Hägenmakronen neben Ingwer-Kakao-Blätter

gibt eine interessante Mischung.




Sie sind aber nicht zusammen in einer Gebäckdose. Nein, auf keinen Fall. 




Zuerst mal Hägenmakronen. Hägen sagt man auf Schwäbisch zu Hagebutten. Meine Mutter hat aus den Hagebutten im Krieg immer Hägenmark gemacht. Das war ein elendes Geschäft, aber sie hat es gemacht, weil sie ihren Lieben diese Hägenmakronen zu Weihnachten backen wollte. 



Später kam dann immer um die Weihnachtszeit ein Verkäufer oder eine ältere Frau mit einem großen Korb auf dem Rücken zu uns und verkaufte uns das Hägenmark und auch noch andere Dinge.
Vielleicht kennst du das auch noch.



Da fällt mir ein, in den 50er Jahren kamen auch noch Drehorgelspieler in unseren Hinterhof und spielten auf der Drehorgel. Wir wickelten immer Geldstücke ins Papier und warfen es hinaus, um dem Mann etwas Geld zu geben.

Das waren noch Zeiten. 

Nun aber zurück zu den Hägenmakronen. Die "richtigen" Schwaben kennen das noch. Manchmal glaube ich aber sie sterben aus, denn ich bin manchmal erstaunt, was angebliche Schwaben so nicht wissen. Aber wiea sagte mein Vater emmer:

"Des send bloß Roigschmeckde" 

Nein, ich übersetze das jetzt nicht. ;-))))

Heute kann man das Hägenmark bequem im Reformhaus kaufen und das habe ich auch gemacht.
Aber man wird schon ein wenig komisch angeschaut, wenn man - selbst hier in Schwaben - "Hägenmark" verlangt. 

"Das ist Hagebuttenmus", sagte die Verkäuferin, als ich neulich nach Hägenmark fragte. Meine Güte und das mitten in Schwaben, ich glaubs nicht. 

Ich habe nun gestern die sechste Sorte meiner Weihnachtsplätzchen gebacken und es werden nochmals soviel werden. 

Hägenmakronen wobei, das leider Hägenfladen wurden, weil ich sie wohl nicht genug abtrocken habe lassen. Ich glaube es wäre besser gewesen, wenn ich das dann über Nacht gemacht hätte.

Man, ich habe 600 g Mandeln gehäutet und gemahlen, das war schon ein Event. Ich  kaufe Mandeln und auch Haselnüsse nie gemahlen. Wer weiß, was da drin ist. 


Das Rezept für die Hägenmakronen

5 Eiweiß
500 g Puderzucker,
abgeriebene Schale von einer halben Zitrone,
80 g Hägenmark
600 g geriebene, geschälte Mandeln.

Das Eiweiß mit dem gesiebten Puderzucker schaumig schlagen. Eine Tasse der Eiweißglasur für den Guß zurückbehalten und mit Folie abdecken. Dann Zitronensaft und Zitronenschale unter die übrige Eiweißmasse mit einem Schneebesen rühren und dann das Hägenmark und die geriebenen Mandeln. Die Teigmasse jeweils mit zwei Teelöffeln abstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblecht legen. Mit einem Kochlöffel jeweils in die Mitte eine Vertriefung drücken und die zurückbehaltene Glasur einfüllen. Die Makronen auf dem Blech ein bis zwei Stunden abtrockenen lassen und dann im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad auf der mittleren Schiene 20 - 25 Minuten backen.



Etwas ganz Feines sind diese Ingwer-Kakao-Blätter, die sind aber nicht Schwäbisch. Ich werde dir aber noch ein paar ganz typische schwäbische Rezepte liefern. Plätzchen, die total schwäbisch sind, die sind aber soo lecker.

Ingwer mag ich ganz besonders und wenn man diese feinen dünnen Blättchen auf der Zunge zergehen lässt, kommt der Ingwer so schön hervor, da könnte ich mich reinlegen. Ich mag das sehr.


Ingwer-Kakao Blätter

75 g Butter
75 g Puderzucker
 1 Pck Bourbon Vanille Zucker
100 g Weizenmehl
1 Ei
1 TL Kakao
1/2 gestr. TL gemahlener Ingwer

Zum Verzieren Nonpareilles

Butter zerlassen und die Zutaten in eine Rührschüssel geben. Alles mit den Rührstäben der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verrühren.  Den Teig auf ein mit Backpapier belegte Backblech geben und verstreichen.

Teig mit den Nonparailles bestreuen.

Backzeit 180 Grad Ober-/Unterhitze
ca. 7 bis 8 Minuten

Die Gebäckplatte auf dem Bleck in Dreiecke o.ä. schneiden. Gebäckblätter darauf erkalten lassen.


