Der Stoff aus dem die Träume sind!





Mein Zitat im Bild heute. Ein Zitat aus Shakespeares 
Schauspiel "Der Sturm". Ich finde es passt mit dem Bild und der Stimmung genau zum Zitat. "Der Sturm" handelt vom Zauberer Prospero und seine Tochter Miranda und war auch mal ein Bestseller und Film von 
Johannes Mario Simmel 

"Der Stoff aus dem die Träume sind" 

 Nova "Zitat im Bild"



 

Es war bis zum Donnerstagabend eine recht gute Woche, ich hatte recht viel erledigt. Der Sturm draußen fing an heftig zu werden und zog ums Haus, heute denke ich, der Sturm kam nicht von ungefähr. Ich weiß es nicht. Jedenfalls stürmte es die ganze Nacht.

Gegen 2.30 Uhr am Freitagmorgen dem 13.1. klingelte es "Sturm" an meiner Wohnungseingangstür und es wurde recht heftig an der Tür geklopft.
Ich schreckte auf und dachte ich träume! Ich träumte aber nicht:  Es war meine Nachbarin aus einem der oberen Stockwerke.

Sie rief und rief: "Vinzenze ist nicht da, die Wohnung ist voll mit Blut. Ich ging mit hinauf und sah das alles. 
Es war nicht schön.

Bevor ich weiter schreibe, ich kenne dieses Paar nun schon über Jahre. Der Kontakt war mal weniger, mal stärker. Stärker wurde er aber erst in den letzten beiden Jahren, da meine Nachbarin überhaupt keine Angehörigen mehr hat und ihre beste Freundin vor drei Jahren gestorben ist.
Vinzenze (ihr Lebenspartner mit dem sie nun schon über 40 Jahre zusammen ist)  war sehr krank. Zwei verschiedene Krebsarten im Endstadium. Zuletzt habe ich ihn am Donnerstagabend gesehen, da ware er aber ganz guter Dinge.

Ich zögerte nicht und rief 110 die Polizei und schilderte den Vorgang. Mich wunderte heute noch, dass ich so ruhig war und dass ich noch die fünf Ws beachten muß.

Was ist passiert,
Welche Verletzte,
Wo ist es passiert,
Wieviele Verletzte,
Wer ruft an?

Das ist in so einer Situation gar nicht so einfach. Ich war früher Ersthelferin im Betrieb und habe immer gehofft, dass ich nie in so eine Situation komme. Nun war sie da?

Die Polizei kam innerhalb einiger Minuten und wir vermuteten, dass Vinzenze entweder in der Garage oder im Keller war. Man konnte auch eine Blutspur im Aufzug in den Keller und in die Garage verfolgen. 

Ich begleitete die Beamten bis kurz zum Eingang in den Keller.  Die Tür des betreffenden Kellers war nur angelehnt. 

Vorsichtig öffneten wir die Tür!!!!! Es war nicht schön!
Der Beamte sagte: "Da ist Er! Er ist wahrscheinlich tot! 
Sagen Sie aber oben noch nichts!"

Der Notarzt kam, der Krankenwagen kam, die Kripo kam, innerhalb von ein paar Minuten war der Keller und die Wohnung der Nachbarin gefüllt mit Helfern.

Kein Krimi und es war so gar nicht wie in der Glotze, es war nur schrecklich. Der Notarzt kam und die Nachbarin fragte: "was ist mit Vinzenze?" 

Der Notarzt und ich beruhigten die Nachbarin und erklärte ihr dass ihr Lebenspartner nicht mehr lebt. 

Er hat mit einem Werkzeug und mit einem Seil seinem Leben ein Ende bereitet. Er konnte nicht mehr.

Ich  dachte niemals, dass ich einmal in so eine Situation komme. Meine Nachbarin hatte einen Schock, ich mußte mich setzen. Es ist eine Situation, die man nicht beschreiben kann. Man steht nur da und guckt! Da kann man nicht mal weinen, das kommt erst später. Im Moment habe ich enorme Probleme, jetzt nach einer Woche, das zu verarbeiten. Ich sehe es immer wieder vor mir.

Ich schaute dann nach der Nachbarin und der Notfallseelorger kam auch nach ein paar Minuten.

Dort unterhielten wir uns noch bin in die  Morgenstunden. Der Notfallseelsorger mußte aber ins Büro und ich hatte am Freitag auch einiges zu tun. Die Nachbarin war aber niemals alleine, weil sie bei mir in der Wohnung war.

