Richelieustickerei




NEIN, hier geht es nicht um den Kardinal Richelieu, nachdem diese Stickerei wohl benannt ist.


Ich kann diese Art des Stickens leider nicht. 
Aber meine Mutter geboren 1904 "mußte" das gehörte sich so für die Tochter aus gutem Haus diese Art des Stickens (auch Weißnähen) eben lernen.

Heute ist Richelieustickerei eher wohl etwas Besonderes.

Warum schreibe ich das heute?

Nun, weil ich schon geraume Zeit diese Kopfkissenbezüge 80 x 80 cm, genau zwei Stück von meiner Mutter geerbt hatte. Sie hat diese Kopfkissenbezüge als Paradekissen im Schlafzimmer verwendet. Das hatte man damals. Das Inlett des Kopfkissens war rosé und so schimmerte immer dieses rosé durch die Stickerei. Mir hat das als Kind immer schon gefallen. 

Das Leinen ist beste Qualität und sowas bekommt man heute gar nicht mehr. Genäht hat meine Mutter diese Kissen (wie übrigens ihre ganze Aussteuer) mit Monogramm usw., selbst.



Man beachte bitte das Leinen und die selbstgestickten Knopflöcher.





Nun war ich immer am überlegen, was mache ich damit? 
Ich bin kein Held im Nähen und wenn ich das dann kaputt mache, dachte ich immer.

Naja, schließlich nahm ich die Nähmaschine (ich kann nicht besonders gut nähen) Schere und die ganze Software (oder ist das Hardware ) und nähte aus den Kissen zwei Läufer für meinen Esstisch. 




Finde es gut gelungen und wenn ich eine farbige Tischdecke darunterlege, dann sieht es noch besser aus. Aber das zeige ich dann ein anderes Mal.

Natürlich hat die Stickerei in all den Jahren etwas gelitten.
Schließlich hat meine Mutter ihre Aussteuer zu ihrer Hochzeit 1928 gefertigt. Das sind immerhin 87 Jahre. Ich denke nicht, dass ein Stoff von heute so lange hält und immer noch gebrauchsfähig ist. Für mich ein kleine Kostbarkeit und eine sehr schöne Erinnerung. 
Worauf ich auch geachtet habe ist das Monogramm meiner
Mutter zu erhalten und auf die Läufer zu bringen. Die Töchter von damals haben immer ihre Vor- und Mädchennamen gestickt, weil sie ja nicht wußten, wen sie heiraten. 

Das Monogramm meiner Mutter E.H. Else Herrmann.


Ich habs sogar richtig schön mit der Maschine umsäumt.
Für mich eine Leistung. 



Was ich noch versuchen werde ist, die Stickerei etwas zu verbessern. Bin dabei. 



Doch, ich bin zufrieden mit meiner Näherei. Nur, ich habe nun jede Menge wunderschönes altes Leinen. Da muß ich mich mal umhören, was ich damit machen kann.





Dieser Post geht heute an den Creadienstag. Hier kann man die wunderbarsten Kunstwerke sehen.


Ja und natürlich, weil wir es hier von Richelieu haben!
Musik aus der Zeit dieses Kardinals und zwar - wie könnte es anders sein - ein Chorstück 

Ave Maria von Guillaume Bouzignac



Es ist wunderschön!

Hier schau ich gerne rein.