Der Neue Friedhof in Ludwigsburg


15 Fakten über Friedhöfe, schaut bei Astrid, da findest du noch mehr. 

Die Bilder, die ich hier zeige, sind alle vom Neuen Friedhof in Ludwigsburg. Wir haben letzten Mittwoch einen sehr lieben, weisen und hochgeachteten Pensioär zu Grabe getragen, er wurde 94 Jahre alt 
 






  1. Als wir noch in Stuttgart wohnten, ging meine Mutter mit Vorliebe ihren Einkaufsweg durch den Fangelsbachfriedhof der im Süden Stuttgarts liegt. Da ging ich dann mit und konnte nicht verstehen, dass man durch einen Friedhof geht. Beeindruckt hatten mich immer die Grabstätten mit den großen Engeln. Heute weiß ich, dass das die Grabstätte von Heinrich Bolley, einem Parlamentarier im Württembergischen, ist.
     
  2. Ich war schon in Instanbul auf einem Friedhof, bei einer Führung wurde uns erzählt, dass der Turban, die die Herrscher trugen, auch eine Art Leichentuch ist, ist das sie beim Tod eingehüllt und beerdigt werden. Ich habe die Särge der Kleinen Prinzen gesehen.

    Die Grabstätte der Familie Franck, kennst du vielleicht
    Caro Kaffee.



  3. In Kairo war ich auf einem Friedhof, aber der hat mir absolut nicht gefallen und ich war froh, als wir ihn wieder verlassen haben. Auf dem Friedhof in Cleversulzbach auf dem die Dichtermütter von Schiller und Mörike begraben sind, halte ich mich auch sehr gerne auf, auch weil dort meine Großeltern und meine Eltern begraben sind.




     
  4. Gerne gehe ich auf den Alten Friedhof in Ludwigsburg, über den habe ich schon einen Bericht geschrieben und auch bei Astrid verlinkt.




     
  5. Für diesen Post hätte ich gerne einen Bericht über den Stuttgarter Pragfriedhof geschrieben, auf dem sich auch das Grab von Eduard Mörike befindet und gleichzeit auch noch auf dem anliegenden jüdischen Friedhof fotografiert. Das ist aber nicht so einfach, weil man sich einen Schlüssel für diesen Friedhof holen muß und dort seinen Personalausweis abegeben muß. Zuviel wurde dort schon zerstört.




     

  6. Ich bin ein großer Verehrer von Anna Seghers und mag ihre Romane, wie z.B. das
    "Das siebte Kreuz".
    Wer das Buch kennt, weiß, warum ich es gerne mag und auch Bücher dieser Schriftstellerin gerne lese.
    Als ich das letzte Mal in Berlin war, habe ich ihr Grab auf den Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin besucht und war erschüttert, wie ungepflegt dieses Grab ist, wie es heute aussieht, weiß ich nicht.
    Auf diesem Friedhof sind viele, viele bekannte Personen beerdigt, die ich sehr verehre.
    So z.B.

    Heinrich Mann, Berthold Brecht, Arnold Zweig, 
    Helene Weigel und viele mehr.  Die angeführten Grabstätten habe ich damals auch besucht.

    Auch Alt-Bundespräsident Johannes Rau hat doch seit 2006 ein Ehrengrab.


  7. Ich möchte unbedingt mal auf den Hoppelaufriedhof in Stuttgart, das geschieht aber dann erst im nächsten Jahr. Das ist auch ein sehr sehr alter Friedhof auf dem sind viele bekannte Persönlichen begraben.

    Gustav Schwab, ein Württembergischer Dichter
    Emilie Zumsteeg, eine große Württembergerin



  8. Es ist für mich schon sehr interessant auf den Friedhöfen die Grabsteine anzuschauen und besonders bei Kindergräbern kommen mir schon oft die Tränen.









  9. Meine Eltern haben ein Kind verloren, meinen Bruder Ingolf, er wurde zwei Jahre alt.

    Das berührt mich schon. Meine Nichte Wiebke und mein Neffe Volker, die Kinder meiner ältesten Schwester sind auf dem Möhringer Waldfriedhof beerdigt. Wiebke wurde nur ein Jahr und Volker nur neun Monate  alt. Man muß sich das vorstellen, zwei Kinder hat diese Familie verloren. Meine Schwester und mein Schwager habe ich nie klagen hören, sie haben das unter sich ausgetragen. Zwei sehr starke Persönlichkeiten. Machmal ist es schon schlimm, was Menschen ertragen müssen. Vier Kinder hat meine Schwester bekommen, zwei davon sind heute schon über 40 und 50 Jahre alt.

  10. Es klingt vielleicht merkwürdig, aber für mich war es vor ein paar Jahren sehr wichtig, alle meine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, ich habe eine notariell beglaubigte Patientenvollmacht und ich habe ein Baumgrab im Friedwald in Schwaigern. Ich habe also meine Beerdigung schon soweit verfügt und ich bin Mitglied der Gesellschaft für humanes Sterben. Ich möchte, soweit ich das kann, es selbst entscheiden, wie und wann ich sterben möchte.

