Weinbergschnecken kommen angeschlichen

Letzte Woche habe ich im Favoritepark eine
Weinbergschnecke getroffen. Besucher sahen mich komisch an, weil ich auf dem Bauch gekrochen bin, um sie fotografieren zu können. :-))
Eine Besucher zeigten aber durchaus Verständnis


Die Weinbergschnecke ist in unserer heimischen Tierwelt bekannt und auch aufgrund ihrer Größe mit dem Auge leicht zu erkennen. 



Schnecken gelten als Gartenschädlinge, sie müssen einiges durchmachen. Ausserhalb wissenschaftlicher Kreise wissen nur wenige, dass die Weinbergschnecken keine Gartenschädlinge sind. 
Die Biologie der Weinbergschnecken ist faszinierend. So besitzen die Weinbergschnecken tausende von Zähnen.
Haben aber nur einen Fuß, mit dem können sie auch in Rückenlage und auch selbst über die schärfsten Messenklingen kriechen.


Ebenso faszinierend ist die Fortpflanzung. Nicht Männchen, nicht Weibchen, nein Beides sind sie und einmalig im Tierreich. Sie stacheln ihren Partner zu Höchstleistungen an und stechen ihm einen Kalkpfeil in den Fuß. 
Seit Jahrtausenden wird die Weinbergschnecke zu Speisezwecken gesammelt, auch wissen wir noch gar nicht soviele über diese interessanten Tierchen. 

Man sollte noch eines wissen. Möchte man eine Weinbergschnecke retten, so bitte nicht einfach das Haus fassen und die Schnecke vom Boden ziehen. Das zerstört ihre Muskeln und sie verendet kläglich. Lieber am Häuschen kopfen und kopfen, bis die Schnecke im Haus verkrochen ist und dann kann man sie ganz leicht wegnehmen. Wer meint, dass das zu lange dauert, täuscht sich. Das geht ganz schnell.


Noch ein kleines Gedichtchen aber eher über andere Schnecken, als über die Weinbergschnecke. Also, laßt sie leben.







Die Schnecken
Rötlich dämmert es im Westen,
und der laute Tag verklingt,
nur dass auf den höchsten Ästen
lieblich noch die Drossel singt.

Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
wo es still verborgen blieb,
rüstet sich das Volk der Schnecken
für den nächtlichen Betrieb.

Tastend streckt sich ihr Gehörne.
schwach nur ist das Augenlicht.
Dennoch schon aus weiter Ferne
wittern sie ihr Leibgericht.

Schleimig, säumig, aber stete,
immer auf dem nächsten Pfad,
finden sie die Gartenbeete
mit dem schönsten Kopfsalat.

Hier vereint zu ernsten Dingen,
bis zum Morgensonnenschein,
nagen sie geheim und dringen
tief ins grüne Herz hinein.

Darum braucht die Köchin Jettchen
dieses Kraut nie ohne Arg.
Sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
ob sich nichts darin verbarg.

Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
ihres lieben gnädgen Herrn.
Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
mag der alte Kerl nicht gern.

Wilhelm Busch
(1832-1908)

 Als Abschluß die Weinbergschnecke mal in schwarz-weiß.




Kommentare

  1. hier kleben sie überall und im dunkeln muss man aufpassen, dass man nicht auf sie tritt. ich hatte allerdings nicht so viel über sie gewusst, jetzt bin ich dank dir wieder schlauer :-)
    einen wunderbaren wochenstart wünsch ich dir
    lg anja

    AntwortenLöschen
  2. Nettes Schneckchen! Herrlich deine Bilder!
    Ich kann es wirklich nicht verstehen, wie Menschen darauf kommen, solche nette Gesellen zu essen.....
    Hab eine schöne Woche und liebe Grüße
    Gabi
    htp://einenblick.wordpress.com

    AntwortenLöschen
  3. Wunderschön deine Bilder und wieder habe ich etwas gelernt. Werde also in Zukunft zuerst anklopfen bevor ich sie rette. Meine Schneckenplage bezieht sich auf Nacktschnecken. Schnecken mit Häuser sind selten geworden und werden deshalb immer gerettet.
    Ich glaube Charlotte war nur zu Besuch beim schönen Günter und wird sicher wieder bei dir am Egelsee auftauchen. Günter hatte sich während der heissen Sommertage zurück gezogen und jetzt zeigt er sich nur noch wenn die Sonne angenehm wärmt. Wird wohl schon bald im Winterquartier verschwinden.
    Liebe Grüsse
    Barbara

    AntwortenLöschen
  4. Tolle Schneckenfotos Eva. Ich rette auch immer welche von der Straße. Wünsch Dir eine schöne Woche, liebe Grüße Tina

    AntwortenLöschen
  5. Wunderschöne Fotos von dieser wundervollen Schnecke........ja hier am Rhein gibt es sie natürlich auch in Mengen und ich mag sie total gern.
    Sind faszinierende Tiere........und sie zu Essen, neee auf die Idee käme ich nicht.