 
 Frollein Pfau Mittwochs mag ich 

Hägenmarkherstellung


Wenn ein Schwabe Hochdeutsch redet, das ist schrecklich.
 Mir kenned älles außer Hochdeutsch.   

https://niwibo.blogspot.de/2016/11/geschenke-aus-der-kuche.html?showComment=1479966654535#c967408279445592309 


Kommentare

  1. Also Hagebuttenmarmelade kenne ich auch und die mochte ich immer liebend gerne. Müsste echt mal gucken ob es die hier auch gibt, glaube wohl weniger^^. Ansonsten so mit Korb auf dem Rücken von früher kenne ich nicht, aber dafür heute die fahrende Händler auf den Dörfern....Fisch-Gemüse-Backwaren-und auch Bekleidung ;-))

    Hab einen schönen Tag und lieben GRuß

    N☼va

    AntwortenLöschen
  2. Mmmh, sehr lecker,
    ich habe sie probiert und das ist sehr fein.

    Freue mich auf den Sonntag.

    Grüße Bido

    AntwortenLöschen
  3. Guten Morgen,
    Hägenmark habe ich noch nie gehört. Ich wohne aber auch im Norden.
    Die Kekse sehen sehr gut aus, die Ingwerblätter könnten mir auch schmecken.
    Herzlichst Ute

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Eva,
    sieht das wieder lecker aus bei dir!!
    Eine Freude dir immer wieder aufs Neues bei deiner Bäckerei zu zusehen!!!
    Dankeschön!!
    Hab einen ganz tollen Tag und liebe Grüße
    herzlichst Monika*

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Eva,
    der Begriff Hägenmark ist mir auch völlig unbekannt, aber ich komme ja aus Niedersachsen, neugierig wie ich bin, wollte ich aber doch den Satz Deines Vaters bei google mir erläutern lassen. Tja leider hilft auch hier google nicht weiter :(( Ich habe absolut keine Ahnung was das bedeuten soll! Aber gibst Du den Satz bei google ein landet man wieder bei DIR!!! Leckere Plätzchen zeigst Du, ich bin etwas im Verzug, aber ich hoffe das ich diese Woche noch etwas backen werde!

    Bei der Geschichte mit dem Drehorgelspieler fiel mir ein, meine Mutter warf immer eingewickeltes Geld aus dem Fenster, genau dann wenn der Eismann bimmelte und ich draußen spielte :))
    Früher fuhren doch die Eiswagen immer durch die Gegend - das ist meine Kindheitserinnerung gerade gewesen!

    Liebe Grüße

    Kirsi

    Vielen Dank für Deinen Kommentag bei mir, ich habe Dir auch schon geantwortet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kirsi,
      das macht doch nichts, wenn du "Hägen" nicht kennst. Das kennen nicht mal die - nun auf deine Frage - in Bayern würde man Zugereiste sagen.

      Des send bloß Roigschmeckde, heißt soviel wie eben "das sind die von draußen kommen" also keine Schwaben, das aber gerne sein möchten.
      Ich hoffe, es kommt so richtig rüber.

      Schwäbisch ist ein Dialekt, der vieles genau auf den Punkt trifft und man sich verflixt schwer tut, das zu übersetzen.

      Ich bin ein schwäbisches Mädle oder inzwischen auch Fraule und ich kann wirklich einiges aber hochdeutsch, das passt nicht zu mir.
      Das hört sich bei mir komisch an und deshalb bleibe ich auch bei meinem Dialekt.

      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  6. Ingwer? Da werde ich gleich hellhörig! Mmmhhhhh...
    Lecker sehen die Plätzchen aus. Mal sehen, wann ich in die Weihnachtsgebäckproduktion einsteige.
    Übrigens, so ein Türverkäufer kommt heute noch zu mir. Mit Honig, Preiselbeeren und was weißichnochalles. Dummerweise kam er meist dann, wenn ich mir gerade einen Honigvorrat zugelegt hatte. Da mein Sohn nun aber sooo viel Honig isst, kann ich ihm immer was abkaufen. Ich mache das richtig gerne, denn er ist nett (kein bißchen aufdringlich, sowas kann ich gar nicht ab) und die Preise normal.
    Liebe Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  7. hmmmm sieht das lecker aus..
    Hägen..den Begriff kenn ich nicht
    aber dass man aus Hagebutten Mus machte das weiß ich
    (wir haben es aber nie gemacht )Nur Juckpulver :D

    fahrende Händler kamen auch zu uns.. aber meist mit Gemüse.. Kartoffeln .. ect.
    auch ein großer LKW kam immer mit allerhand Haushaltzeug.. das war draussen noch überall angehangen.. über und über beladen.. Bütten und Korbsachen ect. es war ein Kastenwagen und innen konnte man kaufen..
    schade dass es damals noch keine Handycams gab :D
    heute dürfte er so gar nicht fahren..
    ich klau mir ein paar Plätzchen bei dir
    denn ich backe nicht ;)
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
  8. O.K., O.K. du backst einfach mehr als ich! ( Aber dafür gibt es ja den Herrn K., und ich nähe momentan wie eine Weltmeisterin, damit die Päckchen noch diese Woche raus können...) 12 Sorten sind schon eine Menge!
    Dann weiterhin frohes Schaffen!
    Astrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach Astrid, das macht Jeder so, wie er möchte.
      Du nähst, die kann das nicht, dafür kann ich ganz gut kochen und backen.
      Der Liebste kann allerdings beides auch ganz gut.

