Helmbundkirche in Neuenstadt

Der Ort Helmbund wurde im Jahr 797 erstmals erwähnt und ist die Muttersiedlung von Neuenstadt am Kocher. Diese Siedlung wurde im 14. Jahrhundert aufgegeben.
Helmbund bedeutet 
Herrenhof der Helmana



Helmbund hängt mit dem Lorscher Codex zusammen, der so eine Art Grundbuch bedeutet.   




Die Helmbundkirche in Neuenstadt am Kocher, die an der Straße nach Cleversulzbach (inzwischen ein Stadtteil von Neuenstadt ist) liegt, ist aus dieser Zeit.

Man kann die Kirche nur von außen besuchen, deshalb war es auch schwierig Innenbilder zu machen. 





Die Kirche blieb aber noch bis 1481 Pfarrkirche von Neuenstadt und dem nahen Ort Cleversulzbach und wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.




Der umliegende Kirchhof  blieb bis 1646 Begräbnisstätte für Neuenstadt und Cleversulzbach.




In der Gruft dieser Kirche wurden noch bis ins 18.Jahrhundert verschiedene Adelige aus dieser Gegend bestattet. Gedenkgottesdienste fanden noch bis ins 1790 statt.




Im 19. Jahrhundert war die Ruine stark einsturzgefährdet und die Gemeinde Neuenstadt erwog 1870 den Abriss der Ruhine. Die Steine hätten beim Bau einer Brücke über den Fluß Brettach Verwendung gefunden.
Ein Spendenaufruf von Freunden dieser Kirche brachte aber dann doch zustande, dass die Ruine erhalten werden konnte.




Fruchtstand vom Wiesenbärenklau










Von der Kirche ist der Turmsockel erhalten, der neben verschiedenen spätromanischen Stilmerkmalen auch noch den spitzbogigen Triumphbogen aufweist, der einst die spätromanischen Stilkermale die Öffnung zwischen Turmchor und Kirchenschiff bildete.




Wer meinen Blog liest, der weiß, dass ich mit dem Ort Cleversulzbach eng verbunden bin, denn ich habe dort meine Kindheit im Sommer auf dem Bauernhof meiner Großmutter verbracht.


Dort spielte sich auch die Geschichte meiner Familie ab. Dort war meine Mutter im 2. Weltkrieg mit ihren Kindern untergebracht, während die Möbel in Stuttgart untergelagert waren und mein Vater im Gefängnis in Berlin-Moabit schwer gefoltert wurde und zuletzt dann in der Festung Torgau, 
Fort Zinna, auf seine Hinrichtung durch Erschießen wartete. 

Dort sind auch meine Eltern und  mein Bruder, den ich nie kennengelernt habe, beerdigt.
  

Der Turmhahn ist immer mit dabei.


Ond die Schwoba send halt guad.

In Cleversulzbach verbrachte auch Mörike seine schönsten Jahre als Pfarrer und dort hat er sein Gedicht vom Turmhahn geschrieben.





Auf meinem Blog findet man vieles über Cleversulzbach und Mörike. Wer sich dafür interessiert und ich bin mit Mörike aufgewachsen und begegne ihm immer und immer wieder. Er war und ist ja auch ein Ludwigsburger, dort ist er ja geboren.

Zu der Helmbundkirche sei folgendes gesagt. In den Jahren 1955 bis 1961 war ich im Sommer immer in Cleversulzbach bei der Oma und wir haben auch dieses Kirchle besucht, das ein wenig einen schlechten Ruf hatte, es würde dort spuken. Mir war der Ort immer unheimlich, nachdem schon meine Mutter immer erzählt hatte, dass ihr als Jugendliche dort zusammen mit der Cousine ein schwarzer Hund begegnet ist, der sie verfolgte. Dieser Hund hatte noch dazu glühende Augen. Sie beteten ein Vaterunser und der Hund verschwand.


Schon gruselig, nun, wer es auch immer war, diese Geschichte ging mir auch durch den Kopf, als ich nach langen Jahren diese Kirche am letzten Sonntag besuchte. Gruselig war nicht mehr, im Gegenteil sehr interessant und so gepflegt war die Anlage in den Jahren, als ich sie besuchte nicht. Aber wie es um Mitternacht aussieht, weiß ich auch nicht.

Es war ein schöne herbstlicher Spaziergang um die Kirche herum und natürlich dann wieder wie meist im Herbst ein Spaziergang auf dem Mörike Pfad.

Hier dachte ich zuerst, "das sitzt eine Katze". 
Aber schaut näher hin.  

Cleversulzbach ist auch deshalb interessant, weil sich dort der Anitquitätenhändler John Birchall niedergelassen hat. Er hat alte Bauernhäuser, in denen ich so oft war, aufgekauft, renovieren lassen und verkauft dort englische Antiquitäten. Sehr schöne alte Stücke und auch neue Teile, aber leider nicht meine Preisklasse. Ich möchte schon lange eine alte englische Teekanne aber unter 500 Euro, war nichts zu haben und das ist mir dann doch ein wenig zu teuer. Aber ich schaue da immer gerne rein und freue ich an schönen Sachen.


