Roxelana und Süleyman der Prächtige

 Süleyman der Prächtige war der bedeutendste Herrscher des Osmanischen Reiches. Er regierte von 1520 - 1566 in Konstantinopel heute Istanbul. Er war der 10. Sultan.


Eine interessante Biographie über Süleyman I. gibt es hier:

http://www.amazon.de/Der-gro%C3%9Fe-T%C3%BCrke-S%C3%BCleyman-Pr%C3%A4chtige/dp/3869640537


Roxelana war wahrscheinlich eine Sklavin aus der Ukraine, die von Süleymans Freund, dem Großwesir Ibrahim auf dem Sklavenmarkt gekauft wurde.

Sie war eine außergewöhnlich geschickte Strategin. Ihr gelang es die Mutter des Thronerben Mustafa, des erstgeborenen Sohnes von Süleyman, Sultanin Gülbahar auszuschalten.


Roxelana veranlaßte, dass Süleyman die schönsten Sklavinnen aus dem Harem mit seinen Paschas verheiratete, sie erreichte auch, dass sie als Odaliske (Haremsdienerin, für den persönlichen Dienst des Sultans) aus dem Sklavinnenstatus entlassen wurde.




Als freie Frau verweigerte sie ihm so lange ihre Gunst, bis er sie zu seiner rechtmäßigen Ehefrau machte.

Sie hat Süleyman den Prächtigen wohl 32 Jahre lang beherrscht. Die Leidenschaft, die Süleyman für diese charmante und selbstbewußte Frau empfunden hat, war in vielerlei Hinsicht äußerst fruchtbar.

Süleyman war ein Dichter und liebte die Posie wie Roxelana auch. Er hatte in Roxelana eine ebenbürtige Gefährtin gefunden. Sie machte ihn als Mann glücklich. Sie beriet ihn aber auch in Staatsfragen kompetent.

Ihr helles Lachen und ihre ungefangene Natürlichkeit veranlasste Süleymann sie Hürrem (die Lachende) zu nennen.

Von beider Liebe zur Kunst zeugt noch heute die beeindruckende Moschee Süleyman des Prächtigen in Istanbul.

Die Intrigen und Mordkomplotte Roxelanas zugunsten ihrer eigenen Macht und der ihrer Sohne trieben Süleyman zur Ermordung seines Erstgeborenen Mustafa.

Roxelana wußte, was ihr und ihren Söhnen nach dem Tod Süleymans geschehen würde und traf auch hier Vorsorge.

Mustafa hätte nach seiner Thronbesteigung alle Halbbrüder, die im Falle seines Todes noch vor seinen Kindern erbberechtigt gewesen wären töten lassen und Roxelana in den Eski Serayi verbannt, dem Altenteil für die Sultansfrauen, deren Söhne den brutalen Kampf um die Thronfolge verloren hatten.

Roxelana brachte ihren geliebten Süleyman dazu, seinen Freund und Berater Großwesir Ibrahim Pascha, hinrichten zu lassen. Diese Tat war allerdings den Zeitgenossen unbegreiflich.

Roxelana wußte, was sie tat. Ibrahim Pascha stand auf Seiten Mustafas und sein großer Einfluß zu Süleyman machte ihn zum Gegner. Wollte sie Herrscherin bleiben auch nach dem Tod Süleymans mußte sie Ibrahim Pascha beseitigen.

Auch Mustafa wurde durch eine beispiellose Intrige beseitigt. Süleyman, vom angeblichen Verrat seines Sohnes überzeugt, sah keine andere Möglichkeit als dessen Ermordung. Aber nicht genug, sogar Mustafas Sohn, der gerade 11 Jahre war, wurde getötet. Dies um einer späteren Rache vorzubeugen.

Türkei 1995 
Ausblick vom Topkapi Serail auf den Bosporus

Von dieser Reise berichte ich demnächst, sie war nur schön.
Heute kann man das so leider nicht mehr machen. 
   