 Überlegt hatte ich mir, ob ich den Blumentag nicht absagen sollte, habe das aber trotzdem gemacht und auch weiter gebloggt. Es hat mich auch ein wenig abgelenkt. Erst dann am Montag habe ich so Andeutungen gemacht, weil alles auch meine Nachbarin mich derart psychisch in Anspruch genommen hat und ich den ganzen Freitag telefoniert habe, um Hilfe zu bekommen. 

Der Notfallseelsorger und ich haben dann etwas im Keller aufgeräumt und die Türe in den Keller wieder eingehängt. 

Der Rettungsdienst und das Bestattungsunternehmen hatten die Tür des Kellers ausgehängt, und an dem Ort ein Chaos hinterlassen.  Überall lagen Plasikhandschuhe herum. 

Wir haben es eben aufgeräumt. 
Was sollte man denn machen? Jemand muß es tun und so einen Tatortreiniger, den hatten wir nicht.
Es gibt zwar Unternehmen, aber wer soll das bezahlen und im Haus hatten einige Bewohner das auch schon mitbekommen. Helfen? Keiner!

Inzwischen ist es aber so, dass ich verschiedene Leute im Haus gesehen habe, und auch der Verwaltungsbeirätin mitgeteilt habe, was geschehen ist. Bevor aber eine Freigabe der Polizei nicht erfolgt, kann der Verwalter keine Reinigungsfirma bestellten. Das geschah dann gestern. 
Das wurde dann ordentlich alles gereinigt.  

Was über das Wochenende gelaufen ist, war psychisch  für mich nicht  mehr schön. Mein Liebster ist am Donnerstag zum Skifahren gefahren, ich wollte auch nicht, dass er zurückkommt, es hätte ja auch nicht geholfen und ich wollte ihm die Freude nicht nehmen, so habe ich auch hier nichts gesagt und das alles alleine gemacht. Der Notfallseelsorger hat mir auch sehr geholfen und es hat sich hier eine kleine Freundschaft aufgebaut. 

Das ist natürlich nicht alles, was noch so gelaufen ist. Meine Nachbarin ist 82 Jahre alt ist erstaunlich gefasst, überblickt aber das alles so recht gar nicht. Vor allem nicht das, was noch auf die zukommen wird. Sie ist sehr anstrengend und wiederholt sich ständig, es erfordert viel Geduld. 

Ich bin auch froh, dass mir in einer etwas verzwickten Situation, die ich mit der dem Taxifahrer (er fährt die Nachbarin ab und an) hatte, Hilfe und Zeugen hatte, denn hier geht noch um einige andere Dinge. 
 
Ich kann hier nicht alles öffentlich schreiben.   
Allerdings kann ich auch nicht die Augen zumachen, die Klingel abstellen und sagen: "ich mach nichts !" Am Dienstag waren wir beim Bestatter und ein Beamter vom Rathaus war dabei, der ihr noch ein wenig hilft, denn rechtlich kann ich nichts machen. Die ganze Geschichte ist derart verfahren und es nichts aber auch nicht geregelt. 

Seit gestern aber ist wenigstens einiges von der Betreuung usw. eingeleitet worden. Aber auch nur deshalb, weil am Freitag 13.1. ein Beamter einer zuständigen Stelle beim Landratsamt um 12.00 Uhr (Dienstschluß) seinen Anrufbeantworter abgehört hat. Er konnte mich zurückrufen und alles soweit besprechen.

Ich kann auch mit ruhigen Gewissen sagen, dass seit gestern alles in "trockenen Tüchern" ist. Was nun im rechtlichen Sinne folgt, ist nicht mehr meine Sache. 
Ich kann nur immer wieder raten, wenn man über so lange Zeit mit einem Partner zusammen lebt, dass man solche Dinge legalisieren sollte. 

Seit gestern ist ein wenig Ruhe eingekehrt und am Mittwoch wollte ich Vinzenze nochmals sehen und Abschied nehmen. Die Bestatterin hat mir aber abgeraten. Er wird nun in ein paar Tagen in einer kleinen Feier auf dem Friedhof an der Urnenwand beigesetzt. Hier möchte ich noch ein großes Lob dem Bestattungsinstituts Meyle hier am Ort zukommen lassen. Frau Will ist eine sehr einfühlsame und sehr verständige Frau, die sich voll und ganz ihrer Tätigkeit und auch weit darüber hinaus einsetzt.

