Meine Kindheit "immer etwas tun"!

Zu meinem 66. Geburtstag habe ich letztes Jahr einen Post über meine Kindheit geschrieben und, dass ich ein Ersatzkind war.


Ersatz für meinen im Alter von 2 Jahren verstorbenen Bruder Ingolf, den ich gar nicht kennenlernen durfte und an dem meine Eltern sehr hingen. Es ist immer schlimm, wenn Eltern ein Kind begraben müssen. Meiner ältesten Schwester ging das bei zwei Kindern so.

Aber als Ersatzkind habe ich mich nie gefühlt. 


Nun aber zu meiner Kindheit. Ich war das jüngste Kind in einer sehr großen Familie, genau 
das 6. Kind. Mein ältester Bruder war genau 20 Jahre älter als ich und ist vor zwei Jahren verstorben.

Er war Fotograf von Beruf und hat die meisten Bilder von mir fotografiert. So habe ich doch recht viele hier liegen. Ganz früh ging er aber zur DIA Fotografie über.

Ich hatte eine herrliche, unbeschwerte Kindheit und ich wurde von allen Geschwistern und meinen Eltern mehr als verwöhnt. 

Aufgewachsen bin ich im Stuttgarter Osten, im Westen und im Süden. Hier habe ich nur gute Erinnerungen und es war eine sehr schöne Zeit. Es ist schön, das jüngste Kind zu sein und ja, man wird sehr verwöhnt. 

Im Süden wohnten wir unterhalb des Fernsehturms, der zu dieser Zeit gebaut wurde, daran denke ich noch heute.
Es war schon etwas Besonderes diese geniale Konstruktion des Architekten Wolfgang Leonhardt wachsen zu sehen. 
Der Fernsehturm in Stuttgart wurde ja wegen des Brandschutzes ein paar Jahre geschlossen und ist nun wieder zu besichtigen. Ich hoffe ich komm gelegentlich mal hin.  

Was mir nie so recht gefallen hat, waren die Zeiten, als meine Eltern jedes Jahr in Kur nach Bad-Ischl gefahren sind. Ich durfte dann in den Sommerferien immer zur Oma nach Cleversulzbach. 
Sie konnte nicht mit mir umgehen, sie verstand einfach nicht, dass Kinder spielen. Von ihr habe ich das "du mußt immer etwas tun" und bei Nichtstun ein schlechtes Gewissen. 
Das hat mich geprägt. 

Was mir meine Oma aber auch beigebracht hat, ist der Umgang mit Mörike. Sie hat mir immer und immer wieder über diesen schwäbischer Dichter erzählt, der in Cleversulzbach als Pfarrer seine schönsten Jahre verbracht hat. Ich bin mit Mörike aufgewachsen und er gehört zu meinen Lieblingsdichtern. 

Ich bin leider ohne Großvater aufgewachsen, er starb 1946 als Bürgermeister von Cleversulzbach, das heute zu Neuenstadt gehört. 




Wer noch schauen will, kann das hier tun.










Kommentare

  1. Liebe Eva,
    es ist schön in Erinnerungen zu schwelgen, auch wenn sie nicht alle positiv sind,
    Es ist schade, wenn man zu irgendjemanden in der Familie nicht so einen Zugang hat, wie
    er wüschenswert wäre, aber deine Liebe zu Mörike hat deine Oma in dir geweckt und damit
    verbindest du deine Erinnerungen an sie.
    Das mit deinem Bruder ist natürlich sehr schlimm, doch Hut ab vor deinen Eltern, die
    dich nie spüren ließen, dass du ein Ersatzkind bist ich kann mir vorstellen, dass das nicht
    einfach ist.
    Ach du warst aber wirklich ein süßes Mädchen, da glaube ich gerne, dass du von allen
    verwöhnt wurdest ;-)
    Ich wünsche dir einen gemütlichen Abend und für morgen einen sonnigen Tag.
    Lg Sadie

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  2. Liebe Eva, wieder ein schöner und interessanter Beitrag. Ja, ich stimme dir zu es muss fürchterlich sein ein Kind zu verlieren. Es ist sicherlich schön, in einer großen Familie aufzuwachsen und dann noch als jüngstes Kind. Ich sehe das bei meinem Patenkind, er hat alle Vorteile, denn die älteren Brüder haben bereits als Vorkämpfer alle Wege frei gemacht:-) Bzgl. des Stuttgarter Fernsehturms gab es eine tolle Reportage im SWR3. War sehr interessant. Wir haben uns vorgenommen, dem Fernsehturm irgendwann einen Besuch abzustatten. Mal sehen, aber jetzt steht erst unser Umzug an. Dir liebe Grüße und noch einen wunderschönen Samstagabend und einen schönen Sonntag, Anna.

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  3. Übrigens, ja, ich hatte Geburtstag und vielen Dank für die Glückwünsche:-) Anna

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  4. Liebe Eva,
    es ist schön mit dir in Erinnerungen zu schwelgen.
    Auf dem Fernsehturm in Stuttgart waren wir am 07.06.2012. Habe noch Bilder von damals aufm Handy. Kurz danach wurde er wegen dem Brandschutz geschlossen. Was war ich froh, denn ich musste lange zu diesen Ausflug überzeugen. Es war schön. Irgendwann möchte ich nochmal hin.
    Einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Jessica

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  5. Liebe Eva,
    es ist wunderbar wenn man so eine schöne Kindheit hatte und von den Eltern verwöhnt wurde.
    Meine Mutter war leider sehr streng, wie es ja zu der Zeit häufig vorkam.(Ich bin von 1953)
    Du siehst übrigens wunderbar aus,alle Achtung. :-)
    Viele Grüße und einen schönen Sonntag
    Sigi

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  6. Liebe Eva,
    da hast du uns auf einen wunderbaren Spaziergang durch deine Kindheit und die Stätten deiner Kindheit mitgenommen. Ein feiner Post.
    Liebe Sonntagsgrüße, Christa

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  7. Liebe Eva,
    danke für diesen schönen Beiträge! Ich stellte mir früher oft vor, wie es wäre in einer Großfamilie zu leben, mit ganz vielen Geschwistern. Und dann am liebsten als Kleinste :-)
    Und wie schön, dass du viele Fotos hast aus der Zeit. Ich habe leider nur eine Hand voll Bilder aus meiner Kindheit, obwohl ich in den Siebzigern geboren bin und Fotos sind gerade für einen visuellen Menschen so schöne Erinnerungen.
    Schönen Sonntag und liebe Grüße,
    Kebo

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  8. Liebe Eva,
    da scheinen wir ja einige Gemeinsamkeiten zu haben...das jüngste Kind und verwöhnt...:-) Auch ich wurde während des Urlaubs oft bei meiner schlesischen Großmutter geparkt, was mir nicht gefiel. Allerdings hatte sie auch einen sehr schönen Garten und wohnte am Waldrand, so dass ich es aushielt. Aber sie war sehr streng zu mir, gar nicht wie eine Oma. Der Dresdner Fernsehturm ist leider immer noch geschlossen, auch aus Brandschutztechnischen Gründen...ob sich da wohl eine Lösung findet?
    Ich hab jetzt auch mal einen Beitrag bei Kebo verlinkt.
    LG Sigrun

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