Ein herausragender Villenbau der Neurenaissance

Zum "Tag des offenen Denkmals" in Stuttgart haben wir u.a. die Villa Olymp in Stuttgart besucht. Es ist ein herausragender Villenbau der Neurenaissance. Interessant auch für Jeden, der sich für Architektur interessiert.



Es war wundervolles Wetter und ich hatte, als ich dieses Foto machte, Gegenlicht und Jeder weiß, dass das schlecht ist. Deshalb mußte ich die Kamera so halten. Aber ich wollte die Villa - die wie man im Text lesen kann - renoviert wird - fotografieren.
Die Auflösung vom Post von Weekend Reflection. 



Das heute als Villa Olymp bezeichnete Gebäude dient als Firmensitz der Firma Olymp Friseureinrichtungen. In den Jahren 1891/92 wurde die Villa von zwei der damals wichtigsten Stuttgarter Architekten,


von


Ludwig Eisenlohr ( :-))
Ich weiß warum es mich immer zu Breuninger zieht. 
 
und
Carl Weigle,

für den Champagnerfabrikanten Eduard Giesler errichtet.





Der zweigeschossige Baukörper erhebt sich über einem massiven Sockel aus Sandstein. Der Bau besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit Eckquaderungen aus Kalkstein. Sowohl der Grundriss- als auch der Aufriss der Villa sind asymmetrisch gestaltet. Das Hauptportal wird von einem vorspringenden Baukörper mit geschweiftem Giebel und einem turmartigen Vorbau mit Glockendach gerahmt. Die Talseite weist ebenfalls einen Risalit (italienisch Risalto = Vorsprung) mit geschweiftem Giebel und Runderker auf.

Der reiche Bestand an Zierelementen, wie Obelisken als Giebelbekrönungen, Gauben und Kaminköpfen als Dachaufbauten, Metallarbeiten an Terrassen und Portalen, ist in seltener Vollstandigkeit erhalten. Die Villa wurde im 
2. Weltkrieg trotz, dass Stuttgart fast vollständig zerstört wurde, vollständig erhalten.


Insbesondere die zweigeschossige Halle mit der dreiläufigen Treppe, der Kamineinfassung aus Sandstein und den Holzvertäferungen an den Wänden, ist weitgehend im bauzeitlichen Zustand erhalten.





Im Jahr 2014 wurden in einem ersten Bauabschnitt die Dächer und die Natursteinelemente an den Fassaden saniert. In einem zweiten Bauabschnitt werden ab September 2016 die Metallteile, die Sockel und die Terrassenabdichtungen instandgesetzt. Das große finanzielle Engagement des Eigentümers wird durch Mittel des Landes Baden-Württemberg unterstützt.



Diese Villa zu besichtigen, war ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
Den Wintergarten fand ich überwältigend schön. Er ähnelt unserem Wintergarten des Hauses in der Olgastraße 93 B Suttgart. In der Wohnung haben meine Eltern, meine Geschwister und ich von 1956 bis 1962 gewohnt. Ein Haus, das 1901 gebaut wurde.

Der Kamin der Villa im Wohnzimmer


 Ich mag es, solche Türen, auch ein Stück Erinnerung an meine Kindheit, sogar die Türklinken sind fast identisch mit der Wohnung in der Olgastraße.









Ausser dem Springbrunnen, war es von der Art des Holzes und der Türen fast genauso, selbst die Fliesen sind identisch.






Über das Haus in der Olgastraße 93 B, in dem wir einmal gewohnt haben, werde ich Euch noch berichten, sobald ich Bilder von meiner Schwester bekommen habe.

Erwähnenswert ist noch, dass in den "besseren" Häusern um diese Zeit die Dienstboten die Treppe der Herrschaften nicht benutzen durften, sie hatten ihren eigenen Eingang und auch ein eigenes Treppenhaus.



Bildschöne Fliesen am Kamin und über dem Kamin das Wappen E.G. für Eduard Giesler




Ich träume, hier ein Fest feiern und in einem wunderschönen Kleid die Treppe herunterschweben, der Liebste wartet schon mit großen Augen. ;-)))) Na, Er macht öfters auch große Augen, ohne, dass ich die Treppe herunterschwebe.

Die Blogger, die vielleicht heute in Stuttgart an der Haltestelle Bopser in Stuttgart aussteigen und in Fahrtrichtung rechts zur Weißenburg gehen, werfen nach links einen kleinen Blick auf die Hohenheimer Straße 93 und sehen das Gebäude zwischen den Bäumen stehen.



Die Villa war nur an diesem Tage geöffnet. Frau Dr.-Ing Ellen Pietrus von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Stuttgart, mit Ihr hatte ich bei meiner Arbeit früher oft zu tun, führte uns gekonnt und mit großen Engagement durch die Räume dieser Villa.

Als ich das dunkle Holztreppenhaus gesehen haben, kamen mir Gedanken, ob die Blogger das alle Weiß streichen würden? 
Eine schreckliche Vorstellung, zumal das Gebäude auch innen unter Denkmalschutz steht. 