Das alles macht mir so zu schaffen, ich bin aber froh, dass ich helfen konnte.
"Warum machen Sie das?" wurde ich gefragt. 
Nun weil ich die Nachbarin kenne, ihr helfen möchte und ich denke, irgendwann kommt es auch wieder zurück. UND ich war schon oft in meinem Leben in schwierigen Situation und immer und immer wieder hat mir Jemand geholfen und immer wieder ging ein Türlein auf. 

Viele Dinge sind so unwichtig im Leben, wichtig ist, dass man Jemand hat, der einem in schwierigen Situationen hilft. Enttäuscht bin ich wie ich geschrieben habe vom evangelischen Pfarrer, von einigen Personen hier im Hause, die sich vor einer blutverschmierten Garage mit Tratsch unterhalten haben. 

Als ich am Dienstag mit der Nachbarin unterwegs war, hatten sich diese Personen nicht mal nach dem Befinden der Nachbarin erkundigt. 

Für mich ist es ein Trauerspiel. Gut meine Nachbarin ist nicht einfach aber, wenn man sich ein klein wenig Mühe gibt, kommt man mit ihr klar. Ich bin auch nicht einfach, aber ich komme gut mit ihr zurecht, wenn sie auch nervt, aber man muß auch verstehen, dass sie alleine ist und das ist auch ein großer Brocken der bewältigt werden muß.

 Ausserdem weiß sie nicht, was die Zukunft bringt.
Als ich ihre Lebensgeschichte erzählt bekommen habe, ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen. Mein Gott, wie habe ich es doch gut. Mir geht es gut und ich bin reich, an lieben Menschen um mich herum. Nicht viele Menschen, aber die, die ich habe, da kann ich sicher sein, dass ich nie alleine bin und alleine da stehe.

  Unser Pater Konrad ein Benediktinermönch, der bei uns hier tätig ist, wird Vinzenzes Trauerfeier gestalten. Ich kenne ihn und er hat menschliche Wärme und macht bei keinem Menschen einen Unterschied, welcher Konfession auch immer er ist. 

Ich danke für das Lesen und seit ich seit gestern weiß, dass das alles jetzt behördlich bekannt ist, geht es mir besser, aber die "Nachwehen" sind nun mal da. Es wird eine Weile dauern, bis ich das alles so geschluckt habe. 


Habt einen schönen Samstag, bis morgen. Ich bin froh, dass ich mir das jetzt ein wenig von der Seele schreiben konnte. 

Ich darf so schreiben, denn es ist eine rein private Sache, die ich erlebt habe und fällt nicht in den Dienst der Nachbarschaftshilfe. 

Enttäuscht bin ich auch von verschiedenen Pflegeinstitutionen, die alles nur fürs Geld machen. Naja, das ist ja auch deren Job, wurde mir gesagt. 

Die Nachbarin wollte mir Geld geben, ich habe es nicht angenommen. Ich käme mir ziemlich schäbig vor. Man muß nicht immer alles für Geld machen.

Ich bin seit dem Freitagmorgen im Einsatz und habe jetzt vier Kilo an Gewicht verloren.

Ich wollte Kilos verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise.
Ich bin froh, dass meine Familie mich in diesen Tagen nicht gebraucht hat und auch Verständnis dafür hatte, was ich gemacht habe.

Etwas macht mir Angst, wie komme ich hier wieder raus. Ich helfe gerne auch mal rund um die Uhr, nur meine letzten Lebensjahre möchte ich so nicht verbringen. Meine Familie braucht mich auch und die nächste Zeit sowieso, da meine Schwiegertochter wieder ab Februar arbeitet. 

Ich hoffe, dass ich wieder zu meinem bisherigen Leben zurückfinde und das alles ziemlich schnell ein wenig vergesse.  

Ich bedanke mich bei Werner P. dem Notfallseelsorger, er hat mir dieses Keuz aus Olivenholz geschenkt, das er auf einer Pilgerreise in Bethlehem gekauft hat. 


 


Vinzenze ist in Sevilla geboren und war ein begeisteter Fußballer. 

 


Nächste Woche und auch morgen geht es mit dem Bloggen weiter. Hier berichte ich auch über meine Forschungen in Archiven.
Du erfährst etwas über ein neues Buch und eine ganz interessante Frau. Ausserdem noch Dies und Das. 

