Der alte Friedhof in Ludwigsburg



An Allerheiligen war ich mit meinem Besuch auf dem 
Alten Friedhof in Ludwigsburg. Ein sehr schöner parkähnlich angelegter Friedhof beim Klinikum Ludwigsburg, an der
Schorndorfer Straße.





Der Alte Friedhof wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert angelegt, es ist ein sehr alter Friedhof und Bestattungen werden dort keine mehr durchgeführt. 

Viele erhaltene Grabstellen sind meist Soldatengräber der Kriege 1870/71, des 1. Weltkrieges, des 2. Weltkrieges und der Opfer der Naziherrschaft.






Die Friedhofskapelle wurde zu einem Ehrenmahl für die Gefallenen des Krieges 1870/71 und des 1. Weltkrieges umgestaltet. Östlich davon befindet sich das runde Ehrenmahl für die Opfer des 2. Weltkrieges. 





Aber auch "erlauchte" Grabstellen sind dort zu finden. So das Grab  König Wilhelms II von Württemberg, der 1918 (eine Horde Demonstranten war ins Wilhelmspalais, seiner Residenz eingedrungen) zur Abdankung gezwungen wurde. Dass ihm in dieser Situation Niemand beistand (er war bei seinen Untertanen sehr beliebt) verwand er nie. Am 9. November 1918 verließ er am Abend das Wilhelmspalais in Richtung Bebenhausen bei Tübingen. Am 30. November 1918 verzichtete er auf die Krone und führte den Titel Herzog von Württemberg. Er bekam eine Rente von 200.000 Mark und durfte bis zum Lebensende im Jagdschloß Bebenhausen wohnen. Seine letzten Jahre verbrachte er in Bebenhausen, war aber häufiger in Friedrichshafen am Bodensee. Er starb am 2. Oktober 1921 in Bebenhausen. Da er die Abdankung nie verwunden hat, verfügte er schon zu Lebzeiten, dass sein Leichenzug um Stuttgart herum nach Ludwigsburg gefahren wurde. Dort auf dem Alten Friedhof waren schon seine erste Frau und sein Sohn in einem Erdgab bestattet worden. Die Stuttgarter wollte er selbst tot in seinem Sarg nichts mehr zu tun haben In dieser Grabanlage wurde 1946 auch seine zweite Frau beigesetzt.



Ich sags Württembergische Geschichte ist richtig toll und ich werde da noch mehr davon berichten.

Gleich am Eingang sieht man das Mausoleum des Reichsgrafen und Staatsministers 
Johann Karl von Zeppelin (1766-1801). 


Die davon stehende Figur schuf Johann Heinrich Dannecker (1758- 1841) jeweils Stuttgart. Er war ein württembergischer Bildhauer des Klassizismus.
 

Viele berühmte Ludwigsburger Persönlichkeiten sind noch dort begraben z.B. der Orgelbauer Eberhard Walcker und verschiedene andere erlauchte Persönlichkeiten.

Der wunderbare Baumbestand des Alten Friedhofes ist schon auch eine Besichtigung wert und die vielen anderen alten Grabsteine, bei denen man oft die Inschrift nicht mehr lesen kann, sind sehr sehenswert.





Dem Anlass (die Bilder sind allerdings vom Morgen nach der Kirche und wie immer habe ich sie selbst gemacht)  entsprechend hatte ich mich mit meinem selbstgestrickten Schal und meinem neuen Hut bekleidet. Da ja Hüte wieder modern werden, ist dies nun mein erster Hut, außer einem Sonnenhut, ich denke aber so ein Stoffhut wird nochmals Einzug bei mir halten. 



Die Lackhalbschuhe mit der dicken Sohle sind von Paul Green und sind toll für solche Spaziergänge eben so wie meine neue Jeans von Cecil. Das sind Hosen, die mir sogar in Größe 40 passen, Preis, Leistung und Passform einfach wunderbar.  Die Bluse ist von Gerry Weber, die habe ich letztes Jahr zu Weihnachten von meiner Schwiegertochter bekommen. Der Blazer ist mehr ein Gehrock und mit Sicherheit über 10 Jahre alt. Kommt nie aus der Mode.





Mehr Bilder vom wunderschönen Baumbestand des Friedhofs, der inzwischen ja  mehr ein Park ist, werde ich Euch am Donnerstag bei Jutta Naturdonnerstag zeigen.










Hose: Cecil Charlize  HIER
Bluse: Gerry Weber
Hut:    Breuninger Ludwigsburg
Schal: Selbstgestrickt
Blaze: Betty Barclay
Kette:  Pandora




Kommentare

  1. Eva, das füllt ja ein Buch! Der Friedhof ist wunderschön macht aber auch wieder melancholisch. Ich war auch an Allerheiligen (traditionsgemäß) auf dem Friedhof mit meinem Partner am Grab seiner Mutter. Da reden wir immer mit ihr.
    Dein Hut ähnelt meinem und steht dir sehr gut. Hab ich dich zum Hutkauf inspiriert? Dei Farben harmonieren wunderbar und passen zum Herbst. Der Poncho sieht natürlich besser aus zu einer Jacke als zum Mantel, aber mir war das einfach zu kalt. Bin ja auch schon ein bisschen älter.

