Die Ruine Altsachsenheim


Um 1240/60 erbaut, also in der Zeit von 
Kaiser Friedrich I. Barbarossa, König Rotbart, (wegen seines roten Bartes) 
Äußere Burg genannt.





Seit 1364 bezeugt. Die Herren von Sachsenheim übten von hier 150 Jahre lang ihre Herrschaft aus, bis sie sich um das Jahr 1400 auf der neuen Wasserburg im Ortskern von Großsachsenheim niederließen. Die Burg überstand den Bauernkrieg, wurde aber vermutlich im Zuge des
30jährigen Krieges zerstört.



Die Ruine wurde im Jahr 2014 teilweise auch aus Spendengelden und Zuschüssen von Bund und Land und Gemeide komplett saniert und ist wieder erstmals für einen Besuch freigegeben.
Die Kosten der Sanierung beliefen sich auf 600.000 Euro.

Die kompletten Burgmauern waren mit diesen Efeuranken
bewachsen. Ein wenig Gewächs wurde gelassen, damit man es noch sehen kann.  Sowas macht die stärksten Mauern kaputt.



Im Rahmen des "Tages des offenen Denkmals" besuchten  wir am 13.09.2015 diese Burg, die ich immer beim Laufen, Radeln oder auch beim Auto fahren im Blick habe und immer
denke ich, da möchte ich auch mal hin.








Von der Gemeinde Untermberg führt ein recht steiler, kurviger Weg nach oben. Mit dem Fahrrad naja, ich habe geschoben. Aber die ganz Mutigen sind geradelt.


Komischerweise haben wir an diesem Tag keine Motorradler gesehen.

Von oben bietet sich ein wunderschöner Blick auf den Asperg, links davon, sieht man nicht, da wohne ich und rechts ganz vorne ist der Enztalradweg und weiter hinten liegt das Leudelsbachtal, in dem ich mich immer gerne aufhalte.



Am Enztalradweg





Der wunderbare Blick auf die Umgegend und die Natur ist überwältigend.

Der Kastelan zu Blankenhorn lagerte zu dieser Zeit mit seinem Gefolge in der Burg. Diese beiden Ritter begrüßten uns. Nach einem Schwertkampf durfte ich auch ein Schwert führen. Verflixt, das ist ganz schön schwer. Auf meine Frage im breitesten Schwäbisch: "Ha, des isch ja gar net scharf" wurde mir auch auf breitem Schwäbisch geantwortet:
"Ha noi, des darf au net sei, des wär doch zu gfährlich".
Der Kastelan gehört der Vereinigung "Freies Banner von
Neckar und Elz" an und ich überlege mir, ob ich hier nicht Mitglied werde. Ich finde gerade diese Burgruinen und ihre Geschichte total interessant. Ein Mittelaltermarkt findet am 28./29.09. in Großbottwar statt, dort werde ich auch sein. 

http://www.historischermarkt-grossbottwar.de/
 







Die Flagge des VfB wehte im Wind, der Chef war aber net dohoim.




Hier die Wilde Clematis von ihr bin ich immer und immer wieder begeistert von ihrem Fruchtstand.



 Schlehen




Quitten, unser Baum im Garten hängt voll, ich hole sie demnächst und mache wieder Quittengelee




Ein Abschiedsbild darf nicht fehlen



So wie das Gedicht von Ludwig Uhland 

Die Schwaben send halt so!
Die richtige Schwoba auf jeden Fall, die werdet au erscht mit
40 gscheit, die Andere net in Ewigkeit. 
Die Roigschmeckte net, noi!
 ;-)))
Mit Kaiser Rotbart ist natürlich der Kaiser Barbarossa gemeint. Ein interessanter Herrscher, man sollte seine Geschichte schon kennen. Total interessant. Das Gedicht habe ich einmal bei einem Kuraufenthalt - wir mußten etwas aus unserer Heimat zitieren - vorgelesen und es kam bei den Zuhörern nicht so gut an. Von Diskreminierung wurde gesprochen. Ich weiß nicht, das Gedicht wurde 1814 als Heldenballade geschrieben und heißt "Der wackere Schwabe" oder "Schwäbische Kunde". Ob es das Wort damals schon gab?

Es hat soviele Witz und Wahrheit drin. Mir hat es schon als Kind gefallen, meine Großmutter hat es immer wieder zitiert.



Ludwig Uhland

Schwäbische Kunde

Als Kaiser Rotbart lobesam
zum heil'gen Land gezogen kam,
da mußt' er mit dem frommen Heer
durch ein Gebirge wüst und leer.

Daselbst erhob sich große Not.
Viel Steine gab's und wenig Brot.
Und mancher deutsche Reitersmann
Hat dort den Trunk sich abgetan.

Den Pferden ward so schwach im Magen,
fast mußt der Reiter die Mähre tragen.

