Samstagsplausch KW 42/2015







Manchmal gibt es schon Tage, da kann man aus der Haut fahren. So gestern, das Internet funktionierte nicht, damit fings schon an. Dann ging meine Esszimmerlampe kaputt. Sie ist aus Glas und ich Depp meinte, ich müsste eine Kerze anzünden, normalerweise pass ich ja auf, aber dieses Mal, das Telefon und es klingelte an der Tür und dann habe ichs eben vergessen, sie richtig hinzustellen. Nun hat die Lampe einen Sprung. Wenn ich denke, was da hätte noch passieren können?


Egal, heute werde ich eine schöne LED Leuchte kaufen, d.h. ich werde sie im Lampengeschäft bestellen, die, die ich möchte, braucht 10 Tage bis sie hier ist und dann muß ich erst warten, bis Söhnchen kommt, der kann sie dann anbringen. 
Dann hatte ich mit Abflußreiniger gearbeitet. Hätte ich doch mal nen anderen Pulli angezogen, der ist jetzt kaputt,weil ätzende Flüssigkeit an den Pulli kam. War ein recht neuer Pulli, naja, nun kanns wieder ein Neuer werden. Der Kärcher Fensterreiniger gab gestern auch den Geist auf, bzw. die Sprühflasche ging nicht mehr. Bei Kärcher angerufen, die schicken Ersatz. Wenigstes kostet das nix. 

Ja und ich habe den Keller ausgemistet. Ich habe rausgeworfen und alle Deko für Weihnachten zusammengerichtet, diese bekommen die Kinder, ich brauch nicht mehr soviel. Letztes Jahr habe ich fast nichts gekauft, nur einen Herrnhuter Stern aus Papier. Den für draußen auf dem Balkon,  habe ich schon seit drei Jahren und er hängt als einziger Stern dieser Art in unserer Anlage. Man sieht diese Sterne hier wenig. Schade! Da haben sie die kitschigste Weihnachtsbeleuchtung, die auch Geld kostet!!?? Auch dieses Jahr werde ich standhaft bleiben.  Ich brauch nichts mehr, das was ich habe reicht mir.

Die  Woche war ganz gut. Laufen war angesagt, dann Chor, nachdem ich 2 x gefehlt habe und die Probe am Samstag wegen der Oper Madame Butterfly nicht mitmachen konnte, ganz schön schwer, wieder reinzukommen, aber es klappt. Gottseidank. Ich kann nur noch nicht so schön jubilieren, aber das kommt auch noch.

Ansonsten war ich ja am Samstag in Madame Butterfly.
Ich saß wieder in der 1. Reihe auf Platz 1 und das war noch besser, als bei letzten Mal bei Rigoletto.


Hier saß ich richtig in der Mitte und ich möchte nie wieder woanders sitzen. Ich hätte dem Dirigenten die Haare kraulen können. Will ich ja nicht. Zeitweilig sang er auch mit, was ein bisschen störend war, aber das ist halt life. Manchmal singe ich auch mit, wenn ich begeistert bin. 


Nun, wenn das obige Bild kommt (der Himmel im Opernhaus Stuttgart) , dann kommt auch meistens was von der Oper und dieses Mal nun mein Eindruck von Madame Butterfly.

Die Oper spielt um 1900 in Nagasaki: das ist die Zeit zwischen den militärischen Erfolgen der Japaner gegen die Chinesen (1894-95) und die Russen (1904-05). Amerika ist das gelobte Land.
Japan ist im eigenen Verständnis rückständig und hin und her geworfen zwischen der Tradition und dem Modernen. Puccini hatte gerade die Tosca geschrieben, das war 1900 und sich der politischen Aktualität von Fernost, den Stoff vorgenommen. Die emotionale Wucht seiner Musik schien ihm angemessen, die Situation der  Madame Butterfly zu schildern, weshalb er sie auch "Tragödie einer Japanerin" nannte.

