Mancher hat so seine Müh mit dem lieben Federvieh






Mancher gibt sich viele Müh'
Mit dem lieben Federvieh;
Einesteils der Eier wegen,
Welche diese Vögel legen;
Zweitens: Weil man dann und wann
Einen Braten essen kann;
Drittens aber nimmt man auch
Ihre Federn zum Gebrauch
In die Kissen und die Pfühle,
Denn man liegt nicht gerne kühle.

Wilhelm Busch, Max und Moritz, Erster Streich.


Das Gedicht geht noch weiter, aber das wäre hier zu lange. 

 

 

Hühner, ich habe sei neulich bei Bekannten in Cleversulzbach fotografiert.


Die haben auch, ich finde sie besonders hübsch,
Seidenhühner

Wenige Hühnerrassen haben so eine lange und bewegte Geschichte wie Seidenhühner. Genau ist nicht bekannt, wo die Seidenhühner herkommen. Es ist jedoch überliefert, dass der venezianische Kaufmann und Schriftsteller Marco Polo von seinen Reisen nach China berichtete, dass es dort Hühner gebe, die katzenartige Haare hätten. 



Schwänin mit Kindern am Monreposee. Ich habe mich mal schlau gemacht, wie man zum weiblichen Schwan sagt.

Entweder ein weiblicher Schwan oder wie im Märchen Schwänin. Nicht zu verwechseln mit Schwäbin. Das ist nur ein kleiner Buchstabe aber schon ein Unterschied. 



 Herr Schwan wollte nicht bei seiner Liebsten sein, er hat mir Gesellschaft geleistet. 

 

 

Schwäne und Enten am Neckar bei Marbach





Nun "meine" Gänse in der Nachbarschaft, die nicht verspeist werden und die im Garten des Bauern ihr Leben genießen dürfen. Mein Laufen komme ich immer bei ihnen vorbei und ob Ihr es glaubt oder nicht, sie kennen mich schon am Schritt und gaggern schon und kommen zum Zaun gewatschelt.
Das ist so toll. Ich habe ja schon über sie berichtet.

von links

Martin, Gertrud, Martina, Windofine, die Namen sind von mir
frei erfunden. Das Geschlecht einer Gans kann ich nur bestimmen, wenn sie brütet und das weiß ich bei Gertrud, denn die habe ich schon mal brüten sehen. 
Bei Martin kann ich es mir denken, denn er positioniert sich immer vor seinen Gänsen, das machen Gänseriche so. Sie verteidigen ihre Frau und so nehme ich an, dass die anderen Gänse Damen sind. Ich bin mir sicher, hätte ich einen großen Garten auf dem Lände, ich hätte mit Sicherheit ein Gänsepaar. Schon alleine das Geschnatter finde ich so wunderbar. Aber das ist nicht so einfach, denn Kleintierhaltung und das wäre es hier, ist in einem Wohngebiet baurechtlich nicht erlaubt.  


Ich liebe diese Gänse, ich wurde auch schon gebissen, war aber nicht schlimm. 


Das Leben ist ein Gänsespiel:
Je mehr man vorwärts gehet,
Je früher kommt man an das Ziel,
Wo niemand gerne stehet.

Man sagt, die Gänse wären dumm,
O, glaubt mir nicht den Leuten:
Denn eine sieht einmal sich 'rum,
Mich rückwärts zu bedeuten.

Ganz anders ist's in dieser Welt,
Wo alles vorwärts drücket:
Wenn einer stolpert oder fällt,
Keine Seele rückwärts blicket.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)





    Ich sags ihnen immer wieder, hätten die Gänse damals, als sich der heilige Martin bei ihnen versteckte nicht so laut gegackert, dann würden sie am Martinstag nicht verspeist. Dass sie so aufmerksam waren, müssen sie heute mit dem Leben bezahlen. Mein Bauer meint immer, dass Gänse die besten Wachhunde sind und von wegen dumm.
Warum sagt man denn nur: "Du dumme Gans"?

Übrigens:
Der Legende nach wurden die Dienste der Gänse schon sehr früh in Anspruch genommen. Anno 390 vor Christus wurde die Stadt Rom von den Galliern angegriffen und die Gänse warnten.

Schon als Kind in Cleversulzbach mochte ich Gänse, allerdings nicht die, DIE mich verfolgten. So mochte mich mal so eine Gans nicht, verfolgte mich mit langstrecktem Hals.
Als ich keinen Ausweg mehr sah, hob ich die Hand und 
gab ihr eine Ohrfeige. Das hat ihr gereicht, sie schüttelte sich und gut wars und trottet von dannen.

Als Gänsefreund habe ich natürlich das wunderbare Buch von Konrad Lorenz zu Hause. Er studierte das Leben der
Wildgänse. Ein großartiges Buch 

      

 
Um noch ein bisschen auf das Federvieh einzugehen, heute 

Der Schwan 

aus dem Karneval der Tiere von Camille Saint-Saens.
Ein Cello-Klavierstück, das die majestätische
Haltung des Schwan perfekt wiedergibt. 


Uliana Lopatkina ist eine perfekte Schwänin.
 