In den Jahren 1956 bis 1962 bin ich oft zu meiner Freundin in der Hohenheimer Straße 64 gegangen. Die Bäckerei Sanzenbacher befand sich gleichfalls in dem Haus, da gabs immer leckeren Kuchen. Ich habe mich als Kind immer gewundert, was das für ein wunderschönes Haus ist, das das oben steht. Kein Mensch konnte es mir sagen, nun heute nach fast 61 Jahren weiß ich das.

Am Bopser und in den Weißenburganlagen habe ich mich mit Cornelia gerne aufgehalten und damals stand auch noch die wunderschöne Villa Weißenburg, die man leider abgerissen hat, würde man heute nicht mehr machen. Das ganze Gelände wurde damals von den Amerikanern besetzt und war in einem ganz desolaten Zustand. Erst zur Bundesgartenschau 1961 wurde das Gelände neu angelegt.
Ich berichte gelegentlich über den Besuch der Weißenburganlagen und der Geschichte dieses Areals.

Dann sind wir noch ein Stück gegangen und siehe da, die Litfaßsäule gibt es noch, die stand schon vor 61 Jahren hier auf diesem Platz, in anderer Form und wir sind das Schlangenwegle, so nannten wir das Wegle, hintergegangen. Das sind Erinnerungen, unglaublich, sogar das Geländer ist noch das alte wie früher. Es nimmt einen schon irgendwie mit, das alles nach sovielen Jahren wieder zu sehen. 




Besichtigt haben wir noch den Marmorsaal der Villa Weißenburg und noch ein anderes Gebäude.
An diesem Platz, an dem das andere Gebäude steht, das wird besichtigt haben,  hat sich eine bekannte Stuttgarter Persönlichkeit immer wieder gerne aufgehalten. Über sehr interessante Gebäude werde ich noch berichten. Ich interessiere mich nun mal für Architektur und kann auch durch meine Recherchen noch soviel dazulernen. Insgesamt waren wir doch den ganzen Tag beschäftigt, denn drei Objekte zu besichtigen ist ganz schön viel. Aber ich hätte noch gerne mehr gesehen. Nächstes Jahr gibt es nun wieder andere, aber wir werden wieder dabeisein.

Ein kleiner Einblick in den Marmorsaal der Villa Weißenburg gebe ich hier noch.


Ferner möchte ich mich für Eure immer so lieben Kommentare bedanken. Ich freue mich, wenn Euch meine Beiträge gefallen. Es macht mir auch großen Spaß über Dinge zu berichten, die ich mag.

Seit gestern habe ich meinen Enkel hier und darf das Wochenende auf Oma machen. 

Samstag bei Andrea, mal sehen, wer schon da ist! 







Kommentare

  1. Wow...da wäre ich aber auch gern herumgestiefelt. Leider waren die Angebote hier am Tag des offenen Denkmals für Objekte, die sonst nicht geöffnet sind, eher spärlich...doch gerade die haben ja ihren Reiz! Ein schönes Wochenende. LG Lotta.
    P.S. So richtig "gut" geht es meinem Rücken noch nicht...aber "besser"...;-)

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  2. Ach solche alten Häuser liebe ich! Da findet mal so viele interessante Blicke. Es wäre doch schade, wenn so etwas übermalt würde.
    Ich wünsche dir viel Spaß bei den Viechern und mit dem kleinen Jungen.
    Andrea

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  3. Ein toller Einblick in alte Zeiten. Sehr schöner Post und Bilder.
    Herzlichen Gruß Sylvia

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  4. Was für ein eindrucksvolles, schönes Gemäuer.
    Und du hast recht, der Wintergarten ist wirklich ein besonderer Ort.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Wow dachte ich als ich das erste Bild vom Treppenhaus sah. Was für herrliche Drechslerarbeiten. Da würde ich auch liebend gerne die Treppe herunter schweben. Eine Platzverschwendung sagen heutige Beuherren!
    L G Pia

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  6. Diese Villa gefällt mir so wie sie ist. Da die Wände weiss sind, sind die dunklen Holzbalken ein schöner Kontrast. Es gibt da also gar nichts zu verändern...
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    lg Gabriele ☼

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  7. Was für ein schönes Gebäude - toll, dass es so viele Kindheitserinnerungen bei dir weckt. Ich finde es schade, dass beim modernen Bauen nur selten so eine Liebe fürs Detail eingesetzt wird. Aber es kann ja auch nicht mehr davon ausgegangen werden, dass so ein Haus über mehrere Generationen in einer Hand bleibt.

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  8. Ich liebe diese Bauweise, liebe Eva! Alleine schon der rote Backstein gefällt mir sehr. Hast Du dieses herrliche Treppenhaus gesehen - ein Traum! Und dieser Kamin.. so schön!! Hab' einen feinen Sonntag, liebe Eva! Herzlichst, Nicole

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