Das Bühnenbild es lebte von einem großen Dach, das als Spiegel ausgelegt war und man immer wieder die Sänger und Darsteller darin sehen konnte. Es gab Stimmen der Zuschauer, dass das wieder zu modern ist. Ich kanns nicht sagen, denn mir ist das Bühnenbild inzwischen nicht mehr so wichtig, hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass man ganz vorne sitzt. Jedenfalls lebte ich von den Sängern, die hervorragende Stimmen haben. Der Blick in den Orchestergraben ist auch in der 1. Reihe ein Erlebnis. Es ist toll die Musiker zu beobachten.
Um was es geht, könnt Ihr hier lesen.



Cio-Cio-San gesungen von  Alexia Voulgaridou ein Erlebnis, stimmgewaltig und schauspielerisch eine Augenweide. Ich bin immer noch begeistert von dieser großartigen Sängerin. Sie meisterte diese zeitweilig schweren Arien mit einer Leichtigkeit, rührend spielte sie die Butterfly.

Pinkerton gesungen von Arnold Rutkowski  ist ein großartiger Pinkerton, der die "ach was kostet die Welt-Mentalität" großartig gesungen und gespielt hat und er hat der Butterfly schon die Flügel gebrochen.

Suzuki die Zofe von Butterfly, gesungen von Helene Schneidermann, die schon seit Jahren zum festen Ensemble der Oper Stuttgart gehört, hat mit rührender Anteilnahme die Rolle gesungen und gespielt.

Der Beifall und zwar ein tosender war ihnen sicher.

Natürlich waren auch Sharpless, Motti Kaston, der Ehevermittler großartig. Auch die kleineren Rollen wie Pia Liebhäuser als Kate Pinkerton, Torsten Hofmann als Goro, Dominic Große als Yamadori, David Steffens als Onkel Bonze und Siegfried Laukner als Kaiserlicher Kommissar,
waren begeisternd.
Das Stuttgarter Staatsorchester und der Staatsopernchor unter der Leitung von Simon Hewett, ebenso großartig. Regie führte Monique Wagemakers, die sogar Madame Butterfly ihr Hochzeitkleid zerreisen ließt, um sich vor ihrem Selbstmord mit dem halben Kleid die Beine zusammen zu binden.

Bei dem rituellen Selbstmord Seppuku bei dem sich Frauen mit einem Dolch in die Halsvene stechen, bindet man ihnen vorher die Beine zusammen. Dies um eine Entehrung zu vermeiden, weil im Todeskampf damit verhindert wird, dass sich die Beine spreizen.

Das Opernhaus war wieder mal ausverkauft und die Besucher zumindest im Parkett und in den vorderen Reihen dem Anlaß entsprechend angezogen.

Das nächste Mal ist nicht mehr mehr fern und ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

So wenn Ihr es bis hierher geschafft habt, dann könnt Ihr Euch auf morgen freuen, da sammelt Lotta Blätter.
Ich hoffe ich schaffe das Blätter sammeln,  denn heute mittag bin ich am See und heute Abend eingeladen.



Klar dürft Ihr noch eine Arie aus Madame Butterfly hören, so lasse ich Euch nicht gehen und zwar 

"Eines Tages sehen wir...." 

Butterfly hat inzwischen drei Jahre auf Pinkerton gewartet, ihr Kind das sie von Pinkterton hat, vernachlässigt, weil sie nichts anderes im Kopf hat, als auf Pinkerton zu warten. Hier singt sie, dass er "Eines Tages mit dem Schiff im Hafen vor Anker gehen wird".

Eine wunderschöne Arie, die bei mir Gänsehaut erzeugt, weil sie so schön ist. 
Ach was, die ganze Butterfly ist schön. Ich würde mich freuen, wenn ich mal Jemand von dieser wunderbaren Oper überzeugen könnte. 


Hier "Un bel di vedremo, Eines Tages sehen wir" gesungen von DER Tebaldi.




