Rösli Näf, Porträt einer Unbeugsamen


Vor einiger Zeit war ich mal wieder im Frauenkreis, bei dem alle 4 Wochen ein Jour fixe stattfindet, bei dem bestimmte Bücher vorgestellt werden.






Vorgestellt wurde auch das Buch 


Am Leben

von Franziska Greising.


Franziska Greising hat hier ein wunderbares, eindringliches Porträt dieser unbeugsamen Frau geschrieben. Einer loyalen Mitarbeiterin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), 
die sich nicht mehr in der Lage sieht, die Vorschriften zu beachten und so ihre Schützlinge rettet.

Der Roman ist sehr gut und spannend zu lesen und machmal macht das auch sehr traurig. Es zeigt die Unterschrockenheit von Rösli Näf, einer Glarnerin, die später die Auszeichnung

"Gerechte unter den Völkern" 
in Yad Vashem verliehen bekommen hat.




Die Autorin Franziska Greising ist 1943 in Luxern geboren, Autorin und langjährige Dozentin am MAZ. Sie schreibt Prosa, Gedichte und Theaterstücke. Ihre Arbeiten wurde mehrfach ausgezeichnet.

Ich habe mir das Buch gleich bestellt und besitze es nun. Es kostet 36 Euro, ist gebunden und überall im Buchhandel erhältlich.

Wer auch hier immer bei mir liest, weiß, dass ich in der Regel nur Biografien lese und wieder bin ich froh, hier eine wundervolle Frau kennengelernt zu haben, die man gar nicht kennt. Schade, denn sie hat außerordentliches geleistet und nicht umsonst hat sie den Titel: 

Gerechter unter den Völkern ist ein in Israel nach der Staatsgründung 1948 eingeführter Ehrentitel für nichtjüdische Einzelpersonen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben eingesetzt haben, um Juden vor der Ermordung zu retten.



Der Ausdruck stammt aus alter Tradition des Judentums und man findet im Talmud den Satz.

"Die Gerechten der Welt haben einen Platz in der kommenden Welt. "


Rösli Näf wird 1911 in Glarus geboren. Zusammen mit ihren drei Geschwistern wuchs sie in der Stadt Glarus auf, wo sie die Primar- und Sekundarschule besuchte. Sie arbeitete als Dienstmädchen in Genf und Lugano um Fremdspachen zu lernen und ging dann zwei Jahre nach England. In Davos bereitete sie sich auf den Beruf der Krankenschwester vor, in Zürich machte sie ihren Abschluß als Krankenschwester. Von 1937 bis 1939 arbeitete sie bei  Albert Schweitzer in Lambarene.



Das Bild ist aus der  Quelle:  


Im Süden Frankreichs leben 1940 bis 1944 hundert jüdische Kinder kommend aus Deutschland und Österreich in einem alten Landschloß.

Rose ist 30 Jahre alt, tritt ihre neue Stelle  an und übernimmt die Leitung des Hauses. Sie bietet des Kindern in dieser Zone, die noch unbesetzt ist, Sicherheit und Schutz. Kurze Zeit später beschließt das SRK die Zusammenarbeit mit Rose.

Als der Süden Frankreichs auch durch Nazideutschland besetzt wird, nimmt die Bedrohung zu.
Die älteren Jugendlichen werden eines Morgens in ein Lager verschleppt. Die offizielle Schweiz und das Rote Kreuz kommen Rose nicht zu Hilfe.

Rose hilft vielen jüdischen Kindern und Jugendlichen bei der Flucht und setzt sich so über die Vorschriften hinweg.  
Rose Näf wurde daraufhin 1943 vom SRK in die Schweiz zurückversetzt. 

1953 bis 1954 arbeitete sie wieder in Lambarene und kehrte 1987 wieder ins Glarner Land zurück.
Sie kümmerte sich bis zu ihrem Tode um betagte und kranke Menschen.



Ich schicke den Post heute zu Frollein Pfau und zu Niwibo
 weil es ein sehr gutes Buch ist und man doch mehr über diese großartige Frau erfahren kann. 
Es lohnt sich!
















Kommentare

  1. Auch einige Biografien im Bücherregal gibt es dort aber von-bis zu lesen. So ein Buch wäre mir am Strand oder Pool doch zu "schwere Kost". Ist bei mir eh meist "Stimmungsabhängig" welches Genre ich wann lese, so wie auch mit Musik.

    Wünsche dir einen schönen Tag und sende viele Grüsse
    N☼va

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es kommt halt immer drauf an, ich könnte es auch am Pool oder Strand lesen.
      Es ist gut geschrieben aber leichte Unterhaltung ist es tatsächlich nicht.

      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  2. Liebe Eva,
    da hast Du gestern nicht zuviel versprochen, das Buch ist ganz sicher sehr interessant und wichtig - ich denke, ich werde es mir auch kaufen. Obwohl solche Literatur oft schon bedrückend ist.
    Kürzlich habe ich wieder ein Buch zur Hand genommen, das ich mir vor einigen Jahren gekauft haben: "Gestohlene Seelen". (https://www.amazon.de/Gestohlene-Seelen-Verdingkinder-Lotty-Wohlwend/dp/3719313654) Das schaffe ich nie in einem Mal durchzulesen, weil es einfach zu schlimm ist. Aber dennoch sollte man sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass es noch gar nicht allzu lange her ist, seit so schlimme Dinge passiert sind... Auch wenn man es kaum glauben kann.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
    Liebe Grüsse,
    Nadia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schlimme Dinge sind nicht nur bei uns hier in Deutschland passiert, wenn man bedenkt, wie sich die Schweiz hier verhalten hat???

