Rost-Parade

Schon so lange möchte ich bei Frau Tonari und ihrer Rostparade mitmachen und heute habe ich es geschafft.


Rost hat auch was und an diesem Rost-Objekt komme ich immer wieder vorbei. 

Es ist ein sogenannter Heuumwender, den man früher an den Traktor angehängt hat und so das Heu gewendet hat. 
Heute macht man das anders und da der Bauer keinen anderen Platz hat, darf der Heuumwender hier sein Dasein als Fotoobjekt noch fristen.

Ich habe früher in den 50er bis frühern 60er Jahren auf dem Bauernhof meiner Großmutter als Kind immer auf dem Feld mitarbeiten müssen und ich weiß wie schwer Feldarbeit damals war.
Viele Menschen können sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie schwer Kinder von Bauern zu dieser Zeit auf den Bauernhöfen arbeiten mußten. Schläge waren an der Tagesordnung. 

Damals gab es diese Heuumwender vereinzelt schon, aber Aufschichten auf solche Gestelle, damit das Heu trocknet, das mußte man noch mit der Gabel und mit Körpereinsatz tun. Damals hat sich kein Mensch rum gekümmert, dass Kinder auf dem Feld mitarbeiten mußten. 
Das Kinderschutzgesetz trat zwar 1904 in Kraft, jedoch fiel die Land- und Forstarbeit nicht unter das Gesetz. 


Wenn das Heu trocken war, haben wir es auf den Wagen geschichtet und aufgebaut. Der Lohn war dann, dass man auf dem Wagen hoch oben im Heu nach Hause fahren durften.

Wenn man bedenkt, war das richtig gefährlich, heute wundert es mich schon, dass da nie was passiert ist.

War man mit dem Heuwagen wieder zuhause angekommen, mußte das Heu sogleich in der Scheuer aufgeschichtet werden. Die ganze Arbeit also nochmals. Man mußte auch zusehen, dass der Heuwagen schnellstens in die Scheuer kam, denn naß werden, durfte das Heu nicht.

Dabei mußte man auch immer ganz sicher sein, dass das Heu auch ganz trocken war.


Heute ist das längst nicht mehr so gefährlich aber so ein Heustockbrand kann ganz schön etwas anrichten. 

Ich hoffe, dass aufgrund der Bauernhoferlebnisse, die nicht immer so toll waren, ich mußte schon ganz schön mitarbeiten, man verstehen kann, dass ich mit Gartenarbeit nichts am Hut habe. 

Ich komme meist zu unterschiedlichen Jahreszeiten an diesen Gerätschaften vorbei und im Sommer ist es zu schön, wie sich die Natur breit macht. 

Die neuen Heuwender arbeiten so.
Ich finde solche Geräte total interessant. 
Würde gerne mal einen Mähdräscher fahren. Mal sehen vielleicht klappt es mal. 
  

  
Landarbeit war in den 50ern nicht besonders gut angesehen und auch der Bauer oder die Bäuerin immer etwas abfällig von den Städtern beäugt. Allerdings hätte meine Familie im Krieg als Städter nie überleben können, wenn meine Großmutter und mein Großvater nicht diesen Bauernhof besessen hätten. Meine Familie hatte dadurch immer genug zu essen.

Kommentare

  1. Und die Räder der Heuwender direkt in Paradeformation, doppelt passend für die Rostparade.

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  2. Die sehen ja wirklich originell aus.
    Und ich traue mich fast zu wetten, dass wir dich bald auf einem Mähdrescher zu Gesicht bekommen.
    Du musst wissen, ich traue dir alles zu! ;-)
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Alles ;-))) Schön wärs.

      Ich glaube aber mit dem Mähdrescher wird es leider nix, den dürfen nur bestimmte Leute fahren, aber die Hoffnung stirb nie.

      :-))

      LG Eva

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  3. Liebe Eva
    wirklich sehr exclusive Bilder für die Rostparade,
    man kann sich gar nicht satt sehen, du hast diesen
    Heuumwender perfekt in Szene gesetzt.
    Lg und einen sonnigen Tag.
    Sadie

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    1. Liebe Sadie,
      dankeschön :-)) aber der Heuwender steht so da, ja, ich habe nur den Foto ein wenig zurechgerückt.
      Aber an sich hat der Bauer ihn so hingestellt.
      Da brauchte ich nicht mehr viel machen.
      Ich mag dieses Teil irgendwie.