  











Kommentare

  1. Ich kann nachempfinden wie du dich gefühlt hast, denn einmal habe ich als Kind meinen Vater an einem Herzinfakt sterben gesehen und das andere Mal einen Menschen gefunden der sich die Kugel gegeben hat. Ich werde beide Bilder nie vergessen, wobei ich bei meinem Vater immer das Lächeln im Gesicht und seine strahlenden Augen sehe....in der anderen Situation den Menschen und das Blut, das auch ich weggemacht habe. Allerdings habe ich gemerkt das es gut ist darüber zu sprechen, und kann ich auch ganz frei, selbst wenn ich dann wieder die Bilder sehe. Gut ist es jedenfalls wenn man Menschen an seiner Seite hat, und so wird auch deine Nachbarin denken. Vinzenze hat den Weg für sich gewählt, er braucht nun nicht mehr leiden. Klar, immer schlimm für andere Menschen war dies wahrscheinlich aber nicht von langer Hand geplant sondern eine Kurzschlussreaktion die ihn dann auch ohne Vorsorge hat gehen lassen. Jedenfalls braucht er nicht mehr leiden, und möge er seinen Frieden nun gefunden haben. So wie hoffentlich auch bald du und auch deine Nachbarin.

    Danke dir jedenfalls dass du mit diesen Worten und dem ZiB heute wieder mit dabei bist.

    Wünsche dir alle Kraft, viele schöne Momente am Wochenende und sende liebe Grüsse

    N☼va

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    1. Liebe Nova,
      das war keine Kurzuschlußreaktion, das war geplant. Ich hatte drauf gedränkt, dass am Donnerstagmorgen noch ein Rechtsanwalt von hier zu ihnen in die Wohnung kam. Danach passierte das.

      Man hatte über 40 Jahre Zeit, diese Sache in Ordnung zu bringen, Er wollte das nie. Die Nachbarin hatte auch niemals die Kraft gegen ihn anzukommen und ja, es war eine dieser Zweckgemeinschaften.
      Ich hatte schon mal drüber geschrieben. Lieber habe ich kein Geld, als mich mit einem Mann zusammenzutun, mit dem ich nur Probleme habe. Ich weiß, es ist leicht gesagt, ich bin hier gut versorgt und ich lebe gut, habe aber auch eine entsprechende Ausbildung.
      Die Umstände sind manchmal halt nicht so, dass alles gut läuft.
      Aber lieber habe ich keine Geld und halte mich mit anderen Tätigkeiten über Wasser, als mich von einem Mann, mit dem ich nur Probleme habe, zusammenzuleben, das würde mich kaputt machen und das muß ich mir nicht antun.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Mein Gott, es sollte

      "gedrängt" heißen. Ein kleiner Lapsus entschuldige.

      Hat ja nichts mit "trinken" zu tun.

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  2. Hallo Eva,

    ich bin überzeugt, die viele Menschen wären mit dieser Situation überfordert gewesen wären. Du hast sie gemeistert. BITTE schlucke das nicht, wie Du geschrieben hast. Es richtet in Dir nur Schaden an. Schreiben ist gut, das hast Du in meinen Augen richtig gemacht, denn Schreiben ist eine Vorstufe des Handelns ... für Dich. Dass Du menschliche Größe und Stärke gezeigt hast, möchte ich Dir auch schreiben und dass das nicht so oft vorkommt, hast Du selbst erlebt. Vinzenze hat Dir gezeigt, wozu Du fähig bist. Vielleicht kann Dir das helfen für die Zukunft Dankbarkeit statt Schrecken mit seinem Namen zu verbinden. Das ist gewiss nicht leichtfertig dahin gesagt, sondern ein mögliche Änderung der Sichtweise, wenn Du das erlaubst.

    Alles liebevolle Zuwendung Deiner Familie, Kraft und heisame Gedanken wünsche ich Dir vor allem für die nächste Zeit
    Beate

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    1. Danke liebe Beate,
      das ist lieb von dir so nett zu schreibe und es tut mir gut. Aber gemeistert habe ich das nicht, ich bin total überfordert und auch am Anfang von Institutionen alleine gelassen. Es wäre sicherlich nicht meine Aufgabe gewesen, aber was soll ich denn machen?
      Ich habe ja geschrieben, dass ich auch schon allerhand Mist angerichtet habe und immer wieder hat mir auch Jemand geholfen. Daran denke ich wiederholt. Ich bin im Moment froh, dass ich nicht alleine bin, denn es ist eine Woche her und ich habe enorme Probleme.
      Lieben Gruß Eva

