Bunkerwanderung durch das Pulverdinger Holz

Zusammen mit dem Arbeitskreis Bunkerforschung und mit der Schiller-Volkshochschule Ludwigsburg sind wir am Sonntag zu einer Bunkerwanderung durch das Pulverdinger Holz gegangen.



Vielleicht kennst du so ein Bauwerk (s.o), vielleicht hast du es schon einmal gesehen. Hier bei uns hat es viele solche Kabelsäulen. Von hier aus gingen die Kabel unterirdisch zu den einzelnen Bunkern.

Das ging dann so, dass ein feindlicher Angriff im Anzug war. Der Melder fuhr mit dem Auto, bzw. einem Motorrad o.ö. zu so einer Kabelsäule, schloß sein tragbares Telefon an und verständigte so die Bunker. 

 Es war sehr frisch am Sonntag plus 2 Grad, aber warm eingepackt sind wir insgesamt vier Stunden durch das Pulverdinger Holz gelaufen und als wir wieder an unseren Autos waren, war es schon dunkel.



Pulverdingen ist ein Ort nahe Vaihingen Enz und dort ist ein Abschnitt der Neckar-Enz-Stellung. Ich setze hier mal einen Link, dann kannst du sehen, was das ist und welche Bedeutung das hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Neckar-Enz-Stellung 

Sicher nicht für Jeden interessant, aber ich finde so etwas richtig interessant und auch was diese  Bunker teilweise für Geschützen hatten. Ich weiß Krieg ist nicht schön, aber es gibt ihn und es gehört nun mal zu unserer Geschichte. Aber, wenn ich ein Gewehr oder eine Pistole in die Hand nehmen müßte, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Schießen nie könnte. Deshalb ist für mich auch so ein Schützenverein absolut nichts. Wer sich also nicht für die Bunker interessiert, der schaut die Waldbilder an, denn die gefallen mir sehr gut. 



Es war schon interessant und vor allem auch diese Bunker zu finden, die übrigens, wenn sie teilweise nicht so gefährlich wären, eine idealer Spielplatz für Kinder und auch Erwachsene wären. Rost und überall schauen Eisenarmierungen heraus, aber total interessant, zum Erforschen, wenn man aufpasst.




Interessant war auch, dass von 25 Teilnehmern immerhin vier Frauen dabei waren. 
Mit einem sehr interessanten Mann ;-))), der auch sehr an allem interessiert war, habe ich mich auf dem ganzen Weg sehr gut unterhalten und er hat sich doch total gewundert, was ich über diese Zeit doch weiß, vor allem als Frau :-))))). Von den ganzen Flugzeugen über Panzer und und und und. Nun, ich hatte ja einen guten Lehrer und mein Sohn hat sich für die ganzen Flugzeuge interessiert, er wollte ja mal Pilot werden, leider ist das nicht gegangen, weil er mit den Augen Probleme hat. 





Zur Neckar-Enz-Stellung sei noch gesagt:

natürliche Panzerhindernisse durch Neckar und Enz
von Eberbach im Odenwald bis Vaihingen/Enz entlang der Flüsse

450 Bauwerke auf 86 km Stellungslänge (entspricht etwa 5,2 Bauwerken je km)
 
Bauzeit  von 1935 bis 1938 bei etwa 16 Millionen Reichsmark Baukosten, zum Vergleich ein
Einfamilienhaus kostete damals ca. 10.000 Reichsmark.





Während der Wanderung bekamen wir einen Eindruck, vom Erhaltungszustand und der räumlichen Anordnung. Die Vorgänge an den Stationen gaben uns Zusatzinformationen über die taktischen und technischen Randdaten. Sehr interessant. 
Was wir allerdings nicht sehen konnten, war das Leben der Soldaten in den Bunkern. 





Das können wir aber bei der nächsten Führung beim Besuch des Museumbunkers Ro 1 nachholen.


Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das ein Beitrag für Sigruns "Lost Places" ist. 

Die Bunker sind alle numeriert und haben Bezeichnungen wie

Bauwerk PU 15/438
Baujahr 1937
Betonvolumen: 110 m3 
Besatzung: 1 - 4
Panzerteile: 7P7 (7P7, Stahlschartenplatte für MG)

Bauwerk PU 16/439
Baujahr 1937
Betonvolumen 173 m3 
Besatzung 2 - 8
Panzerteile: 7P7 (2x) 

Bauwerk PU 17/440
Bezeichnung MG - Schartenstand
Baujahr 1937
Betonvolumen 100 m3
 Besatzung 1 - 4
Panzerteile 7P7


Bauwerk Ho5 /442
Baujahr 1937
Betonvolumen 165 m3 
Besatzung 2 - 8 
Panzerteile 7P7 (2 x)





Interessant war es schon, durch den Novemberwald zu wandern und nebenher noch etwas geschichtliches zu hören.
Die Bunker wurden 1946 von deutschen Pionieren unter Aufsicht der amerikanischen Besatzer gesprengt. 




