Forsythe/Goecke/Scholz


 

Ganz im Zeichen von Didgeridoo, Gefängnis und Ballettabend stand mein Wochenende.
Die darauf folgende Woche war aber genauso umfangreich, ich will es so!

Ich glaube mir würde langweilig werden, wenn ich mir nicht jeden Tag ein festes Programm vornehmen würde.




Umfangreich, abwechslungsreich und manchmal ganz schön heftig. Nein, nicht stressig. Stress ist eine Krankheit und die habe ich nicht. Ich kann jederzeit aufhören, wenn es mir zuviel wird, ich möchte es aber nicht.

Über den Didgikurs habe ich ja schon berichtet und ich werde wohl noch einen vierten machen. Die Teilnehmer wollen weiter machen und Ralph sucht einen Termin. 
Ich wurde gefragt, wie ich zu diesem Instrument gekommen bin. In den 70ern gab es eine australische Serie mit Namen Boney (siehe hier Link).
 
Diese Serie habe ich immer mit Interesse angeschaut und dort kam auch das Didgi vor. Da habe ich mich mal kundig gemacht, was das ist. Als ich dann im Sommerurlaub 1990 noch eine Frau in Nimes auf dem Marktplatz spielen sah, wußte ich, dass ich da auch wollte. Aber es hat dann doch noch Jahre gedauert, bis ich es angefangen habe. Können tue ich es aber noch lange nicht. Aber ich kann schon ein wenig spielen. 
Die Vorbereitungen für den Gottesdienst im Gefängnis Hohenasperg waren dann abends noch und am Sonntagmorgen um 8:15 Uhr trafen wir uns dann vor dem Gefängnis Hohenasperg.  Hier waren schon einige berühmte Menschen inhaftiert, so Günter Sonnenberg von der RAF, der Vater von Steffi Graf, Christian Daniel Schubart und Jud Süß Oppenheimer.


Die Ausweise mußten abgegeben werden und wir wurden durch den Hof in einen Raum geführt, in dem die Gottesdienste stattfinden. Es war ein sehr bewegender Gottesdienst unter dem Motto "Türen öffnen". Auch von Türen zuschlagen war die Rede, warum schlagen wir Türen zu?
Anschließend trafen wir uns noch bei Kaffee und Kuchen, um noch mit einigen Einsitzenden zu sprechen. Es war interessant, sehr interessant. Mehr möchte ich jetzt nicht darüber erzählen. Auf jeden Fall, ist es nicht so  -  wie manche meinen - ein Zuckerschlecken im Gefängnis zu sein. Die Insassen haben etwas angestellt und dafür müssen sie büßen, manche ihr Leben lang. Aber mancher Einsitzende ändert sich auch mit der Zeit und findet im Glauben Kraft und Hilfe. Mir ging das sehr nahe und ich werde nun in einen Briefwechsel mit einem Einsitzenden treten. 
Übrigens, es ist ein Faupax einen Einsitzenden zu fragen, wegen was er im Gefängnis ist, das tut man nicht. Aber es gibt doch tatsächlich Leute, die fragen das!!!!! ;-(((!



Gegen 16.00 Uhr machte ich mich dann auf in den Ballettabend Forsythe/Goecke/Scholz zu gehen.
Es war ein wunderbarer Ballettabend in der 1. Reihe und ich kann hier wirklich sagen, ich wurde für die Carmen mehr als entschädigt. Ein sehr modernes Ballett aber grandios.

Forsythe/Goecke/Scholz, der zweite Ballettabend in dieser Spielzeit. Er vereint Werke von drei der berühmtesten Hauschoreographen des Stuttgarter Balletts der Vergangenheit und Gegenwart.


Immerhin die Kostüme waren u.a. von Issey Miyake. Den ich so sehr als Modeschöpfer mag und vor allem sein Parfüm sehr schätze.

Das Ballett "The Second Detail von Forsythe ist ein schwindelerregender Nervenkitzel in Sachen Genauigkeit. Mit der Musik von Thom Willems eine grandiose Vorstellung.
Forsythe war lange als freier Choreograph tätig und schrieb von 1984 bis 2004 in Frankfurt Ballettgeschichte. Die Stadt Frankfurt gab aus Kostengründen ihr Ballett auf und beschwor einen Theaterskandal herauf. Daraufhin gründete Forsythe die "Forsythe Companie".
Einen kleinen Ausschnitt aus diesem Ballett habe ich hier, allerdings nicht vom Stuttgarter Ballett