    Die Fotoserie vom Friedhof muss ich mir später noch genauer angucken. Da hast du dir ja sehr viel Mühe gemacht!

    Was den König betrifft, das wusste ich gar nicht. Er tut mir ja jetzt noch leid. Mir war nur bekannt, dass er so sehr beliebt und leutseilig war. Hat ihn schon schwer gekränkt.
    Tschüß für heute, Hanni

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    1. Hallo Hanni,
      du weißt ja, ich liebäugle schon lange mit einem Hut. Wir haben ja neulich nix gefunden, was mir gefallen hätte und so war ich dann am
      Samstag in der Zweigstelle im Breuningerland und da war er dann da. So ein wenig hast du mich schon inspiriert. Aber es wird nicht der letzte Hut sein. Also, der Poncho hat wunderbar zu deinem Mantel gepasst und du hast wirklich gut ausgesehen, auch mit dem Hut. Ich kann dir sagen, wenn ich mit 82 Jahren noch so toll und so modisch aussehe, dann kann Frau sich glücklich schätzen. So das muß auch mal gesagt werden.
      Wilhelm der II war wirklich sehr beliebt und meine Schwiegermutter kannte ihn auch noch, sie hat ihn als Kind mit seinen Hunden immer wieder
      gesehen. Er konnte es nicht verwinden, dass die Stuttgarter ihn so alleine gelassen haben. Aber was sollten sie denn auch tun.
      Ich wußte ob der Geschichte von meinem Kollegen Laichi. Er ist Stadtführer in Stuttgart und hat mir sehr viel erzählt. Ausserdem liebt er die
      Württembergische Geschichte und die ist wirklich sehr interessant.

      Vielen Dank für deinen Beitrag. Lieben Gruß Eva,
      wir können gerne mal auf dem Friedhof in LB spazieren gehen, es lohnt sich,
      gleich nebenan ist der Jüdische Friedhof, der ist auch total interessant.

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  2. Oh Gott Eva wenn das eine(r) liest! Du lobst mich ja "über den grünen Klee". Trotzdem: danke! Das gibt Endorphine.

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    1. Hanni,
      weil es einfach stimmt.

      LG Eva

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  3. Hallo Eva,
    das ist ein interessanter Friedhof finde ich und auch einiges wissenswertes, was ich aber super finde, ist dein Hut.
    Er steht dir hervorragend und ich darf sagen, du hast ein richtig tolles Hutgesicht. Sieht toll aus und auch das
    übrige Outfit ist elegant und nicht überzogen.

    Grüßle deine Bido

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  4. Wunderschöne berührerende Bilder, liebe Eva! Wie die Kreuze da dicht an dicht stehen.. man kann die Stille und die Andächtigkeit dieses Ortes spüren.
    Dein Outfit ist übrigens fabelhaft. Du hast ein absolutes Hutgesicht und dieses Weinrot steht Dir so gut zu Gesicht :) Ein wunderbares herbstliches Sonntagsloutfit ;)) Herzlichst, Nicole

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  5. Liebe Eva , was für ein toller Post über den alten Friedhof. Richtig tolle Bilder und so interessante Fakten. Es ist so toll diese alten Grabmale zu sehen. Vielen Dank. Na und der Hut ist ja wie für Dich gemacht;)
    Liebe Grüße Tina

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  6. Ich mag Friedhöfe gerne. Nur zu genau auf die Grabsteine gucken, darf ich nicht, sonst geht manchmal das unschöne Kopfkino an.
    Alleine diese Soldatenkreuze mit so vielen jungen Menschen...
    Schick siehst du aus, vor allem der Schal gefällt mir unheimlich gut. Und er steht dir perfekt.
    Schöne Grüße
    Jutta

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    1. Hallo Jutta,
      mit den Soldatenkreuzen hast du durchaus recht. Wir waren beim Italienbesuch vor Jahren auf dem Soldatenfriedhof Monte Cassino.
      Damals war mein Sohn gerade 17 Jahre alt und die jungen Männer, die dort begraben sind, waren gerade mal so alt, als sie gefallen sind.
      Mir standen damals die Tränen in den Augen.
      Lieben Gruß Eva

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  7. Liebe Eva, ein schöner und interessanter Bericht von dem alten Friedhof ... und dein Outfit ist einfach Klasse ... der Hut steht dir sehr gut.
    LG, Christa

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  8. Hallo Eva was für ein Outfit.Steht dir super und die Farbauswahl ist so schön.Lg Elke

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  9. Danke auch für diesen wunderbaren Lost Place. Eine Menge Geschichte von Ludwigsburg.....Soldatengräber findet man ja überall in Deutschland und ich werde immer ganz traurig, wenn ich auf die Tafeln schaue.....wie jung manche gehen mussten.
    LG Sigrun

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  10. Das ist ja ein beeindruckender Friedhof ( wie so viele, die sozusagen nicht mehr belegt werden ). Daraus entwickeln sich dann echte städtische Oasen, die hoffentlich uns alle überdauern werden.
    LG
    Astrid

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