Roxelanas Traum, die mächtigste Frau und somit Sultansmutter und mächtigste Frau im Harem zu werden, erfüllte sich nicht. Sie starb 1558 noch vor Süleyman und erlebte damit nicht mal die Thronbesteigung ihres leiblichen Sohnes.


Kaffeedunst und Sultansgunst

Die Kaffeezermonie in den Räumen der Sultansmutter, der Valide Sultan, entschied darüber, ob der Herrscher der aufwartenden Odaliske (Konkubine) für die nächste Nacht seine Gunst erweisen würde. Hatte ihr Auftreten den allerhöchsten Beifall gefunden, so gratulierten die anderen Mädchen der also Begnadeten und begleiteten sie ins Bad, worauf sie in einem ausgedehnten Ritual gewaschen, parfümiert, angekleidet und mit Juwelen behängt wurde. Schließlich geleiteten alle die Auserwählte unter Musik und Gesängen bis vor den Schlafraum des Sultans. Dort ließ die Kandidatin ihre Freundinnen - oder Konkurrentinnen - zurück, trat allein in das Gemach des Sultans, warf sich vor ihm auf die Knie, küßte ihm die Füße und kroch in einer genau festgelegten Zermonie an seine Seite. Der Name des Mädchens und das Datum der Begegnung wurden in ein Buch eingetragen und der Vermerk vom Sultan am nächsten Tag abgezeichnet, damit die Legitimität einer eventuellen Geburt gesichert war. So hatte alles seine Ordnung. 

 
Ein wenig Musik von Burhan Öcal, der  aus dem Album
"Sultans Secret Door" Musik aus dem Harem und Serail komponiert hat. Ein Stück aus dieser CD heißt "Roxelana"

Leider gibt es dieses wunderbare Stück nicht bei Youtube. Man kann es aber hier kurz anhören. 

Es ist das 4. Album auf der Seite. 


Statt dessen habe ich aus der CD das Stück Mahur Oriental. Durchhalten es lohnt sich.



Morgen geht es wieder zu Siglinde und da bin ich am Sonntag auf dem Bauch durch Waiblingen
gerobbt.

Kommentare

  1. Hallo Eva,
    wie alt ist Roxelana denn geworden, wurde sie vergiftet?
    Der Stoff aus dem die Träume sind - ich lese so etwas sehr gerne, toller Beitrag heute!
    Und ich habe wieder etwas dazugelernt!
    LG Heidi

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    1. Quellen gehen davon aus, dass sie 1506 geboren wurde. Sie kam ursprünglich aus Polen und wurde bei einem Angriff der Krimtataren entführt und kam so auf den Sklavenmarkt und in den Serail.
      Sie hieß Alexandra Lisowska oder Anastasia Lisowska. Den Namen Roxelane bekam sie dadurch, dass sie aus dem Norden kam, dem legendären Land der Skythen, die auch Roxolanen genannt wurden.

      Sie hat auch eines der ersten Frauenkrankenhäuser gebaut. Eine erstaunliche Frau, die halt auch über Leichen ging. Bei den Intrigen und was alles so um sie geschah, wohl auch kein Wunder.

      LG Eva,
      die noch viele solche Frauen vorstellen wird.

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  2. Toll geschrieben, nun habe ich wieder eine ganze Menge dazugelernt!
    Mein Mann und ich waren Anfang der 90iger ebenfalls in der Türkei und die Zisterne in Istanbul hat mich neben so vielen anderen Sehenswürdigkeiten auch sehr beeindruckt.
    Liebe Grüße
    Kirsi Gembus

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  3. Hallo Eva tolle Geschichte,um eine starke Frau.Schon interessant wozu Frauen fähig sind,nur ihr Ende ist nicht so toll.Erinnert mich etwas an Ann Boleyn aus England.Auch sie hatte sich verweigerte bis er sie dann heiratete und das Ende kennt auch jeder.Ich liebe solche Geschichten.Überhaupt war Geschichte in der Schule mein Lieblingsfach.Lg Elke

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