  11. Meinem Erben, in diesem Fall meinem Sohn möchte ich es nicht überlassen, alleine das alles zu bewältigen und wir haben das zusammen mit einem Begräbnisinstitut schon verfügt.
  12. Eine "nackte" Beerdigung kostet ca. 5.000 Euro im Moment. Das Baumgrab ist eingeschlossen.

  13. Der Friedwald in Schwaigern ist wunderschön und an meinem Baumgrab werde ich mit drei anderen Verstorbenen  meine Ruhe finden.

  14. Vor ca. drei Wochen ist Herr W. gestorben, er hat bis zu seinem 92. Lebensjahr seinen Garten und sein Haus alleine bewirtschaftet. Doch dann ist er hingefallen, kam ins Krankenhaus und dann ins Kleeblatt. Dort hat er vor ein paar Monaten seinen 94. Geburtstag gefeiert. Man sah ihm an, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird.


  15. Am 9. November 2016 wurde er auf dem Neuen Friedhof in Ludwigsburg bestattet. Deshalb gibt es anstelle des Prag- und Hoppenlaufriedhofs heute einen Bericht über den Neuen Friedhof in Ludwigsburg. Er ist wunderschön angelegt und es gibt auch eine kleine Abteilung mit einem jüdischen Friedhof, das zeigen auch einige Bilder.



    Friedhofsblumen?!










    Ich mag den Psalm 23
    Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.

    Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.

    Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

    Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
    dein Stecken und Stab trösten mich.

    Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.
    Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

    Und in einer Fassung von Louis Lewandowski, einem großen Kantor der jüdischen Gemeinde in Berlin, wird er auch gesungen.






Kommentare

  1. Ich mag auch gerne über Friedhöfe gehen, stehenbleiben und mir anschauen was geschrieben steht. Hier so ganz anders gibt es meist ein Foto des Verstorbenen auf den Grabplatten.

    Beeindruckend war für mich der Gang über den Friedhof in Halifax wo einige Gräber der ertrunkenen Menschen der Titanic liegen. Darunter auch ein J. Dawson der für einige Leute wohl immer noch als die Person des Filmes (mit DiCaprio) gehalten wird. Ist er aber nicht, denn die Figur im Film war fiktiv und das J steht für Josef, ein Mitglied der Crew.

    Schönen Wochenstart und viele Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  2. Anna Seghers - das siebte Kreuz... wie könnte ich das Buch je vergessen. Ich durfte mal ein Referat in der Schule darüber halten. Fast wäre das Buch zu meinem Kreuz geworden, weil ich es in nur zwei Nächten las, eh ich mein Referat darüber hielt - mit sehr gutem Ergebnis übrigens. Angeregt durch das Friedhofsthema von Astrid hatte ja auch ich einige Punkte dazu aufgeführt. Letztens war ich ganz in der Nähe des kleinen Friedhofs, über den ich als junge Schülerin immer so gern geschlendert war. Aus dem Wagen heraus machte ich einen langen Hals... und sah nicht ein einziges Grab. Irgendwann muß ich da mal zu Fuß hin. Ich glaube, es gibt den Friedhof gar nicht mehr. Punkt 10 kann ich sehr gut nachvollziehen. Wer möchte schon gern seinen Angehörigen ein Chaos hinterlassen. Mit dem Sterben allerdings tue ich mich schon zu Lebzeiten schwer. Im Falle eines Falles setze ich auf die Palliativmedizin. Liebe Grüße zu dir, Eva.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebes Pünktchen,
      kein Mensch stirbt gerne,wenn es einem aber so schlecht geht,dann möche ich doch selbst bestimmen (wenn ich noch kann) dass ich sterben kann. Sterben müssen wir alle, wenn man aber mit Gott seinen Frieden gemacht hat und man an an ein Weiterleben glaubt, so geht es vielleicht etwas leichter und ich denke immer an die Worte von Boenhoeffer

      "Von guten Mächen...." ER hat das in seinen Todesstunden geschreiben und es ist für mich immer so ein Hoffnungsschimmer.

