Der Grafenbau und der Gesandtenbau in Ludwigsburg

Es ist eine Schande, wie oft bin ich mit dem Auto direkt dran vorbeigefahren oder auf der gegenüberliegenden Seite schon in den Schloßhof des Ludwigsburger Schlosses gelaufen oder mit dem Rad gefahren und habe diese beiden Bauten total übersehen.




Der eine Bau der Gesandtenbau war lange die Unterkunft des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Das war mir schon bewußt, aber diesen Bau habe ich nie wahrgenommen, obwohl ich auch schon zu Fuß dran vorbeigelaufen bin. Das Polizeipräsidum Ludwigsburg bekam kürzlich dann in der Friedrich-Ebert-Straße 30 einen Neubau.



Ich kann hier nur immer und immer wieder den Kopf schütteln, dass ich diese schönen Gebäude nie bemerkt habe. Vielleicht auch deshalb, weil die Gebäude direkt an der B27 liegen und diese Bundesstraße stark sehr sehr stark befahren ist. Da will man nur eines, schnell vorbei.


So richtig mit anderen Augen sehe ich jetzt manche Gebäude, seit ich Sigruns Lost Places kenne und ich dachte, bei uns hier gibt es solche Gebäude nicht mehr.

Es gibt sie noch und wie überall, in Ludwigsburg, in Bietigheim, in Schorndorf es ist gewaltig. Überall stehen sie vor dem Abriß, weil es nicht mehr lohnt diese Gebäude zu erhalten. Geld hat nur noch ein Investor und er wird hier auch hier "Hand anlegen". Aber er wird gut anlegen, wenn er es so macht, wie es hier beschrieben ist. Die Gebäude werden erhalten bleiben. 




Das 4000 Quadratmeter große Grundstück an der Schloßstraße, Kaffeeberg und Schmidgässle wurde an eine Firma verkauft, die auch das Salamander Areal (da bin ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit mit der S-Bahn jahrlang dran vorbeigefahren) in Kornwestheim umgebaut hat. Übrigens eine sehr gelungene Sache, da werde ich auch einmal davon berichten, sobald ich nähere Unterlagen habe. Ist dann kein Lost Places mehr, aber fast eines geworden. Der Investor hat in Kornwestheim wirklich gute Arbeit geleistet.


Ein Ensemle das aus dem 18. Jahrhundert stammt und drei Häuser umfasst. Die hinteren Gebäude mit Pferdeställen usw. konnte ich nicht fotografieren. In dem dritten Haus befand sich lange eine Gaststätte. Was es mit diesem Haus auf sich hat, konnte ich nicht feststellen. Sicher ist, dass dieses Haus abgerissen wird.  Es ist ein 50er Jahre Bau, der auch nicht wirklich schön ist

Die Häuser werden teilweise abgerissen, teilweise saniert. Es entstehen neue Stadthäuser sowie Gewerbeflächen. Drei Innenhöfe sollen entstehen und öffentlich zugänglich gemacht werden, deshalb soll das ganze Vorhaben
 "Höfe am Kaffeeberg" erhalten.

Ich bin gespannt, demnächst soll es losgehen!

Zu den einzelnen Gebäude gehe ich jetzt mal ein.



 Hier handelt es sich um den Grafenbau


Das Gebäude wurde um 1726 von dem Architekten Donato Guiseppe Frisoni  (1683 - 1735 ) erbaut. Es steht leer und wartet auf eine neue Nutzung je nachdem, was der Investor damit vorhat. Das Gebäude ist in einem äußerst desolaten Zustand. Innen sei es fast zerstört, sagte man mir.
Ich habe mir erlaubt, durch ein kaputtes Fenster von der Straße aus hinein zu sehen. Das was ich sah, war alles andere als zerstört. Klar renovierungsbedürftig auf jeden Fall, aber Stuck und schöne alte Türen. Schon schön, was dieses Stadtpalais, als was es erbaut wurde noch, zu bieten hat.



Es diente dem Premierminister 
als Wohnsitz.