Natürlich dürfen wir den Schwanensee von 
Pjotr IIjitsch Tschaikowski nicht vergessen.
Mir gefällt eben gerade das Stück aus dem
Karneval der Tiere besonders.    

Klar doch und kennt Ihr die Geschichte von Leo Slezak?
Das war ein großer Wagnersänger.
Er sang einmal die Arie des Lohengrin von Wagner.
Er kam mit einem Schwan und reist auch mit einem Schwan wieder ab. Leider aber zogen die Bühnenarbeiter den
Schwan zu früh zurück, bevor er seine Arie "Mein lieber Schwan" gesungen hatte und so frage Er:
"Wann geht der nächste Schwan" 
Der Lacher des Publikums war ihm sicher!
       

 


Gänse am Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen


 

 

 

Kommentare

  1. Willhelm Busch ist immer wieder ein freudiger Genuss...Goethe sowieso...Herrliche Bilder, schöner Text dazu. Danke! Dir ein schönes Wochenende! Liebe Grüße, Lotta.

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  2. Oh Eva,
    wie hübsch du das heute wieder gemacht hast und so vieles, was ich noch gar nicht wußte.
    Vielen Dank und dir einen schönen Sonntag und viel Freude heute.

    Gruß Bido

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  3. Liebe Eva, mein Gott wimmelt es bei dir vor Federvieh! Ist ja Wahnsinn.
    So viele Infos, so viele Bilder. Alleine das Eingangsgedicht ist klasse.
    Seidenhühner habe ich noch nie gesehen und irgendwie möchte ich spontan eines mit in mein Bett zum Kuscheln nehmen
    Die sehen nämlich extremst kuschelig-weich aus.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Jutta
    P.S. ich mag Kerzenlicht immer! Dazu muss es nicht kalt sein.

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  4. Toller Post, der mir sehr gefällt.
    So viel Federvieh auf einem Haufen, eine wahre Freude für´s Auge,und natürlich für alle Tierliebhaber.
    Ich bin auch immer wieder entzückt, wenn ich z.B. Schwäne oder auch Enten mit ihrem Nachwuchs entdecke :-)
    Und musikalisch liebe ich die Musik vom "Schwanensee " besonders.
    Ich wünsche dir einen schönen , sonnigen Sonntag und schicke liebe Grüße
    Jutta

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  5. Hach.. wie wundervoll, liebe Eva!! Ich bin entzückt ;)) Besonders Ganter Martin lässt mein Herz hüpfen. Deine Seidenhühner sehen ja puschelig aus ;)) Eine Augenweide!! Über Hernn Busch's Worte musste ich so schmunzeln. Allerdings nehmen wir nur die ersten Worte für bare Münze. Die restlichen würde ich nicht übers Herz bringen ;)) Ganz liebe Grüße und einen Drücker schickt Dir, Nicole

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  6. Schön wie so formiert schwimmen auf dem ersten Foto.
    Die Gedichte und die Musik machen den Post vollkommen.
    L G Pia

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  7. Ein wahrhaft "beflügelnder" Post, liebe Eva! :o)
    Vor Gänsen hab ich ganz schönen Respekt, die haben mich nämlich auch schon mal schnatternd verfolgt - ich glaube auch, dass die tolle "Wachhunde" sein können. In Barcelona bewachen sie ja sogar eine Kathedrale! Die wunderhübschen Seidenhühner und die Schwäne gefallen mir auch sehr gut!
    Dank dir auch sehr für deine lieben Zeilen bei mir - ich weiß nicht, ob du meine Antwort auf deinen Kommentar gelesen hast, deshalb sicherheithalber hier noch mal: "Haha, nein, natürlich bin ich nicht böse - ich find meine Katzen auch hübscher als mich! Und die kommen ganz ohne Makeup und kaschierende Klamotten aus ;o)))"
    Hab noch einen schönen Sonntag und eine feine nächste Woche!
    Alles Liebe, Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/11/fair-play-teil-3-frau-r-versucht-ein.html

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  8. ganz schön viel Federvieh. Ich finde die kleinen Küken immer soooo niedlich.
    Liebe Grüße
    Gusta

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  9. Was für ein Federvieh liebe Eva, das nimmt ja gar kein Ende....
    Am besten gefallen mir Frau Schwan mit ihren Kindern.
    Den Ganter mag ich gar nicht, der hat mich als Kleinkind in den Finger gebissen, weil ich unbedingt eins seiner Kleinen streicheln wollte.
    Na ja, ist lange her.
    Dir einen schönen Abend und ganz liebe Grüße
    Nicole
    die sich auch freuen würde über ein Treffen in Stuttgart...

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  10. ...bei dir sitzen die Hühner also nicht auf der Stange sondern auf der Bank...
    eine schöne Federviehsammlung hast du da zusammen getragen...und besonders die Erinnerung an Max und Moritz gefällt mir,

    lieber Gruß Birgitt

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  11. Da wird man ja mit dem Schauen gar nicht fertig - eine feine gefiederte Auswahl !
    Schöne neue Woche,
    Luis

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  12. Ich mag die Gänse auch so gerne.
    Ihr lautes Gemecker. Und überhaupt!
    Gerne hab ich deinen Text gelesen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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Lieben Gruß Eva








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