Ein Haus mit Krüppelwalmdach

Ich denke mal, dass viele wissen, was ein Krüppelwalmdach ist. Wer es nicht weiß, der schaut einfach mal hier
 



Ich habe in meiner Arbeitsstelle sehr viel mit Grundstücken, alten und neuen Gebäuden zu tun gehabt und vielfach auch mit Krüppelwalmdächern, die ich sehr mag, ich finde diese Dächer haben etwas.


Walmdachhäuser mag ich schon immer und gerade in Stuttgart um den Killesberg herum, sieht man diese Häuser, die meist aus den 30er Jahren sind, allerdings in einem sehr sehr guten Zustand. 

Gehört ja auch der Killesberg und der darunterliegende nördliche Teil von Stuttgart zu der "besseren" Wohngegend. Mir fallen diese Wohnhäuser immer wieder gleich ins Auge.


Meine Seniorin wohnt etwas am Ortsrand und dort ist mir vor einiger Zeit schon dieses Wohnhaus aufgefallen. Es steht schon lange so leer. "Über dieses schöne Haus muß ich berichten", dachte ich bei mir. Leider konnte ich nichts näheres in Erfahrung bringen.

Was damit wird, ich weiß es nicht. Mir scheint aber, es wurde bewußt so herunter gewirtschaftet, damit hier Platz für einen Neubau gemacht wird. 

Die Lage ist sehr sehr gut und die Aussicht unverbaubar und man blickt wieder auf das freie Feld. 

Allerdings kommt von dieser Seite immer das Wetter, also Sturm usw. so wie auch gestern, als ich das alles fotografierte.
 


Also keine Nachbarn, was ich in der heutigen Zeit schon toll finde. Es ist ein freistehendes Haus mit einem großen Garten. Das Wohnhaus ist sicherlich nichts mehr wert, aber das Grundstück, kann sich wahrscheinlich nur ein Investor leisten kann. Ideal von der Infrastruktur her für ein Altenheim der besseren Klasse. So aber nur meine Interpretation. 


Dieses Wohnhaus wurde wohl schon mal mit neuen Fenstern und Rolläden versehen, so moderne, die absolut nicht zum Haus passen. Leute wohnen dort schon lange nicht mehr. 
Ich denke auch, dass am Wohnhaus irgendwann mal Klappläden waren.

Fotografiert habe ich das Haus nur von der Straßenseite aus, denn ich möchte nicht auf ein Grundstück gehen und fotografieren, das mir nicht gehört, das kann Stress bedeuten und das muß auch nicht sein.  
Ein kleiner Blick aber in den Hof hat mir gereicht. Was hier alles liegt? 


Wie man sieht waren die Heiligen Drei Könige schon mal da und seither ist wohl auch nicht mehr viel passiert.

Eine traumhafte sehr schöne und zentrale Lage oberhalb unseres Neubaugebietes und ich fürchte, ja, dass das Haus nicht mehr lange so stehen wird.


Schade, was hätte man da draus machen können, hätte man es nicht so verkommen lassen.

Wunderschöner Flieder, Akeleien und noch so wunderbare Blumen sind vorhanden. Sicherlich war im Hof mal ein kleiner Garten. Was dieses Haus wohl erzählen kann.

So ist das halt, aber vielleicht ist auch die Bausubstanz nicht mehr gut, man weiß es ja nicht.


Mir tut das Haus leid und ich möchte es heute zu Sigrun und Lost Places stellen.



Kommentare

  1. Da bin ich im Moment etwas mutiger unterwegs mit meinem Lost Garden. Ich muss dort einfach immer mal schauen, was sich verändert hat. Ich finde es so traurig, wenn diese, vielleicht nicht unter Denkmalschutz stehenden Häuser verkommen und am Ende abgerissen werden müssen. Die Grundstücke sind ja so viel Wert.
    Dein Haus erinnert mich ganz sehr an mein Leipziger Elternhaus, dass im gleichen Baustil in den 30igern errichtet wurde. Auch mit Sattelwalmdach, nur kannte ich früher den Begriff noch nicht. Leider auch mit Kunststoffenstern und Isolierung von außen...:-(.Und ich trauere immer den grünen Fensterläden hinterher.
    Danke für deinen schönen Beitrag,
    jetzt muss ich noch mal in den Garten....:-)
    LG Sigrun

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  2. Früher, als Kind habe ich gedacht, alle Häuser müssten so ein Dach haben. Aber es ist wohl ein Haustyp, der südlich der Mainlinie viel, viel häufiger vorkommt. Und wenn das Dach noch mit roten Ziegeln gedeckt ist.... und dann noch eine welsche Haube auf dem Kirchturm, dann bekomme ich so etwas wie (ein blasses) Heimatgefühl....
    Nachdem ich vor 30 Jahren selbst ein hundert Jahre altes Haus saniert habe, weiß ich allerdings, wie viel Geld, Schweiß & Tränen so ein Projekt kostet. ( Am Sonntag schreibe ich was dazu ).
    Bon week-end!
    Astrid

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  3. Mein Elternhaus hat so ein Krüppelwalmdach. Es wurde von meinen Großeltern mütterlicherseits in den 30er Jahren gebaut. Der Putz war irgendwie grünlich gestrichen und auf dem Dach lagen rote Dachpfannen. An einer Seite des Hauses stand ein Spalierbaum ... Birnen ... ich habe sie geliebt. Inzwischen bewohnt unser Sohn das Haus mit seiner Familie und hat schon viel hineingesteckt. Aber er renoviert behutsam und so ist z.B. der alten Fliesenboden im Flur wieder zu neuen Ehren gekommen.
    Ach, ich werde sentimental ...
    Liebe Grüße, Christa

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  4. Immer schade wenn sie absichtlich so vernachlässigt werden und dann wegen wer weiß was abgerissen wird. Denke mal du wirst es beobachten. Ich sage mir bei solchen Gebäuden immer: wenn die Mauern sprechen könnten, was für wundervolle Geschichten würden wir erfahren,sei es postiv oder auch negativ.

    Hier ja überwiegend Flachdach finde ich ein Haus mit richtigem Dach immer schöner.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  5. Ich bin ein ganz großer Fan von Walmdächern!
    Dein "Aussichtbild" ist wunderschön, eine tolle Stimmung hast du da eingefangen.
    Schlimm, dass größere Grundstücke fast ausnahmslos von irgendwelchen Wohnbauinvestoren gekauft
    und zu großen Wohnanlagen umgewandelt werden. Alle Grundstücke sind nur noch mickrig, weil es sich eben keiner mehr leisten kann.
    Schon ziemlich traurig das...
    Liebe Grüße
    Jutta

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  6. Hach...die Tür...die gefällt mir besonders...Die Türen heutzutage haben kaum noch Charme..,LG Lotta.

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  7. Oh, Walmdächer mag ich auch so gerne. Solche Häuser sehen so gemütlich und mit sich zufrieden aus. Vielleicht erfahren wir irgendwann, wie's dort weiter geht. Lieben Gruß Ghislana

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