      LG Eva

      Löschen
  9. Ohhh, das weiss ja ja was ich in der Weihnachtspost habe von dir....
    Makronen ;-)
    Die Schokodingas probier ich 100%tig aus, die hören sich auch so lecka an!
    Manno Eva, ich nehm bei deinen Backkünsten schon am Rechner hier zu *gg
    Hab n schönen Abend!
    Liebste Grüße,
    Britta

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Eva,
    ja, es ist erstaunlich, und für mich auch oft ein bischen erschreckend, wieviele alte Worte oder Asudrücke in den verschiedenen Regionen verloren gehen! Ich spreche gern meinen Dialekt, und wenn ich in meiner Heimat unterwegs bin, wird mir auch kein Wort Hochdeutsch über die Lippen kommen *schmunzel*
    Die Reaktion von der Verkäuferin war schon ein bischen komscih, dieses Oberlehrerhafte .... warum hat sie nicht einfach gesagt, wo Du das findest ;O)
    Ich finde auf jeden Fall gut, daß Du die alten Bezeichnungen weiter nutzt und ebenso bin ich erfreut über diese schönen alten Rezepte! Das sind doch oft die besten :O) Lcker sehen Deine Bäckereien aus :O)
    HAb einen wunderschönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Erschreckend ja, das ist das richtige Wort. Aber auch so gehen viele Wörter im deutschen verloren. Anglizismen machen sich breit, was ich vermeide. Gut, manchmal geht es wohl nimmer anders. Aber sonst, ich frage mich immer und immer wieder warum man das macht. Ich verstehe es ja, wenn man englisch spricht aber dieses durcheinandergewürfelte das mag ich nicht.

      Warum sagt man zu Blumen Flower? Warum muß aller immer verenglischt werden. Mir gefällt das absolut nicht, wer seine Sprache liebt ich sage nun bewußt "liebt, verwendet sowas nicht.

      LG Eva

      Löschen
  11. Hallo liebe Eva,
    ich kenne die Hägenmakronen und das Hägenmark gut. Allerdings hab ich es noch nie selbst gemacht. Das muss eine rießige Arbeit sein. Huuuuuu und nachher hat bestimmt alles gejuckt. Aber echt schön, dass deine Mama für euch die Hägen ausgepult hat um diese Plätzchen zu backen. Ich kaufe mir für die Weihnachtsbäckerei auch immer ein Glas Hägenmark. Was nicht verbacken wird, wird aufs Brot geschmiert - auch lecker :)
    Deine Ingwer-Kakao-Blätter sehen aber auch gut aus, die würden mir auch schmecken. Ich komme bestimmt einmal zum probieren vorbei:)
    Mir hat unser Nachmittag auch sehr gegfallen und ich finde es echt super, dass wir uns jetzt auch persönlich kennen.
    Von mir aus können wir das sehr gerne wiederholen:)
    Du bist wirklich Standhaft geblieben ?? Ich hab das beim Schweden nicht geschafft. Eigentlich wollte ich nur schnell noch eine Hakenleiste besorgen...
    Super dass du nach den Zweigen schaust, vielleicht können wir die dann zusammen einsammeln.
    Viele liebe Grüße
    Silke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Standhaft in Sachen Deko. Ich habe meinen Geburtstagsgutschein bei Breuninger eingelöst und habe mein
      Clinique Even Better und einen Opi Nagellack gekauft, dann war das Geld vom Gutschein auch weg.

      Klar können wir sammeln gehen, ich gebe dir Bescheid. Bin gespannt auf den Sonntag, wir haben gestern geprobt und
      der Schütz ist sowas von schwierig zu singen.


      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  12. Hallo liebe Eva,
    gut, dass du für alle Nichtschwaben die Erklärung zum Hägenmark gleich mitgeliefert hast. Das Rezept liest sich richtig gut und beim Betrachten der Bilder möchte man gerne mal zugreifen. Mein Oma hat früher immer Marmelade und Schnaps aus den Hagebutten gemacht. Leider wusste ich als Kind die Marmelade gar nicht zu schätzen, das kam erst viel später.

    Noch viel Spaß beim Backen und liebe Grüße
    Arti

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar, das freut mich sehr.
Sei bitte nicht böse, wenn dein Kommentar nicht gleich freigeschaltet wird.
Sobald ich das kann, werde ich es tun und ich komme mit Sicherheit auch bei dir vorbei.

Allerdings behalte ich mir auch vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen.
Lieben Gruß Eva








Hier schau ich gerne rein.