Eines Tages werden wir sehen
Wie eine Rauchsäule auf dem Meer aufsteigt
Am fernen Horizont
Und es erscheint ein Schiff.
Dann wird der sportliche weiße Kahn
In den Hafen gleiten,
Donner erschallt von ihrer Kanone.
Siehst Du? Er kommt!
Ich werde ihn nicht treffen.
Nicht ich. Ich bleibe
Auf der Braue der Hügel und warte, und warte
Eine lange Zeit, aber niemals müde
Von dem langen Warten.
Aus der überfüllten Stadt,
Kommt ein Mann -
Ein kleiner Fleck in der Entfernung, erklimmt die Hügel.
Kannst du erraten, wer es ist?
Und wenn er den Gipfel erreicht hat
Kannst du erraten, was er sagen wird?
Er wird rufen „Schmetterling“ aus der Entfernung.
Ich, ohne Antwort,
Halte mich ruhig bedeckt,
Ein bisschen um ihn zu ärgern, und ein bisschen, um nicht zu sterben
Bei unserem ersten Treffen; und dann, ein wenig besorgt,
Wird er rufen, wird er rufen:
„Liebling-Frau von mir, lieber kleiner Orangen-Schimmer!“
Die Namen die er mir gegeben hat, als er hier angekommen ist.
Das wird alles passieren, genau wie ich es dir erzähle.
Verbanne deine wartenden Tränen - weil er zurückkehren wird, ich weiß es.



Eigentlich gehts ja in der Oper auch um japanische Kirschblüten, aber die hatten sie am Samstag auch nicht,
deshalb gibt es bei mir auch nur Herbstdeko.



Die japanische Kirschblüte ist ein Bestandteil der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochende. 



Kommentare

  1. es gibt so tage, da funktioniert rein gar nichts. eine vollgepackte woche liegt hinter dir, da wünsche ich viel spaß heute am see und beim eingeladen sein :-)
    lg anja

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  2. Hallo Eva das kenne ich auch,es gibt einfach so Tage,da geht irgentwie alles schief und kaputt.Wünsche dir ein schönes Wochenende.LG Elke

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  3. Die Herrnhuter Sterne finde ich auch wunderschön. Leider besitze ich noch keinen, aber wer weiß, vielleicht ändert sich das dieses Jahr noch.
    Und deine Herbstdeko in dieser Pudding-/Backform finde ich ganz zauberhaft.
    Reihe eins? Mitte? Du Glückskind. Was für ein Hammerplatz, da warst du auf alle Fälle zu beneiden.
    Hab' noch ein schönes Wochenende (es kann ja jetzt nur gut werden ;-))
    Liebe Grüße
    Jutta

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  4. Gänsehaut...Oh was für eine Stimme...Ich will auch mal wieder in die Oper! Ich habe nur keine Begleitung. Und Stuttgart ist mir einfach zu weit. In der ersten Reihe zu sitzen, ist aber auch klasse.
    Ach das dein Freitag auch noch so blöd war. Du musst nicht alles kaputt machen.
    Aber fleißig, das du jetzt schon den Keller ausmistest.
    Ich kram jetzt mal meine Opern CDs raus und lausche schönen Klängen..
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Andrea, ich gehe sehr oft alleine in die Oper. Dieses Mal auch, das ist überhaupt kein Problem. Du hast die Musik und in der Pause kannst du
      Leute gucken. Ist total interessant.
      Mein Liebster guckt auch keine Opern im Gegenteil,d er verdreht immer die Augen und hört gerne Techno. Igittt!

      Aber trotzdem verstehen wir uns.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Ja. ich sitze auch meistens in der 1. Reihe oder zumindest in den ersten Reihen. Den Blick in den Orchestergraben finde ich immer sehr interessant, besonders zumal ich einen der Orchestermitglieder kenne. Ich stehe dann auch manchmal und schaue, wie sie einzeln hereinkommen.
      Wenn der Dirigent mitsingt, das gefällt mir, das zeigt seine Begeisterung für die Musik.
      Muss unbedingt sehen, dass ich bald wieder in die Oper komme.
      Ich merke mal wieder, wie ich vom Schicksal begünstigt bin, dass ich einen Partner habe, der die gleichen Interessen hat wie ich. Es ist doch so schön, wenn man sich darüber auch austauschen kann,ganz gleich, ob es Oper, Konzert oder Schauspiel ist.Natürlich könnte ich auch allein in die Oper gehen, aber so macht es viel mehr Spaß.

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    3. Liebe Hanni,
      austauschen kann ich mich - wie wie am Samstag auch mit meiner Nachbarin und einem Herrn der gleich neben mir saß.
      Das war in der Pause sehr interessant und ich finde meist Jemand, mit dem ich mich unterhalten kann. Da habe ich absolut kein Problem.

      Vielen Dank und Gruß Eva

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