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  3. Liebe Eva,

    im ersten Moment bin ich von Deiner Geschichte total überfordert gewesen, weil einem angesichts solch eines schlimmen Erlebnisses die Worte fehlen. Man kann nur erahnen, was Du in dem Moment durchlebt hast. Aber auch ich möchte Dir Hochachtung zollen, wie Du Dich verhalten hast. Es ist etwas anderes, ob ein Mensch auf natürlichem Wege stirbt oder ob er selbst sein Leben beendet.
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, die Kraft, die Du brauchst, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Deine Familie wird Dir dabei sicher helfen.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  4. Hallo liebe Eva, vielleicht hilft es ein wenig, wenn ich sage "Du hast alles richtig gemacht" und daher dürfte mit der Zeit bei Dir nur noch ein gutes Gefühl übrig bleiben. Aber, wie gesagt, alles braucht seine Zeit. Ich wünsche dir viel Kraft - das Leben ist endlich, wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Du hast ein sehr schönes Zitat und ein ebensolche Bild ausgewählt. Liebe Grüße, Angelika

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  5. die Frage "warum machen Sie das" finde ich echt schlimm, das ist auch bei uns so eine verbreitete Mentalität, nur nicht anstreifen, das geht mich nichts an...
    Ich finde es bewundernswert, wie du deiner Nachbarin beigestanden bist!

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  6. Liebe Eva,
    beim Lesen kamen mir die Tränen und ich bewundere Dich das Du Deiner Nachbarin so beigestanden hast, wie gut das sie gleich wusste an wen sie sich in ihrer Not wenden konnte!
    Ich wünsche Dir, das Du die Bilder wenn nicht vergessen, so ablegen kannst, das sie Dich nicht mehr quälen. Ein friedlich eingeschlafener Mensch ist etwas so ganz anderes, obwohl mein Vater mich kurz vor seinem Tod wegschickte (er lag zwar schon im Koma, aber ich merkte das er irgendwie wollte das ich gehe mit Falk). Ich war schwanger mit unserer zweiten und das wollte er mir wohl nicht zumuten - und darüber war ich sehr froh.
    Du musst wahrlich eine sehr starke Frau sein, das Du das alles so gemeistert hast! Meine Hochachtung (da schließe ich mich den vielen "Vorschreibern" an) hast Du ganz gewiss.
    Nun muss ich erstmal meine Tränen trocknen, danke für Deine so offenen Gefühle und Deine Schilderung.
    Ich wünsche Dir ein ganz schönes Wochenende, schöne Träume, ich drücke Dich einmal ganz fest (lasse wieder los, wir Finnen haben es nicht so mit ständigen Umarmungen ;-) und sende liebe Grüße
    Kirsi

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  7. Liebe Eva
    ganz kurz zusammengefasst: "solche selbstlose Nachbarn wie dich,
    kann man sich nur wünschen. Es ist heute nicht so, dass
    man sich auf jemandem verlassen kann, wenn es wirklich um
    etwas geht. Getratsche ja, da sind alle da.
    Ich denke nur an eine Schlagzeile vor ein paar Tagen bei uns.
    47ig jähriger Mann seit ungefähr Juli 2016 in seiner Wohnung verstorben,
    keiner hat sich um ihn gekümmert, keine Angehörigen, keine Freunde, ich
    finde das besonders schlimm.
    Ich wünsche dir viel Kraft und freue mich, dass du eine intakte Familie hast.
    Lg Sadie

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  8. Liebe Eva, nun musst Du erst mal zur Ruhe kommen und alles verarbeiten. Da hilft Ablenkung was auch immer. Es ist sicher schrecklich gewesen. Ich hatte mal ähnliches erlebt. Ein Suizid gab es auch in der Familie (Onkel) und Nachbarschaft.
    In Deiner Situation, hätte ich auch geholfen ohne lange nachzudenken. Ich habe ja auch einen sozialen Beruf gehabt, da ist es selbstverständlich.
    Ich wünsche Dir alles Gute. Simmel habe ich früher auch gelesen, heute würde ich es nicht mehr lesen. Das war die Zeit und die Filme liefen auch im Fernsehen. Deine Landschaftsfotos sind wunderschön, sieht aus wie eine unberührte Natur. Dir ein schönes erholsames Wochenende, herzlichst, Klärchen