Die Bunker gehören dem Staatlichen Vermögensamt und sie werden von diesem auch unterhalten. Wer aber einen Bunker kaufen möchte, kann das tun. 
Verhandlungspreis ab 1 Euro.
ABER, so ein Bunker muß auch unterhalten und gepflegt werden. Es gibt tatsächlich Leute, die richten so einen Bunker wieder komplett her. Gesehen habe ich allerdings noch keinen.



Das ist eine Schmetterlingstramete
Nein, es ist der Rotrandige Baumschwamm siehe unter im Kommentar von Christa. 





Das sind noch die Originalfarben

Mir hat die Wanderung durch den Herbstwald sehr gut gefallen und ich habe wieder ein neues Stück Wald kennengelernt, das ganz nah bei Hochdorf liegt. 




Ich freue mich auf meine nächste Bunkerführung und bin schon so gespannt. Klar, es interessiert nicht Jeden, aber mich schon, weil das auch zu unserer Geschichte gehört.

Da wir ein wunderschönes Stück durch den schönen Herbstwald gegangen sind und doch einiges auch gesehen haben, schicke ich den Post zum Naturdonnerstag von Jutta.



T
Teilweise sind wir auch in die Bunker hineingekrochen, aber das geschieht auf eigene Gefahr. 

Interessant ist es schon.  Bald machen wir auch eine

Geocaching Tour

 Hast du sowas schon einmal gemacht?







  



Kommentare

  1. Moin Eva, sehr interessant!
    Ich schau mir auch gerne sowas an. Schade das du keine Bilder hast vom Bunker-Inneren.
    Ich kann mir gut vorstellen das es eine wirklich schöne Wanderung war.
    Habs fein,
    liebe Grüße
    Britta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Im Inneren liebe Britta siehst du nicht viel, außerdem ist es komplett dunkel man braucht eine Taschenlampe und das Foto wäre nix geworden. Ausserdem lohnt es sich nicht wirklich.

      Vom Museumsbunker werde ich aber mit Sicherheit vom Inneren machen.

      Lieben Gruß Eva,
      wieder mal in Eile. :-)))

      Löschen
  2. Zu tollen und interessanten Wanderungen nimmst Du uns mit und wie schön das Du sie mit uns teilst. Deine überwachsenen Bunker-Fotos gefallen mir mit am besten.
    Das man so einen kaufen kann - darauf wäre ich nie gekommen, es wäre bestimmt interessant so einen hergerichteten mal zu sehen, kann mir gar nicht vorstellen was man damit so machen kann.
    Geocaching war bis vor Kurzem hier ein echter Renner, viele rannten durch die Gegend, aber selber mitgemacht habe ich noch keine. Hoffentlich berichtest Du dann davon auch?!
    Liebe Grüße
    Kirsi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das mache ich sehr gerne liebe Kirsi,
      wird aber erst im Frühjahr passieren, genau wie die nächste Bunkerwanderung.

      LG Eva

      Löschen
  3. Da sind die vier Stunden sicher fast wie im Flug vergangen, so interessant wie du es beschreibst.
    Vieles weiss man, dass es das gibt, aber wenn man dann davor steht und es einem ausführlich erklärt wird, staunt man ab den Einzelheiten.
    L G Pia

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Eva, auf eine sehr interessante Wanderung hast du uns da wieder mitgenommen. Geocaching-Touren unternehmen wir gelegentlich mit den Familien unserer Kinder/Enkelkinder. Für die Kinder ist es immer sehr spannend ... aber auch ich mag es sehr ... vor allen Dingen wenn das Auffinden der Cachs mit irgendwelchen Aufgaben verbunden sind oder Angaben zur Gegend erfragt werden.
    Übrigens, dein gelungenes Pilzfoto zeigt nicht die Schmetterlinbgstramete (Trametes versicolor), sondern den Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola).
    Liebe Grüße, Christa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Christa,
      vielen Dank. Ich hatte mich auch schon gewundert, weil ich die Schmetterlingstramete kenne, die wächst so balkonartig.
      Aber wenn des diese Baumschwamm ist, bin ich auch zufrieden. Schön ist er aber auch.