    Ganz liebe Grüße

    Anja und Anhang

    AntwortenLöschen
  6. wie schön die ganze reihe fotos von der schnecke und die lustige reime passen gut um den regnerische montag lustig zu machen !
    liebe grüsse
    monique

    AntwortenLöschen
  7. Dass Schnecken kein eindeutiges Geschlecht haben, wusste ich. Der freiberufliche Schauspieler Horst Emrich (Freund von mir) hat ein Ein-Mann-.Stück für Kinder "Der-die-das Schnecke" im Repertoire.
    Wer sich interessiert, einfach googeln unter Horst Emrich.
    Grüße von Hanni

    AntwortenLöschen
  8. Wirklich interessant! Ich wusste ganz vieles nicht.
    Und dann noch das Gedicht, ein echtes Fundstück.
    Liebe Grüße
    Jutta
    P.S. und tolle Fotos!

    AntwortenLöschen
  9. Wunderschön! Was für ein bezaubernder Post! Hach, bin ich begeistert!
    Und diesesmal habe sogar ich was gelernt!
    Hab Dank!
    Liebe MaMogrüße sende,
    Britta

    AntwortenLöschen
  10. Dein Einsatz hat sich gelohnt, liebe Eva!! Wunderbare Fotos.. hach.. und das Gedicht dazu.. ich mag ja die Häuschenschnecken sehr.. schon als Kind habe ich sie im Einmachglas gesammelt ;))) ab jetzt werde ich immer erst höflich anklopfen!! Herzlichst, Nicole

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Eva,
    was für eine schöne Fotoserie über die Weinbergschnecke und danke für diese tollen Informationen über sie. Wir haben auch zwei im Garten, sie sind sehr ortstreu und ich kann bestätigen, sie fressen keineswegs meine schönen Blümchen weg.
    Danke und eine schöne Woche,
    Moni

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Eva,
    was für ein herrlich herbstlicher, lichtdurchfluteter Wald, wunderschön stimmungsvoll!
    Liebe Grüße
    moni

    http://www.reflexionblog.de

    AntwortenLöschen
  13. Jetzt bich es gleich noch einmal, liebe Eva,
    habe ganz vergessen, wie begeistert ich von Deinen herrlichen Weinbergschneckenfotos bin.
    Das mit dem Abheben (ganz langsam...) wußte ich noch nicht, merke es mir aber jetzt!
    Feine Woche und lieben Gruß
    moni

    http://www.reflexionblog.de

    AntwortenLöschen
  14. Wow.....was für tolle Bilder! Da zeigt sich die wahrlich leidenschaftliche Fotografin......auf dem Bauch rum robben, das lob`ich mir! Respekt liebe Eva!
    Liebe Grüße, Christine

    AntwortenLöschen
  15. Hallo Eva sehr schöne Fotos von der Schnecke,wusste ich nicht das man ans Häuschen klopfen soll und man warten soll bis sie drine ist.Aber ich hebe auch keine Schnecken auf.Sind Interesante Tiere,die so ihr Haus spazieren tragen.LG Elke

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Eva,
    also das Kriechen hat sich ausgezahlt - ganz tolle Fotos! Ich mag Schnecken (außer die Spanische Wegschnecke!!!) sehr. Sie haben so süße Fühler. Auch das erste Bild von der Kastanienallee gefällt mir gut.
    Einen schönen Abend,
    Veronika

    AntwortenLöschen
  17. Ein interessanter Bericht über die Weinbergschnecke !! Ich mag sie auch aber Essen könnte ich sie nie, in einigen Ländern gilt sie als Delikatesse. Angeblich frisst die Weinbergschnecke Nacktschnecken, ob das stimmt weiß ich nicht. Ich hab mal eine bei einer Radltour gefunden und mitgenommen. In der Hoffnung sie würde die ungeliebten Schnecken in meinem Garten vertilgen.
    Hab noch eine angenehme Woche. Liebe Grüße von Carmen

    AntwortenLöschen
  18. Hallo,
    ich bin ganz geplättet über soviele Kommentare. Habt ganz lieben Dank dafür. Schaut mal morgen rein, ich glaube, dass das auch
    ganz interessant wird.
    Ja, beim Creadienstag bin ich morgen wieder dabei.

    Mit lieben Grüßen und vielen Dank Eva

    AntwortenLöschen
  19. Toller Einsatz liebe Eva,
    super Aufnahmen hast Du gemacht.
    Ich habe dieses Jahr noch gar keine
    gesehen.
    LG Doris

    AntwortenLöschen
  20. Die Schnecken-Makros sind spitze!!!!
    Liebe Grüße
    Gusta

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar, das freut mich sehr.
Sei bitte nicht böse, wenn dein Kommentar nicht gleich freigeschaltet wird.
Sobald ich das kann, werde ich es tun und ich komme mit Sicherheit auch bei dir vorbei.

Allerdings behalte ich mir auch vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen.
Lieben Gruß Eva