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  9. Liebe Eva, Nova hat es schon gesagt, reden ist wichtig ( auch wenn manche Leute auf Dauer das nicht hören wollen - es ist ihre eigene Angst & Unfähigkeit, wenn sie sagen, es müsse mal gut sein ). Das ist eine Situation, in der sich zeigt, wer wirklich Freund ist. Und wer ein menschliches Herz hat. Du hast eines, wie du in diesem Falle bewiesen hast. Nur: Ein großes Herz neigt auch dazu, sich zu überfordern. Und - das habe ich dir schon geschrieben - dann ist es aus Selbstschutz richtig, sich zurückzuziehen.
    Hör also auf dich!
    Und: Zeit heilt. Aber düse Zeit dauert länger, als man gemeinhin denkt und als man Geduld mit sich selbst hat.
    Mach et joot!
    Astrid

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  10. Hallo liebe Eva,
    da fehlen mir einfach die Worte und ich kann nur sagen Hut ab vor deinem Engagement und der damit verbundenen Feinfühligkeit. Dir persönlich wünsche ich jetzt die notwendige Kraft um das Erlebte verarbeiten zu können.

    Liebe Wochenendgrüße
    Arti

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  11. Liebe Eva,

    niemand wünscht sich, in eine solche Situation zu kommen, aber du hast die Ruhe bewahrt, die Kraft gefunden, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, die erst mal nötig waren.
    Deine Nachbarn können echt froh sein, eine solche Person wie dich in unmittelbarer Nähe zu haben. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit.

    Bei aller Hilfestellung, pass aber auch ein wenig auf dich selbst auf, denn man kann sich nicht pausenlos für andere aufopfern.

    Das Buch von Simmel hatte ich auch gelesen, ebenso den Film gesehen. Du hast zu deinem Zitat ein wirklich treffendes Foto ausgesucht.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht dir
    Christa

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  12. Liebe Eva,
    da hast du wirklich einiges mitgemacht. Und es ist nur normal, dass man daran noch einiges Zeit zu knabbern hat.
    Deine Worte haben mich sehr berührt, sie sind so wahr. Hilfe bekommen und und Hilfe annhemen sind zwei so wesentliche Bestandteile unseres Lebens. Du hast dich vorbildlich verhalten!
    Liebe Grüße und eine bessere Zeit, für euch alle im Haus
    Jutta

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  13. Ich danke dir sehr für deinen Kommentar.
    Für mich war diese Hilfe selbstverständlich und ich würde es wieder tun. Nur, habe ich im Moment das Problem meine Heiterkeit wiederzufinden. Ich meine, dass es sogar schlimmer wird, je mehr ich darüber nachdenke. Ich versuche, den Anblick aus meinem Gedächtnis zu streichen, das geht aber nicht.

    Deshalb werde ich mich am Montag bei meinem Psychologen anmelden, der mir schon einmal geholfen hat. Ich möchte meine Heiterkeit, mein manchmal doch noch Kind sein wieder haben.

    Es ist ja auch erst eine Woche her, so schnell vergisst man das ja auch nicht.

    Hab nochmal herzlichen Dank, ich würde immer wieder helfen.

    Ich würde gerne noch mehr schreiben, was alles vorgefallen ist, das kann und darf ich nicht, denn es stehen soviel rechtliche Probleme an.

    Lieben Gruß und einen schönen Abend, ich mache jetzt dicht hier und versuche noch ein wenig mit dem Freund einen schönen Abend zu verbringen.

    Eva

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  14. Liebe Eva,
    ich hoffe dass du das alles gut verarbeiten kannst.
    Ich denke in so einer Situation funktioniert man einfach. Wenn sich dann alles ein wenig beruhigt hat kommt vieles nochmals hoch.
    Ich finde es bewundernswert wie du da geholfen hast, die Sache in die Hand genommen hast. Deine Nachbarin war mit Sicherheit mit dieser Situation überfordert. Es tat ihr ganz bestimmt gut dass du für sie da warst.
    Jetzt denke aber auch an dich, mute dir nicht zuviel zu. Du hast jetzt sicherlich noch eine Weile daran zu knabbern.
    Ich wünsche dir ein ganz ruhiges Wochenende.
    Viele liebe Grüße
    Silke

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  15. Dass du trotz des Schocks und des Gefühls überfordert zu sein, die Verantwortung für deine Nachbarin übernommen hast, ist beeindruckend. Die tratschenden Nachbarn vor der Tür fühlen sich unter den Umständen natürlich besonders schlimm an, aber vielleicht war das ihre Art mit dem Geschehene fertig zu werden. Auch wenn sie nicht so persönlich betroffen sind wie du (und natürlich deine Nachbarin!), so ist es doch auch für sie ein erschreckendes Ereignis in ihrem Zuhause. Zumindest hoffe ich, dass das der Grund für ihr Verhalten war. Gut, dass euch zumindest der Seelsorger zur Seite stand und dass du einen Psychologen kennst, dem du vertraust und der dir hoffentlich helfen kann das Erlebte zu verarbeiten.