Ich setze mal den Link, wer ihn anschauen möchte kann das tun, er ist auch nicht verborgen  und ich bekomme kein Geld für das Anklicken, aber interessant auf jeden Fall. 

Wer sich dafür interessiert schaut hier, einiges über Cleversulzbach und meine Erlebnisse:




Mein Beitrag heute für Novas "Tor in die Woche"


und

Lottas "Bunt ist die Welt", bei der es heute um einen herbstlichen Spaziergang geht, es war allerdings letzten Sonntag noch nicht soo herbstlich.


Die Geschichte meines Vaters ist sehr interessant und ich werde demnächst anfangen, darüber zu schreiben, noch habe ich nicht alles zusammen, aber das was ich bis jetzt habe, ist für mich Anlass meinen Vater in einem ganz anderen Bild zu sehen, in einem sehr guten Licht.

Zwei Stellen als Bürgermeister von doch recht bekannten Städten in Baden-Württemberg und
die Degradierung (durch die Nazis) zu einem Inspektor bei der Landesversicherungsanstalt Württemberg und der Aufstieg und die Mitwirkung beim Aufbau einer recht großen Behörde in Stuttgart, das ist eine Lebensgeschichte, die ich auf meinem Blog festhalten werde.
Es ist wieder viel geworden heute, aber ich führe meinen Blog  auch ein wenig für mich und mein Vater verdient es sehr wohl, dass er nicht vergessen wird und wenn ich darf, werde ich das auch bei Heidi im Guckloch verlinken. Das erfordert aber noch ein wenig Zeit, es soll ja auch alles stimmen und da ist eine gute Recherche wichtig.



Wem das zu langweilig ist und auch zuviel Info, der muß es nicht lesen. 

Dafür bedanke ich mich auch bei Susi Zaunwicke zu der dieser Beitrag auch geht.

Das Grab der Dichtermütter
Charlotte Mörike und Elisabetha Dorothea Schiller,
die mir heute auch begegnen wird.


Dieser Post entstand in  Zusammenarbeit mit der Stadt Neuenstadt am Kocher

http://www.neuenstadt.de/index.php?id=207&no_cache=1 












Kommentare

  1. Wie gut das sich Menschen gefunden haben die Sorge trugen das sie nicht abgerissen wurde. Auch so als Ruine ist sie doch sehr interessant, viel Geschichte und sogar eine "Gruselgeschichte" die ich witzig finde. Ob sie damit wohl verhindern wollten das sich Liebespaare oder auch Kinder nächtens dort hin "verirren". Ich kann es mir richtig gut vorstellen wie du dich früher und auch heute gefühlt hast. Danke dir für dein T und den wieder informativen Post. Wieder einiges "kennengelernt" und gelernt finde ich sowas toll.

    Herzliche Sonntagsgrüssle

    N☼va

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  2. Da hast du uns ja mit vielen Geschichten zum Sonntag verwöhnt! Solch Horrorgeschichten über bestimmte Gegenden & Orte wurden mir als Kind auf dem Dorf auch erzählt, von halben Pferden, Hunden mit glühenden Augen usw. Das Dorf ist übrigens auch im von dir aufgeführten Lorscher Codex 774 erwähnt, gehört also zu den ältesten Siedlungen des Baulandes.
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

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    1. Ja Astrid, habe ich oben im Eingang geschrieben.

      Lieben Gruß Eva

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  3. Alles sehr interessant, liebe Eva, ja, unsere Väter, die um ihre Jugend betrogen wurden und ihr ganzes Leben daran zu tragen hatten, haben es verdient, hier geehrt und erwähnt zu werden! Ich habe es auf meinem Blog auch schon getan und bin gespannt auf Deinen Post.
    Wie gut, dass die Ruine durch Spendenaufrufe erhalten blieb. Es ist schon ein Erlebnis, diese alten Gemäuer zu bestaunen. So etwas gibt es doch heute gar nicht mehr.
    Und schaurig-schöne Gruselgeschichten, die früher, als es noch keinen Fernseher gab, an langen Winterabenden von den Erwachsenen erzählt wurden, begleiten auch mich schon mein Leben lang.
    Vielen Dank für diesen schönen Post. Mach weiter so.
    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Edith

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  4. Liebe Eva,

    heute können wir ja wieder mit Wort und Bild so richtig in die Geschichte eintauchen - einfach herrlich. Es ist doch immer wieder wundervoll und interessant, mal etwas von anderen Gegenden zu erfahren. Du machst das aber auch immer so schön, dass einem nie langweilig dabei wird.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Liebe Eva,
    wie viel Interessantes, Wissenswertes und vor allem herrliche Fotos. Danke fürs Mitnehmen ♥
    Sehr gut ist, dass hier durch Spenden diese feine alte Ruine mit den vielen tollen Details aus der Vergangenheit bewahrt wreden konnte.
    Liebe Grüße
    moni
    http://www.reflexionblog.de

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  6. Sehr spannend, liebe Eva. Danke für diesen informativen Bericht und die schönen Bilder. Noch einen schönen Sonntag! LG Lotta.

