"
    gefällt mir sehr.
    Lg und einen sonnigen Tag.
    Sadie

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  3. Einen wunderbaren Ort hast du da besucht, schöne Bilder hast du mitgebracht. Naturschutzgebiete sind wichtiger denn je in der heutigen Zeit...Hab noch eine schöne Restwoche! LG Lotta.

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  4. Schön wie du den Frühling eingefangen hast. Den Streckenabschnitt des Neckars kenne ich und war schon öfters dort.
    L G Pia

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    1. Liebe Eva,
      Danke für diesen tollen Beitrag und herrlichen Bilder dazu. Naturschutzgebiete werden von vielen Menschen völlig missinterpretiert.
      Sie denken nur, dass Ver-und-Ge-bote nur dazu da sind, ihnen das Leben schwer zu machen. Den tieferen Sinn, haben sie noch gar nicht
      verstanden ;-((
      Ich finde, dass bei Euch (D) wesentlich mehr in dieser heiklen Sache unternommen wird, als bei uns.

      Als Hundebesitzerin ärgere ich mich JEDEN Tag über die "hirnlosen" Personen am anderen Ende der Hundeleine. Selbst neben dem
      Hundekotautomaten und Mistkorb finden sie es nicht der Mühe wert, die Produkte ihrer "Lieblinge" zu entsorgen.
      Zum Kot.... ist das. ;-((


      Ich wünsche Dir einen feinen Tag und liebe Grüße
      Elisabetta

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  5. Ja, ich kann solche Verhalten auch nicht verstehen und es ist im Grunde traurig das es überhaupt solche Schilder geben muss. Könnte darum wetten das sich diese Eltern dann aber aufregen wenn es um andere Menschen geht. Im letzten Jahr habe ich ganz laut etwas zu Touristen gesagt weil die Kinder meinten die Pfaue im Monasterio jagen zu müssen...da kann ich dann nicht an mich halten.

    Hundekot nicht aufsammeln/mitnehmen ist hier nun auch schon in einigen Städten mit einer Geldbuße belegt. Finde ich vollkommen in Ordnung. Sollte sich die Stadt eventuell mal überlegen ob sie nicht Privatpersonen die öfters dort vor Ort sind als Ordnungshüter einsetzen.

    Ein interessanter Post und tolle Bilder. Danke dass du uns auf dem Spaziergang mitgenommen hast.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  6. Liebe Eva,
    auf Deine Frage was die denken "Nichts" kann ich dazu nur sagen. Ich staune auch manchmal wie sich manche so benehmen, ob Eltern, Kinder oder Hundeleute (bin ja selber einer). Ich spreche die Leute auch an, ob wegen der Hinterlassenschaften oder der jetzt bald beginnenden Leinenpflicht, man bekommt oft "oh gar nicht dran gedacht" aber manche werden doch pampig, da bin ich froh über den Schnauzer an meiner Seite ;-)
    Vielen Dank für den schönen Rundgang, am Neckar ging ich auch schon spazieren (bei Ulm) vor vielen Jahren, war mein erster Urlaub mit Falk.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  7. Leider werden die Menschen, die keine Acht für die Natur haben immer in Mehrheit sein, als Meschen, die die haben.
    Deine Krokussen- und Gänse-, Schwanbilder sind sehr gut gelungen.
    Liebe Grüße

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  8. Liebe Eva,
    was für ein toller Bericht! So viel Wissenswertes und so herrliche Fotos. Da möchte man eigentlich sofort selbst mal vor Ort sein. Ich staune, ihr habt schon richtig feine Weidenkätzchen. Ich liege noch auf der Lauer....
    lieben Gruß
    moni

    http://www.reflexionblog.de

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  9. Liebe Eva
    In einem Biotop sind wir nun mal nur geduldete Besucher. Aber scheinbar haben viele Menschen vergessen, dass in diesem geschützten Gebiet Tiere und Pflanzen an erster Stelle stehen. Die Natur braucht uns nicht, wir aber brauchen die Natur.
    Ganz tolle Bilder hast du von deinem Ausflug mitgebracht. Danke für's mitnehmen.
    Liebe Grüsse
    Barbara

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  10. Hallo Eva,
    kannst du Dir vorstellen, das vor Zeiten ein Neckararm durch die Griesheimer Dünen geflossen ist?
    Ja, ein Flüsschen und wenn es auch nur ein ganz kleiner Bachlauf wäre,
    der würde mir in der hiesigen Dünenlandschaft gut gefallen.
    Ganz bestimmt ist dieses Neckarbiotop Zugwiesen ein wunderbarer Ort, an dem ich mich wohlfühlen würde?
    LG Heidi

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  11. Liebe Eva,
    nun bin ich wieder hier, weil es das erste Mal zum Schreiben nicht gereicht hat!!!
    Danke dir für deinen schönen Ausflug ins Neckarbiotop Zugwiesen...
    Mei es gibt so viel schöne Plätze auf dieser Welt und in unserem Land,
    die man noch nicht gesehen hat und noch nicht kennt.
    Ich danke dir, dass du mir deine Schritte und deine Augen schenkst,
    die Monika*

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