    Ich hoffe sehr, dass du in den kommenden Wochen wieder zurück in deinen normalen Alltag finden kannst. Hab einen schönen und erholsamen Sonntag mit dem Freund!

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    1. Hallo Winterkatze,
      du hast schon recht. Inzwischen geht es aber besser, auch weil ich darüber geschrieben habe und vor allem, weil der Liebste wieder da ist, das ist schon besser, wenn man über alles reden kann. Aber ich wollte ihm seine Freude am Skifahren nicht nehmen.

      Allen nochmal vielen Dank für die Kommentare.

      LG Eva

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    2. Schön, dass es dir schon etwas besser geht! Ich bin mir sicher, dein Liebster hätte dir gern beigestanden, aber ich kann auch verstehen, dass du ihm seine Reihe nicht verderben wolltest. :)

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  16. Liebe Eva, da hast Du wirklich was mitgemacht. Respekt, dass Du Dich so engagiert hast. Sowas zu verarbeiten ist nicht einfach und Du darfst auch an Dich denken. Das alles wird wohl lange nachklingen, dafür wünsche ich Dir ganz viel Kraft.
    Magdalena

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  17. Hallo liebe Eva,
    ich bin erschüttert, das ist ja schlimm... ich bin sprachlos, mir fehlen die Worte.
    Alle schauen hin und keiner der Nachbarn hilft... schlimm finde ich das.
    Ganz große Hochachtung für Deine Hilfe, das macht nicht jeder...wie Du selber erleben musstest.

    Dir wünsche ich viel Kraft, denke jetzt an Dich und komme zur Ruhe.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Biggi

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  18. Oh liebe Eva,

    da hast du einschneidendes erleben müssen.
    Das mit der Hilfe in der Nachbarschaft ist so eine Sache die ich auch kenne und schon erlebt habe, wenn auch lange nicht in so dramatischer Weise.
    Waum du helfen kannst....ganz einfach, weil du echte Menschenliebe in dir trägst. Diese Liebe in dir tut was sie tun muss ohne wenn und aber und ohne zu unterscheiden.
    Ich wünsche dir Kraft alles gut zu verarbeiten. ♥

    Herzlichst
    Julia

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  19. Lieber spät wie gar nicht kommentiere ich jetzt die wundervolle ZiB-Aktion nacheinander...

    ...oh, mein Gott! Dachte ich gerade so bei mir, liebe Eva. Das ist sehr, sehr heftig, was Du miterleben musstest. Ich verstehe die Polizei nicht ganz, die duldete, dass Du mit in den Keller gehst. Das hätte man Dir ersparen sollen, bin ich der Meinung.

    Erst vor wenigen Wochen habe ich übrigens mein Ersthelfer-Wissen aufgefrischt - es war bei mir ein Kurs im Verlag, wo ich meinen 400 Euro Job habe. Das hilft, gibt ein Gerüst für den Handlungsablauf und trotzdem - finde ich gerade, wie ich Deinen Post gelesen habe - dass auch für Dich eine seelische Nachsorge zur Verarbeitung wichtig wäre. Zumindest hast Du es Dir hier "von der Seele geschrieben!"

    In München erlebte ich seinerzeit einen Überfall mit und habe diees traumatische Ereignis leider lange mit mir herumgeschleppt. Es war damals ein Geldbote (mitten in München unweit vom Marienplatz) beim Abholen der Geldkassetten erschossen (!) worden. Der Täter hatte sich von der Örtlichkeit ausgekannt hatte, konnte unerkannt entkommen und wurde bedauerlicherweise nie gefasst. Den eher dumpfen Knall der Waffe beim Abfeuern werde ich nie vergessen.

    Das soll natürlich kein Trost für Dich sein, diese für mich erlebte schreckliche Situation. Ich hoffe dagegen unbedingt, dass da jemand in Deiner Nähe ist, der Dich jetzt real fest in die Arme nimmt - tröstend, verstehend zur Seite steht.


    WinterSonnenGrüßle von Heidrun 😘

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    1. Mit dem Gang in den Keller und die Garage ging es um den Beamten den Weg zu zeigen. Sie wußten nicht, wo es in den Keller geht.

      So ganz verstanden habe ich es allerdings auch nicht. Aber es ist nun mal so. Inzwischen war ich auch nicht mehr alleine und es geht mir viel besser.