      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  5. Liebe Eva, Bunkerwanderung ist nicht meins. In Holland habe ich einige Bunker an der Nordsee - auch von Innen - gesehen, aber sie stimmten mich traurig. Die Tatsache, zu welchem Zweck sie gebaut wurden und wie die Soldaten in diesen Bunkern leben mussten - daran möchte ich heute nicht mehr erinnert werden. Ja, es ist Geschichte und nicht zu ändern- mögen solche Bauwerke nie wieder nötig sein.

    Deine Waldbilder sind dafür umso erbaulicher ;-)

    Liebe Grüße
    Elisabetta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auch ich bin traurig drüber und gerade deshalb finde ich es interessant, dass man da so einiges darüber erfährt.

      Den Westwall und die Normandie möchte ich auch einmal besuchen.

      Lieben Gruß Eva

      Löschen
  6. Bestimmt interessant so weine Führung, da bekommt man erst einmal mit wo doch so alles noch "versteckt" und vorhanden ist.

    Liebe Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Eva,
    Danke fürs Mitnehmen auf diese tolle Bunker-Wanderung. Sehr interessant und so viel Wissenswertes, Klasse!
    Liebe Grüße
    moni

    http://www.reflexionblog.de

    AntwortenLöschen
  8. Danke für die Führung, war sehr interessant. Gleichzeitig so schöne herbstliche Bilder.

    Liebe Grüße
    Paula

    AntwortenLöschen
  9. Hat mir gefallen dies Wanderung, an der ich , wie all die anderen Leser sehr gerne teilgenommen habe.
    Liebe "DND" Freundin,
    ich danke von ♥ für die vielen schönen Beiträge mit unserer herrlichen Natur.
    Ich bin sehr glücklich, dass sich so viele begeisterte Teilnehmer eingefunden haben
    und so treu das ganze Jahr zur Stelle waren.
    Ich hoffe, dass wir uns im Jahr 2017 alle wieder beim
    Natur-Donnerstag treffen.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  10. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Wanderung total interessant war, gerade bei diesem Herbstwetter.
    LG
    Magdalena

    AntwortenLöschen
  11. das war ein sehr interessanten und lehrreicher SPaziergang
    wobei mir dann auch der Wald besser gefallen würde als die Bunker ;)
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
  12. Hier in der Stadt gibt es inzwischen etliche Hochbunker die in Wohnraum umgewandelt worden sind. Bin ich froh drüber. Sie haben mir im Stadtbild nicht gefallen, weil sie mir Angst gemacht haben wie die Markierungen zu den Luftschutzkellern an den Häusern. Die konnte man noch bis zu 50 Jahre später sehen.
    Den Wald finde ich aber schön.
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  13. Hallo Eva,
    ich fände so eine Bunkerwanderung auch interessant.
    Für mich haben solche alten Bunker doch irgendwie etwas Geheimnisumwittertes?
    Das Ganze dann noch eingebettet in der herrlichen Natur, was will man mehr?
    LG Heidi

    AntwortenLöschen
  14. Liebe Eva,
    danke für diesen wunderbaren und sehr interessnten Spaziergang!
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag und ein zauberhaftes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  15. Ach Eva,
    tolle Fotos!!!!
    Es ist einfach immer wieder schön, mit dir unterwegs zu sein
    und so viel zu sehen und kennen zulernen!!!
    Schön, dass du so unternehmungslustig bist und Freude hast daran Teil zugeben!!
    Hab Dank dafür!
    Ganz liebe Grüße
    von Monika*

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Eva,
    eine sehr interessante Führung. Ich selbst suche auch immer nach den Spuren der Vergangenheit, von denen ich dann auch die Ein oder Andere entdecken konnte auf meinen Radtouren. Darüber schreibe ich irgendwann einen Post.
    Mir hat Dein Artikel sehr gut gefallen!

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    AntwortenLöschen
  17. Liebe Eva,
    das Leben der Soldaten in den Bunkern möchte man sich am liebsten gar nicht mehr vorstellen....ein ganz besonderer, historischer Lost Place. Toll, dass du so viel bei dieser Führung erfahren durftest und hier weitergeben kannst und eine schöne Herbstwanderung war es auch gleich noch.
    Danke fürs Verlinken,
    LG Sigrun

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar, das freut mich sehr.
Sei bitte nicht böse, wenn dein Kommentar nicht gleich freigeschaltet wird.
Sobald ich das kann, werde ich es tun und ich komme mit Sicherheit auch bei dir vorbei.

Allerdings behalte ich mir auch vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen.
Lieben Gruß Eva








Hier schau ich gerne rein.