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  7. Deine Berichte lohnen sich immer zu lesen, liebe Eva. Danke dafür
    Ich finde es schön, das es noch Möglichkeiten und Menschen gibt die alles daran setzen Altes zu erhalten

    einen schönen und sonnigen Sonntag so wie hier wünscht
    Martina

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  8. Liebe Eva,
    dein Bericht war weder zu lang noch zu langweilig. Ich finde deinen Post sehr spannend, danke dass du so ausführlich berichtet hast.
    Die Fotos wind wieder einmal klasse. Schön, dass wir dich hier bei deinen Unternehmungen begleiten dürfen.
    Hab einen schönen Sonntag
    Liebe Grüße
    Silke

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  9. Hallo Eva,
    ich kann mir sehr gut vorstellen, das dieser Helmbundkirche etwas "Gruseliges" anhaftet? Verlassene, alte Gemäuer, auch noch mit Gruft sind furchteinflößend huhuhu...!Und auf dem Foto sehe ich auch eine schwarze Katze sitzen!!!
    Schön angelegt wurden die Gräber der Dichtermütter. Ich freue mich schon auf den Beitrag über deinen Vater, das was du uns über ihn verraten hast, das hört sich ziemlich spannend an?
    Ich bin deinen Link´s gefolgt und nun weiß ich auch, wie die gute Oma 1960 ausgesehen hat!
    LG Heidi

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    1. Liebe Heidi,
      du hast schon verlinkt, das habe ich heute mittag schon gesehen, vielen Dank.
      Ja meine Oma, sie war eine herzensgute Frau, ohne sie wären meine Familie verhungert.
      Ohne sie wäre vieles, was ich heute habe nicht möglich gewesen. Es tut mir so leid, dass wir uns nie verstanden haben. Das geht mir sehr nach.

      Lieben GRuß Eva

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  10. Ein sehr schöner und interessanter Ausflug! Ich habe Deine Ausführungen genossen. Gerade weilich die Dichter Mörike und Schiller gut in der Schule nahe gebracht bekommen habe. Die Mutter von Mörike muss wohl dreizehn Kinder zur Welt gebracht haben. Das kann man sich schier nicht vorstellen. Zumal damals die ärztliche Betreuung, das Gesundheitswesen u.a. noch kein Antibiotika kannte. Hab`noch einen schönen Sonntagabend

    LG von Heidrun

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  11. Liebe Eva, man kann es sich fast nicht vorstellen, dass diese Kirche nicht mehr existiert, wenn man den Rest des Turmes ansieht.
    Das sind doch Mauern, die für die Ewigkeit gebaut wurden. So glaubt man.
    Sehr interessant sind Deine Ausführungen über die "Geschichte" Deiner Großeltern und den damit verbundenen Ortschaften. Du kannst glücklich sein, die Möglichkeit zu besitzen, all dies zu recherchieren. Nicht jedem (mir z.B.) ist dies nicht vergönnt.

    Wir werden sicher noch genau erfahren, was es mit Deinem Vater auf sich hatte und ich freue mich schon auf Deine Berichte.
    Inzwischen liebe Grüße von
    Elisabetta

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  12. es ist schon interessant was Du da zusammen getragen hast. ganz versteckt eine Ruinne und entdeckt ein Tor vergittert..
    Irgendwie kommt es mir so streng vor, alles soll ausgeschlossen bleiben. Rundherum die Natur entschädigt.
    herzliche Grüße in die neue Woche, Klärchen

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    1. Die vergitterten Öffnungen haben leider ihre Berechtigung.
      Einige Zeit war es nicht so. Aber es gibt eben Leute, die des nachts hier ihre Veranstaltungen betreiben und auch einiges zurücklassen.

      Lieben Gruß eVa

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  13. Ach, ich betrachte alte, zum Teil schon vom Grün der Natur überwucherte Ruinen auch so gern. Sie haben so einen ganz besonderen Charme. Es macht so einen Spaß sie in aller Ruhe zu umrunden, mal aus jener Ecke einen Blick darauf zu werfen, mal aus einem andren Winkel. All die Besonderheiten beim Bau und beim Verfall wahrzunehmen. Und du hast sehr viele reizvolle Blickwinkel eingefangen.
    Es wäre sehr schade gewesen, wenn man sie damals abgerissen hätte.

    ♥ ♡ ♥ ♡ ♥ ♡ ♥
    Herzlich grüßt
    Uschi

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