      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  3. Liebe Eva, danke für diesen schönen, umfassenden Post. Du zeigst & schreibst so viel, auf das ich gerne antworten möchte, aber ich muss mich heute Morgen mit Behördenfehlern herumschlagen. Deshalb nur so viel:
    Ja, es ist ein Widerspruch in mir, dass ich, die große Baumliebhaberin, nicht unter einem Baum beerdigt werden will, sondern auf einem alten Friedhof in einem historischen Grab. Aber ich hab mir da was überlegt, wie ich ja im Post geschrieben habe.
    Anna Seghers Buch ist mir auch lieb und teuer ( und sie steht auch schon lange auf meiner Liste ). Komischerweise war ich nur noch nie in Berlin auf den Friedhöfen, aber habe alle Stellen aus dem Buch einmal in Realität aufgesucht und nachvollzogen.
    Das Begräbnisdatum deines Bekannten hat mich berührt, denn es ist auch der Tag, an dem mein Bruder nach viereinhalb Monaten endlich unter "seinem" Baum beerdigt werden konnte. Damals war der Friedwald ganz neu, und das Erzbistum Trier hatte sich lange gegen die Eröffnung quer gestellt. Das war vor allem für meine Mutter sehr bitter.
    Aber jetzt muss ich weiter an mein Tagwerk gehen.
    GLG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  4. Vielen Dank für darüber zu schreiben. Ihre Fotos sind beeindruckende Fotos. Der jüdische Friedhof. Hier ist die jüdische Beerdigung ist offen für alle. die Männer haben eine Kippa zu tragen. Ich werde Bilder davon nehmen. Ich mag den Psalm 23 ach gerne. Danke! http://momentsfrozentime.blogspot.nl/

    AntwortenLöschen
  5. Natürlich, liebe Eva, kann auch ich den 23. Psalm auswendig. Und nun höre ich ihn bei Dir zum ersten Mal gesungen. Danke dafür. Auch ich bin gerne auf alten Friedhöfen unterwegs. Und natürlich gibt es Grabsteine, die einen sehr berühren. Die stärksten Eindrücke habe ich von den Friedhöfen in Mailand und in Bari mitgenommen und dabei auch ziemlich makabre Geschichten - jedenfalls für mich - gehört. Eine gute Woche und liebe Grüße, Edith

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Eva, sei mir nicht bös' heute mag ich nicht auf Deinen Post eingehen.. der November nimmt immer soviele mit sich.. Drück' Dich lieb, Nicole

    AntwortenLöschen
  7. schön dass du uns wieder mitgenommen hast..
    ja.. irgendwie beschäftigt man sich wenn man älter wird mehr mit dem Thema
    Friedhöfe beängstigen mich nicht.. ich mag ihre Ruhe und "Erdung"
    ich wollte eigentlich am Donnerstag auch noch einen Friedhofsbeitrag schreiben
    doch da kam mein Vater ins KH und da mochte ich lieber andere Bilder bearbeiten
    Vorsorge ist nicht verkehrt..meine Schwägerin hatte sich auch "ihren" Baum ausgesucht..
    ich werde aber wohl dem Friedhof treu bleiben ;)
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Eva,
    schön sind deine Friedhofsbilder. Ich gehe gerne hin und wieder über Friedhöfe und sehe mir die Gräber an.
    Überlege dabei, was mir gefallen würde. Bei Gräber mit Kindern muss ich oft weinen. Die Vorstellung seine Kinder zu verlieren ist einfach zu schlimm.
    Liebe Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Eva,
    ich mag Friedhöfe auch gern ansehen, ich habe Gott sei Dank noch nicht viele Menschen zu Grabe tragen müssen und kann daher diese Orte recht ungefangen besuchen.
    Einen tollen Post hast du verfasst, hab Dank für diesen großartigen Einblick!

    Stimmt, mir war diesmal nicht nach einer Draufsicht auf die 5 Minuten Collage. Ich bin auf dein Grau gespannt!

    Ich hab das Liedchen aus der Kirche laut und deutlich hören könne, hab Dank!

    Liebe Grüße ... Frauke

    AntwortenLöschen
  10. Moin liebe Eva,

    ein sehr einfühlsamer Post. Ich begegne Friedhöfe wie du. Für mich sind sie ein Ort des Nachdenkens, denn sie haben ihre ganz eigene Gefühlswelt. Eltern sollten ihre Kinder nicht vor ihnen zu Grabe tragen, das ist mit das schrecklichste was einer liebenden Mutter passieren kann. Wir haben ja schon drüber gesprochen, bevor dien liebevoller Post online ging...
    Ich wünsche dir einen schönen Tag!
    Ich denk an dich,
    liebe Grüße
    Britta

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Eva,
    vielen Dank für dein Teil geben.
    Auch ich mag die großen Friedensengel sehr gerne und bewundere die feinen Arbeiten an alten Grabstätten,
    wunderschöne Rosen, wie du sie auch gezeigt hast und vieles mehr....
    Du hast berührendes geschrieben, habe sehr mitgefühlt....
    Alles Liebe dir,
    herzlichst Monika*

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar, das freut mich sehr.
Sei bitte nicht böse, wenn dein Kommentar nicht gleich freigeschaltet wird.
Sobald ich das kann, werde ich es tun und ich komme mit Sicherheit auch bei dir vorbei.

Allerdings behalte ich mir auch vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen.
Lieben Gruß Eva








Hier schau ich gerne rein.