"The Lucid Dream"


hier durften wir den Choreografen Marco Goecke kennenlernen. Nach dem Adagio der 10. Symphonie von Gustav Mahler (Mahler ist gewöhnungsbedürftig und gerade als er diese Symphonie schrieb, die unvollendet blieb, hatte seine Frau Alma Mahler eine heiße Liebesaffäre mit dem Architekten Walter Gropius. Dies stürzte Mahler in eine sehr große Krise) schrieb Goecke, der seit 2005 Hauschoreograph am Stuttgarter Ballett ist, eine avantgardistische Tanzsprache.
Hier muß ein Tänzer das klassische Ballett in Perfektion besitzen, Es wird jede menschliche Geste in perfektionistische Einzelteile zerlegt.
Die Uraufführung dieses Balletts war am 29.01.2016 in Stuttgart statt.
Ich kann leider keine Aufführung von "The Lucid Dream" finden, aber um einen kleinen Eindruck zu geben, habe ich das Ballett "Suite Suite Suite" gefunden. Man kann es nicht mit "Lucide Dream" vergleichen. Auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig, etwas anderes und durchaus sehenswert.




Den Abschluß machte dann die Siebte Sinfonie von Ludwigs van Beethoven, Choreografie von Uwe Scholz.


"Auf den gebt Acht, der wird einmal die Welt von sich reden machen" soll Mozart über den jungen Beethoven gesagt haben.

Mit vierzehn Jahren bestand Uwe Scholz - noch unter 
John Cranko - die Aufnahmeprüfung am Stuttgarter Ballett, wurde mit 26 Jahren Ballettdirektor am Züricher Ballett und übernahm 1991 als Ballettdirektor und Choreograph das Ballett der Oper Leipzig.

Er starb mit nur 46 Jahren am 21.11.2004.

Ein untrügliches musikalisches Gespür gepaart mit tänzerischer Intuition, ermöglichte es ihm wie Keinem, Tanz und Musik zu einem Gesamtkunstwerk zu verflechten.

Hier ein Ausschnitt mit dem Stuttgarter Ballett


Ein wunderbarer Ballettabend, an den ich noch sehr lange zurückdenken werde.

Heute abend gibt es ja wieder 12 von 12. Da kann man auch sehen, was heute den Tag so über gelaufen ist.

Ein bisschen Ostern ist auch schon auf meinem Balkon.


 

Kommentare

  1. Ständig so vollgepackt zu sein mag ich nicht so. Ich genieße auch Tage, die gar kein Programm haben. Da kann ich herrlich vor mich hintrödeln und das machen, was mir gerade so einfällt!

    Ein schönes Wochenende für dich!
    Marion

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    1. Hallo Marion,
      hast du mein Mail nicht bekommen?
      Lieben Gruß Eva

      ich trödle manchmal auch vor mich hin.

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  2. Du gehst in den Ballettabend...und ich tanze selber...;-). Ich treibe mich heute im Konzertsaal herum...auch nett. Ja, man muss ein wenig in das Leben hineinpacken...es ist sonst schade um die kurze Zeit, die uns bleibt...;-). LG Lotta.

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    1. Lotta ich tanze auch selber, zumindest habe getanzt. Morgen dann zum Lieblingsbild.

      Lieben Gruß Eva

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  3. eine ereignisreiche woche für dich, liebe eva :-)
    sonnige wochenendstunden wünsch ich dir
    lg anja

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  4. Du bist ja wirklich enorm vielseitig und machst Sachen, die ich schon ewig nicht mehr gemacht habe ( als Studentin habe ich jugendliche Strafgefangene & Fürsorgezöglinge betreut - verdamp lang her, verdamp lang! ). Und Balett habe ich mir auch schon länger nicht mehr angesehen. Dafür sitze ich hier am Telefon & warte und ändere Kleider für ne türkische Hochzeit ( weil die Schneiderin ins krankenhaus musste, ein Notfall also ).
    Na gut: In dieser Woche habe ich insgesamt fünf andere Bloggerinnen getroffen und die sechste besuche ich morgen im Krankenhaus...
    Viel spaß bei deinen weiteren Aktivitäten!Astrid

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  5. Liebe Eva,
    eine tolle Woche und vor allem das mit dem Gefängnis beeindruckt mich sehr. Ich mag Menschen, die nicht einfach so durchs Leben gehen, sondern auch versuchen, ein bisschen was zurück zu geben. So freue ich mich noch ein bisschen mehr, dich im September kennen zu lernen ;)

    Liebe Grüße
    Pamy

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    1. Jaaa, da freue ich mich auch schon drauf.

      Lieben Gruß Eva

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  6. Vor allem Deine Ballettvideos haben es mir angetan. Habe übers Schauen völlig die Zeit vergessen. Und habe mir erlaubt, diesen Post bei mir zu verlinken. Ich hoffe, Du hast nichts dagegen.
    Lieben Gruß und einen schönen Sonntag
    Katala

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  7. Heute mache ich auch ein bisschen Ostern. Kampf gegen das Grau! lg Regula

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