      Aber schön ist sowas wirklich nicht.

      Eine Ersthelferausbildung ist nicht schlecht, aber ich muß das auch immer wieder auffrischen, damit ich eben auch Erste Hilfe in meinen Kursen leisten kann, falls etwas passiert. Ist gottseidank noch nie etwas passiert aber zur Not habe ich auch eine Trainerversicherung, das sollte man als Übungsleiter schon haben. Kann man auch steuerlich abschreiben. :-))

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  20. Liebe Eva
    Das ist ja recht heftig, was du da erlebt hast. Solche Bilder und das Erlebniss wieder aus dem Kopf zu bekommen ist nicht einfach. Gut das du dir da professionelle Hilfe holst, das ist sehr wichtig. Ich habe im Kindergartenalter meine Patin tödlich verunglücken sehen, die Bilder sind geblieben. Aber sie stehen nicht mehr im Vordergrund.
    Mir fehlen ehrlich gesagt die Worte, wie kann man sich in einer Zweckgemeinschaft nicht absichern, wie kann man nur tratschen statt Hilfe anzubieten ...
    Ich wünsche dir viel Kraft, dein eigenes Leben wieder zu finden und hoffe du bis nicht alleine, wenn du eine tröstende Umarmung brauchst.
    Liebe Grüsse
    Barbara

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  21. Liebe Eva,
    so kann Leben und Sterben auch sein. Wir hatten am ersten Weihnachtstag einen Trauerfall in der Familie und ich kann mich gut in Deine Lage versetzen. Es ist schön, dass Du der alten Dame geholfen hast, schön für sie und auch für Dich. Nun lass es gut sein und schau nach vorne. Schrecklich ist, dass ein dem Tode geweihter Mensch in seiner Not und seinem Schmerz keinen anderen Ausweg als diese grausige Tat sieht. Warum konnte er sich seinem Hausarzt nicht anvertrauen? Warum konnte er nicht in einem Hospiz in Würde gehen? Geschehenes kann man nicht rückgängig machen.
    Liebe Grüße
    Edith

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    1. Liebe Edith,
      ich weiss es nicht, warum er es nicht getan hat. Das sind so viele Imponderabilien. Er hat es eben nicht gemacht und was er mit dem Arzt gesprochen hat, weiss ich nicht.

      Ich habe immer geredet, dass man das auch mit der Nachbarin unter Dach und Fach bringen muß. Die Frau bekommt nämlich keine Rente von ihrem Lebenspartner und steht nun da. Ihr Rente ist verschwindend klein.

      Es ist nicht mehr zu ändern.

      Mit lieben Grüßen Eva

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  22. lass dich einmal in den Arm nehmen..

    da hast du schreckliche Dinge erlebt..
    bei manchen Menschen ist es aber einfach so..
    sie handeln und helfen in der Not ganz spontan ohne groß zu überlegen
    der Schrecken kommt dann erst hinterher..
    mir ging es auch immer so..
    ist jetzt zwar banal.. aber ich bin z.B.für eine Cousine meines Mannes die Leiter hoch in den ersten Stock gestiegen..(trotz Höhenangst) sie hatte den Schlüssel vergessen.. geschlottert haben die Knie erst als ich oben war..
    manches geht fast automatisch..
    andere machen Türen und Fenster zu..
    so war es leider schon immer..

    es ist gut dass du dir Hilfe holen willst..
    die schrecklichen Bilder stecken erst einmal fest..
    dass man es dich hat ansehen lassen verstehe ich aber auch nicht..
    sie hätten es sich ja von aussen zeigen lassen können..
    ich denke du hast dein Möglichstes getan und solltest jetzt erst mal wieder an dich denken..

    vielleicht ist es für deine Nachbarin besser wenn sie in ein Heim oder eine Wohngemeinschaft kommt..
    sie stammt noch aus einer Generation in der Frauen nicht mit sehr viel Selbstbewusstsein aufwuchsen..
    und es oft besser war mit Mann (egal wie ) als ohne
    über die Gründe dieses Mannes kann man nur spekulieren..
    da er Südländer war.. vielleicht auch eine Form von männlichem Stolz ??
    Ich hoffe dass für deine Nachbarin gesorgt wird und du dich wieder zurückziehen kannst
    ich wünsche dir ganz viel Kraft

    dein Bild ist sehr schön.. die Sonne die sich durch die Wolken Bahn bricht
    nehm es als kleines Zeichen für dich .. es kommen auch wieder helle Tage

    Rosi

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