      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  3. Deine Beschreibung klingt nach einer interessanten und willensstarken Frau. Nicht nur die Tatsache, dass sie sich über Regeln hinweggesetzt hat, um Leben zu retten, sondern schon allein ihr Berufsweg inklusive der Zeit im Ausland. Und ich finde Bücher spannend, die sich aus einer ungewohnten Perspektive mit Geschichte auseinandersetzen. Der Titel kommt gleich mal auf meine Bibliotheksliste (zum Glück ist das Buch in der hiesigen Bücherei vorhanden).

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Eva
    Eine schlimme Zeit und doch gab es immer wieder unerschrockene Menschen die geholfen haben und ihre eigene Existenz auf Spiel gesetzt haben. Wie auch Paul Grüninger, der erst 1993 rehabilitiert wurde. Ein Schandfleck für die Schweiz. Doch erleben wir in der heutigen Zeit nicht fast eine Déjà-vu mit der heutigen Flüchtlingskrise?
    Das Buch werde ich auf jeden Fall noch lesen - danke für den Tipp.
    Liebe Grüsse
    Barbara

    AntwortenLöschen
  5. Das ist ein wunderbarer Hinweis, dass Menschlichkeit auch in schlimmster Zeit möglich ist. Und das Alles f das Herz hören eine Option ist.
    Danke fürs aufmerksam Machen!
    GLG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  6. Vielen Dank, dass du mir Rösli Näf näher gebracht hast. Ich bin zwar Schweizerin, aber Rösli kannte ich nicht. Wenn man weiss, was sie alles geleistet hat, unverständlich.
    lg Gabriele ☼

    AntwortenLöschen
  7. "Die Gerechten der Welt haben einen Platz in der kommenden Welt".

    Ja, so ist es: Egal wie schlimm manchmal die Lage auch sein mag und welche Diktatoren uns beherrschen,
    es wird immer - und immer wieder - Menschen geben, die mit ihrer Menschlichkeit & Nächstenliebe unser
    Dasein lebenswert machen.

    Lieben Gruß
    Gerda


    AntwortenLöschen
  8. so ein Buch macht Mut..
    es zeigt dass es immer möglich ist dem eigenen Gewissen zu folgen..
    traurig nur dass manche anscheinend keines haben..
    auch die Regierungen in damaliger Zeit haben viel Schuld auf sich geladen..
    darum bin ich Frau Merkel dankbar für die Aufnahme der gestrandeten Flüchlinge..
    sicher werden das auch erst spätere Generationen würdigen..
    auch wenn jetzt wieder zurück gerudert wird..
    was in gewissem Maße wohl auch richtig ist ..
    es könnte noch viel mehr auch vor Ort getan werden..
    auch entschiedener gegenüber autoritären Staaten aufgetreten werden..
    doch auch der Einzelne ist immer wieder gefragt..

    danke fürs Vorstellen
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
  9. Welcome to Bloggers Over 50!
    I've added your beautiful blog... Please add the Blogging Over 50 link box from my
    blogroll so others can join in on the fun!
    Thank You (Danke)
    Donna

    AntwortenLöschen
  10. Eine starke Frau von der ich, bisher, noch nie gehört hatte.
    Traurig, nicht wahr. Man sollte viel mehr solche Menschen ein wenig in der Berichterstattung in den Medien berücksichtigen.

    Liebe Grüße
    Björn - von alltagserinnerungen.de :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sie ist nicht so bekannt Björn und ich wurde auch nur auf sie aufmerksam, weil das Buch geschrieben wurde.
      Es gibt aber noch mehr solche Menschen, die man wirklich nicht kennt, aber das kommt dann so nach und nach.

      Neulich habe ich im Staatsarchiv in Ludwigsburg wieder so eine Frau entdeckt.

      Mit lieben Grüßen Eva

      Löschen
  11. Liebe Eva,
    danke für diesn post über eine bewundernswerte Frau ! Ich kannte sie auch nicht, habe aber mit großem Interesse Deine erläuterungen gelesen!
    Ich bin sicher, es gibt noch mehr Menschen, wie sie ....oft bleiben sie unerkannt ,und das ist schade ...
    Hab einen schönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Eva,
    ich habe gerade erst Deinen Bericht gelesen. Das Buch werde ich mir jedenfalls besorgen. Danke für den Hinweis.
    LG
    Magdalena

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Eva,
    das hört sich wirklich nach einem sehr guten Buch an.
    Wie toll, als Dienstmädchen in die anderen Teile der Schweiz zu gehen, um dort die Sprache zu lernen.
    Eine wirklich interessante Frau. Besonders um die Zeit mit Albert Schweitzer beneide ich sie.
    Dir Danke fürs Verlinken, liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar, das freut mich sehr.
Sei bitte nicht böse, wenn dein Kommentar nicht gleich freigeschaltet wird.
Sobald ich das kann, werde ich es tun und ich komme mit Sicherheit auch bei dir vorbei.

Allerdings behalte ich mir auch vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen.
Lieben Gruß Eva








Hier schau ich gerne rein.