      Lieben Gruß Eva

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  4. Jep, mit einem Heuwender kenne ich auch noch. Habe ich in D. auch noch auf einer Pferdeweide gemacht, nach dem abmähen natürlich *gg* Allerdings auch noch mit einem Uralt-Trecker sowie Wender (war vorhanden von Ex-SchwiVa). Toll dass du auch noch so ein Schätzchen "ausgegraben" und fotografiert hast. Klasse Motiv und so mit Patina hat es gleich was^^

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  5. Rostparade, klasse Thema. Du machst immer wunderschöne interessante Aufnahmen, Eva.
    Schönen Tag und liebe Grüße Tina

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    1. Danke Tina,

      ICH mach schöne Aufnahmen, danke das tut mir gut, ich ärgere mich schon den halben Morgen und komm einfach nicht
      über alles hinweg.

      Ich bin einfach zu alt und kapiere viele einfach nicht mehr. Vielleicht will ich mich auch ärgern.
      Grrrrr!

      LG Eva

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  6. Hoch auf dem Heuwagen - das wars damals, als es wenig andere Vergnügen auf dem Dorf gab. Inzwischen habe ich einen Heidenrespekt, seit ein Freund meines Vaters, der oben auf dem Hänger bei seinem Schwiegersohn saß und bei einer scharfen Kurve herunterfiel und tot war....
    Übrigens gibt es in meinem Geburtsort viele Sammler solcher rostigen Gerätschaften. Da scheint es einen Wettbewerb zu geben "Unser Dorf soll hässlicher werden" :-D
    Einen schönen Tag, gerade erst recht!
    Astrid

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    1. Jawoll Astrid, gerade jetzt erst recht.
      Vielen Dank.

      LG Eva

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  7. Liebe Eva,
    mein Papa und alle seine Geschwister haben als Kinder und Jugendliche bis zum Umfallen in Gluthitze auf den Feldern schuften müssen - es gab kaum Gerätschaften, nur Muskelkraft. Dadurch gab es immer genügend Lebensmittel, um über die Runden zu kommen. Trotz Armut sind fast alle Akademiker geworden. In meiner Kindheit haben meine Cousinen und Cousins noch schwer mit anpacken müssen. Für mich als Stadtkind war das mehr ein Spiel, denn der Ernst des Lebens. Trotzdem kann ich mich noch gut erinnern, wie anstrengend diese körperliche Arbbeit war. Heute gehen alle einer Arbeit in den Städten nach. Kaum mehr befaßt sich einer mit Feldarbeiten. Meine Eltern liebten die Natur und haben viel auch im eigenen Garten gearbeitet. Bei mir ist es genau so. Aber ich kann durchaus verstehen, daß du es mit Garten und Co nicht so hast. LG

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  8. Hallo Eva,
    ein Heuwender im Rost-Alter.
    Danke für deine Erklärungen, sehr interessant.
    LG Bärbel

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  9. Ein Heuwender der in die Jahre gekommen ist. ein schönes nostalgisches Teil.

    Liebe Grüße :-)

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  10. Liebe Eva,
    ich bedauere es ja immer ein wenig, dass viele dieser alten Gerätschaften jetzt so einsam vor sich hinrosten. Aber ein schönes Fotomotiv geben sie allemal ab. Deine Bilder sind jedenfalls Klasse und könnte der alte Heuwender sehen und reden, würde er sich über die viele Arbeit um ihn herum sicher freuen. ;-)
    Lieben Gruß
    moni
    http://www.reflexionblog.de

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  11. ja des stimmt in der KRIEGSZEIT is den BAUERN no besser gegangen
    mei OMA war ah bei de BAUERN,,,, da hats ah oft erzählt wia schwer des
    früher war,,,,

    hob no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

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  12. Ich bin ein Stadtkind, nun ja mehr ein Stadtrandkind, aber trotzdem habe ich in meinem ersten Leben einen landwirtschaftlichen Beruf erlernt. Alle städtischen Berufe kamen mir unendlich langweilig vor. Ich wollte unbedingt auf's Land und ich habe diese schwere Arbeit sehr bald geliebt. Nun, ich wollte und Du musstest. Für immer war's mir dann aber auch nix. Doch mit der Forke einen Stall auszumisten, macht mir auch heute noch Spaß.
    Lieben Gruß
    Katala

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  13. Das sind wunderbare Aufnahmen, die ich leider erst heute würdigen kann, denn zum Zeitpunkt der Rostparade war ich in Japan unterwegs.
    Ich freue mich sehr, dass Du mit uns rostest. ;-)
    Wenn ich das Gerät entdeckt hätte, wäre ich auch drum herum geschlichen und hätte fotografiert.
    Allerdings müsste ich anschließend die große Suchmaschine befragen, welch wundersames Teil ich da aufgenommen habe.
    Danke, dass Du so eine Bildungslücke bei mir geschlossen hast.

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