Apropopo auf die Frauen im Hause Württemberg (insbesondere die russischen Königinnen)  werde ich zu gegebener Zeit noch eingehen. Es ist so interessant und bedeutet für mich auch ein Stück Heimat, über sie und ihre Geschichte ein wenig Bescheid zu wissen. Nichts finde ich schlimmer, als über die Geschichte seiner Heimat nichts zu wissen. Da bin ich auf Lottas "Bunt ist die Welt" am Sonntag gespannt. 

Das gibt es auch noch das wunderbare Grävenitzsche Schloß in Heimsheim. Württembergische Geschichte ist so interessant und viele, die hier wohnen - vielleicht sind es auch keine Württemberger, wissen nicht mal, wer Carl Eugen war. Dabei besuchen sie Monrepos und Solitude. :-)))

Der Grafenbau war im 19. Jahrhundert zusammen mit dem Haus Nr. 31, dem Gesandtenbau, eine Kaserne, wobei ich jetzt auf den Gesandtenbau eingehe.



1718 - 1720 von Obervogt Freiherr von Pöllnitz erbaut. 
1766 - 1776 herzogliche Bibliothek,  ab  1829 zusammen mit dem Grafenbau Haus Nr. 29 die Wohnung des Gouverneuers.


Lange Zeit danach bis in die heutige Zeit Sitz des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. 
























Ich würde mich so sehr freuen, wenn das tatsächlich so werden würde, wie es der Investor plant.





Kommentare

  1. Es ist zum Heulen, mitansehen zu müssen, dass die Öffentliche Hand hierzulande keine Gelder für solch barocke Schmuckstücke übrig hat! Allerdings gefährlicher ist es, dass hier am Kölner Ring, eine der meist befahrenen Transportrouten Europas, sämtliche Brücken marode sind. Und unangenehm finde ich, dass die Kinder in meiner vorletzten Schule sich den Toilettengang verkneifen mussten, weil die Anlagen aus der Nachkriegszeit schlicht eklig waren.
    Ein heißes Kapitel!
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid,

      auch bei uns hier im Westen gibt es genügend nicht sanierte Häuser, es ist vieles marode. Bei uns müsste auch mal eine Generalsanierung an vielen Häusern gemacht werden.

      Lieben Gruß Eva

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  2. Liebe Eva,
    wunderbar, was du hier für Gebäude gefunden hast. Ich glaube ja auch, es gibt sie überall...nur in Freiberg einfach in größerer Auswahl. Allerdings werden hier die sanierungsfähigen Häuser immer weniger. Inzwischen vergibt man nun den Architekturpreis, zusätzlich zum Sanierungspreis. Gerade heute bin ich an meinem Lost Place vom Ende 2015 in der Burgstraße vorbeigelaufen, der nun doch saniert wird.
    Wunderschön ist das barocke Eingangsportal...aber auch die zweite Tür. Bei mir war es auch ein langer Entwicklungsprozess gewesen, solche Gebäude mit anderen Augen zu sehen....:-) Wäre schön, wenn es mit der Sanierung klappt und die alten Elemente beibehalten werden können.
    Einen schönen Abend noch und danke fürs Verlinken,
    LG Sigrun

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  3. Das wäre wirklich wünschenswert, gerade solch schönen alten Gebäude sollten saniert werden. Was für ein Stück Zeitgeschichte und ich sage immer: "wenn diese Mauern sprechen könnten, was für Geschichten würden sie wohl erzählen"

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  4. Man sollte wirklich mehr für so alte Gebäude tun! Hier in Biberach eigentlich ken Problem, da wird wirklich viel saniert, was dann auch ein tolles Gesamtbild macht ♥
    Ganz liebe Grüße
    Christel

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  5. Liebe Eva, wenn man genau hinschaut, findet man wirklich eine ganze Menge solcher Gebäude. Manche liegen wirklich in einem Dornröschenschlaf und müssen wachgeküsst werden. Ribisel? Österreich? Stimmt :)

    lg kathrin

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