Nun war ein Herr aus Schwabenland,
von hohem Wuchs und starker Hand.
Des Rößlein war so krank und schwach,
er zog es nur am Zaume nach.

Er hätt' es nimmer aufgegeben,
und kostet's ihn das eig'ne Leben.
So blieb er bald ein gutes Stück
hinter dem Heereszug zurück.

Da sprengten plötzlich in die Quer
fünfzig türkische Reiter daher!
Die huben an, auf ihn zu schießen
nach ihm zu werfen mit den Spießen.

Der wackre Schwabe forcht' sich nit,
ging seines Weges Schritt vor Schritt,
ließ sich den Schild mit Pfeilen spicken
und tät nur spöttlich um sich blicken,

bis einer, dem die Zeit zu lang,
auf ihn den krummen Säbel schwang.

Da wallt dem Deutschen auch sein Blut.
Er trifft des Türken Pferd so gut,
er haut ihm ab mit einem Streich
die beiden Vorderfüß zugleich.

Als er das Tier zu Fall gebracht,
da faßt er erst sein Schwert mit Macht,
er schwingt es auf des Reiters Kopf,
haut durch bis auf den Sattelknopf,

haut auch den Sattel noch zu Stücken
und tief noch in des Pferdes Rücken.
Zur Rechten sah man wie zur Linken
einen halben Türken heruntersinken.

Da packt die andern kalter Graus,
sie fliehn in alle Welt hinaus,
und jedem ist's, als würd ihm mitten
durch Kopf und Leib hindurchgeschnitten.

Drauf kam des Wegs 'ne Christenschar,
die auch zurückgeblieben war;
die sahen nun mit gutem Bedacht,
welch Arbeit unser Held gemacht.

Von denen hat's der Kaiser vernommen,
der ließ den Schwaben vor sich kommen;
er sprach: "Sag an, mein Ritter wert!
Wer hat dich solche Streich gelehrt?"

Der Held besann sich nicht zu lang:
"Die Streiche sind bei uns im Schwang!
Sie sind bekannt im ganzen Reiche;
man nennt sie halt nur Schwabenstreiche!"


Musik aus der Zeit Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Friedrich von Hausen, ein am Oberrhein wohnender Ministeriale (Minister, Beamter) und Minnesänger Kaiser Friedrich I. Barbarossa



Kommentare

  1. Ooohh.. wie gerne hätte ich Dich begleitet, liebe Eva!! Es muss wunderbar gewesen sein -
    was für schöne Eindrücke Du uns mitgebracht hast! Danke sehr!

    Herzlichst, Nicole

    Übrigens: ich habe eine Schwäche für Herrn Uhland ;))

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  2. Hallo Eva oh toll die Ruine,wir haben hier auch eine Ruine,dort habe ich sogar mal gearbeitet,war echt toll.Lg Elke

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  3. Eine imposante Ruine. Im 30 jährigen Krieg wurden ziemlich viele Bauwerke zerstört und hinterher nicht wieder aufgebaut. Das muss richtig übel gewesen sein damals.
    Liebe Grüße
    Gusta

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  4. Also, das ist ja wirklich ein toller und informativer Post liebe Eva.
    So eine Burg ist schon etwas ganz Besonderes. Mich regen die Ruinen immer zum fantasieren an, was da so wohl alles ablief in früheren Zeiten. Und deine schönen Naturfotos gefallen mir auch sehr., ♥lichen Dank dafür und schön, dich mit in unserer Runde zu haben. Jetzt suche ich nur noch ein Foto aus zum verlinken !
    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir und hoffe, dass du beim nächsten Mal auch wieder mit von der Partie bist.
    Liebe Grüße

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  5. Du wohnst in einer sehr schönen Gegend und da ich sie nicht kenne, bin ich dir jetzt gerne gefolgt
    und habe mir deine schönen Bilder angeschaut und deine Zeilen dazu gelesen, die sehr informativ waren.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht
    Christa

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  6. Hallo Eva,
    ich schaue gerade bei den anderen Teilnehmer von Juttas Naturdonnerstag vorbei und als erstes sind mir bei dir die beiden kuscheligen Samtpfötchen aufgefallen. Wie niedlich sie da beieinanderliegen. Das haben unsere am Anfang auch oft gemacht, aber seitdem sie älter sind leider nicht mehr. Naja, dafür kuscheln sie viel mit mir ;-)
    Burgruinen erkunde ich auch sehr gerne. Überhaupt wenn sie noch so gut erhalten sind wie deine hier.
    Schade, dass der Efeu den Mauern immer so zusetzt, es ist so ein reizvoller Anblick in Verbindung mit Gemäuer, finde ich.
    Hab noch einen schönen Sonntag und bis bald mal wieder.


    ∗♥∗✿❊✿❊✿∗♥∗
    Herzlich grüßt
    Uschi

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