Eine Geschichte, die einen auch nach langer Zeit noch berührt.

Waiblingen habe ich in mein Herz geschlossen, es gibt immer und immer wieder interessantes zu berichten. 




So ist mir in der "Kurze Straße 25" in Waiblingen das Dekanatsgebäude aufgefallen, das außerordentlich schön ist.



Dieses Gebäude beherbergt das Archiv der Stadt Waiblingen und auch der Heimatverein ist dort untergebracht.

Zwei Menschen wurde dieses Gebäude, genau dem jüdischen Ehepaar Krakauer, alias Ackermann, zur Heimat während der Verfolgung im Dritten Reich. 



Ein Tag im Winter 1943. Über eine Tür zum Mauergang über dem Mühlkanal verläßt ein Ehepar das Waiblinger Dekanalamt. Die Ackermanns leben in ständiger Furcht entdeckt zu werden. 

Hermann Zeller von 1939 bis 1953 Dekan in Waiblingen, und seine Frau Elsbeth nahmen 1943/45 ein untergetauchtes jüdisches Ehepaar in ihre Dienstwohnung im Alten Dekanat auf und sorgten so zusammen mit anderen Pfarrfamilien in der Umgebung dafür, dass beide die Verfolgungen der Nazis zwar nicht unbeschadet, aber doch lebend überstehen konnten.

Für diese mutige Tat wurde am 9. November 2005 im 
60. Jahr nach Kriegsende, am Tag der 67. Wiederkehr der sogenannten "Reichsprogromnacht" am Alten Dekanat von der Stadt Waiblingen eine Erinnerungstafel angebracht.

Zwei Jahre später wurde den Zellers von einer Kommission im Staat Israel der Ehrenname und die Medaille

"Gerechte unter den Völkern " 

zuerkannt; ihre Namen wurden in die Ehrenwand der Erinnerungsstätte an den Holocaust in Yad Vashem in Jerusalem aufgenommen.



Eine Mut machende Geschichte, die einen heute noch berührt. 

Magdalene Hege geb. Zeller und Elisabeth Probst, geb. Zeller haben ihre Erinnerungen an diese Zeit in einem kleinen Büchlein niedergeschrieben.

Ich habe heute die wunderschönen Eingangstüren diese Gebäudes bei Nova zum "Tor in die Woche" aufgenommen.



Habt eine gute Woche und alles Gute für Euch.


Kommentare

  1. Oh ja, das berührt wirklich und toll das es auch soviel Anerkennung findet.

    Kann gut verstehen dass du die Stadt auch magst. Schon alleine die Eindrücke die du festhälst vermitteln auch solch eine Gemütlichkeit gepaart mit Schönheit. Gefällt mir wirklich sehr gut, so wie natürlich auch dein heutiges T. Das Tor würde mir auch sehr gefallen!!

    Freue mich wieder dass du mit dabei bist und danke dir dafür.

    Hab noch einen schönen Sonntag, und ganz liebe Grüssle zu dir

    N☼va

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  2. sehr berührend!
    Ich habe kürzlich in einem Roman Ähnliches gelesen, dass nämlich (protestantische) Pfarrfamilien in Mecklenburg jüdische Familien aufgenommen und von einer Pfarrei zur nächsten "weitergereicht" hätten.
    (Lesetipp: Gisa Klönne: das Lied der Stare nach dem Frost)
    lg

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    1. Das war hier auch so auch dieses Ehepaar wurde "weitergereicht".
      Ich denke gerade in dieser Zeit ist es hoch anzurechnen, wer hier Jemand versteckt hat. Das geschah oft unter Einsatz des eigenen Lebens.

      Alle Achtung, ich kann für mich nicht sagen, ob ich den Mut dazu gehabt hätte. Mein Vater hatte auch den Mut, was er mit einem Todesurteil bezahlen mußte und vorher einige Zeit in Torgau in Fort Zinna verbrachte. Nur durch den Einmarsch der
      Alliierten Streitkräfte wurde er vor dem Urteil bewahrt.
      Im Moment bin ich auf der Suche nach Material, dass ich etwas über meinen Vater schreiben kann.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Wir wissen heute natürlich nicht, wie wir selbst reagiert hätten... eine Tante von mir hat in ihrer Wohnung in Wien eine junge jüdische Frau versteckt (http://fliederbaum.blogspot.co.at/2015/08/schokotorte-oberst-frackneu.html), sie war sehr mutig!

      Schön, dass du über deinen Vater schreiben willst!

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  3. Danke, das Du uns die Geschichte dazu erzählt hast.
    So viel Mut in der damaligen Zeit ....

    LG
    Andrea

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  4. Liebe Eva,
    ein wunderbares Tor, ein wunderbares Fachwerkhaus und natürlich eine wunderbare Geschichte dazu. Danke für die Infos rund um diese ganz besondere Tür!
    Lieben Gruß
    moni
    http://www.reflexionblog.de

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  5. Welch wunderschönes Portal in eine vergangene Zeit! Und der Mut DIESER Menschen sollte doch auch auf uns übergehen. Zumindest sind die es, die mich trotz unserer Vergangenheit heute aufrecht gehen lassen...
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

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  6. Ein tolles wunderschön gestaltetes Tor. Es super zu dem Fachwerkhaus. Ich bin begeistert!

    Liebe Grüße :-)

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  7. das berührt mich auch, es gab auch damals viele menschen die geholfen haben und heute ist es ebenso.
    herzliche Grüße und danke für die schöne Tür, durch die viel gutes ging.
    Klärchen

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  8. zwei sehr schöne Tore und eine zu Herzen gehende Geschichte.
    Schönen Gruß,
    Gabi

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