La Traviata von Guiseppe Verdi an der Staatsoper Stuttgart





Am Samstag den 21. Februar 2015 gab es wieder einen Opernbesuch, den Zweiten schon diesen Monat, aber dafür setzt Frau ja auch mal aus.



La Traviata.

Die vom Weg Abgekommene.


Ich habe diese Oper schon im Jahr 1994 in dieser Inszenierung von Ruth Berghaus und dem ja - düsteren - Bühnenbild von Erich Wonder gesehen. ABER die Oper ist nun mal auch düster. Auf jeden Fall hat sich die Oper aber zur Wiederaufnahme etwas verändert.

Die Wiederaufnahme im Januar 2014 (schon wieder ein Jahr vorbei) wurde bejubelt und das hat diese Inszenierung samt Bühnenbild auch verdient. 

Als Violetta Valery sahen wir hier  Mirella Bunoaica, der man diese Rolle aber ohne jegliche Abstriche abnahm.

Das Haus von Violetta ist mit dunklen Licht und Schatten umgeben. Violetta im weißen Hosenanzug mit Weste, dann in bäuerlicher Bekleidung mit weißem Schurz und grauem Kleid und dann obligatorisch im weißen Nachthemd, nein dieses Mal nicht Spitze sondern ein ganz einfaches Leinennachthemd. Auch gut!
Ach was, alles ist schwarz-Weiß. Aber nicht schlecht. Zumal ich mit diesen Farben ja auch was anfangen kann. Ich mag sie. Langweilig? Keinesfalls es war was los.
Das Landgut im 2. Akt ist ein Bahnhof, auf dem nicht nur ich mich schlecht zurecht fand, sondern wohl auch die Mitwirkenden.

Atalla Ayan ist ein absolut glaubwürdiger Alfredo, der sogar mich sogar überzeugt hat.
Ein Funke springt über, als Alfredo Violetta "auszahlt". Wunderbar gemacht. Mehr sage ich nicht, ansehen!
Die Zusammenhänge kommen allerdings erst zu Tage, als Violetta schon im Sterben liegt.

Verdi bestand darauf, dass die Rolle der Violetta von einer noch jungen Sängerin mit einer sehr leidenschaftlichen Stimme besetzt werden müsse. 
Doch, Mirella Bunoaica konnte das ohne weiteres, besonders die Sterbearie 

 Teneste La Promessa... Addio, Del Passato,

die sie sehr gut und leidenschaftlich gesungen hat. 

  

Auch die anderen Darsteller konnten doch sehr gut überzeugen. 

Beim Dirigenten Giulinao Carella merkt man einfach, dass ein Italiener am Pult steht, der belcantobewußt ist. Das Zusammentreffen mit Violetta und Alfredos Vater Giorgio geht unter die Haut. Sehr zart  wirken die intimen Begegnungen zwischen Violetta und Alfredo. 

Sehr, sehr gut, ich muß ihn mal wieder loben, den Staatsopernchor unter der Leitung von Christoph Heil. Das hat alles eine Wucht, anders kann ich es wirklich nicht sagen.

Das Haus tobte am Samstag und man kann sich kaum vorstellen, dass die "Traviata" bei ihrer Uraufführung 1853 in Venedig ein Fiasko war.

Ein wunderbarer Abend mit einem wunderbaren Staatsopernensembe, einem modernen Bühnenbild, das aber durch die wunderbaren Darsteller entschädigte.

Hier könnte es sein, dass ich diese Oper nochmals besuche.

 


Die "Kameliendame" von Alexandere Dumas dem jüngeren war das Sujet für diese Oper. Er hatte ein Verhältnis zu einer Lebedame. Sein Vater Alexandre Dumas (Der Graf von Monte Christo) verbot ihm dieses Verhältnis.

Alexandre Dumas der Jüngere war das uneheliche Kind von Alexandere Dumas dem Älteren und einer Näherin.

Ja, und was zieht man nun mal wieder in die Oper an. Kurz vor Weihnachten suchte ich auch für unseren großen Auftritt zum Weihnachtskonzert ein schwarzes Kleid, ja und auch für Opernbesuche wollte ich etwas haben. Hab ich zwar, will aber nicht immer mit dem deselben Kleid gehen. Ich habe nichts gefunden, was mir nur annähernd gefallen hätte.

Auf dem Nachhauseweg fand ich das Kleid in einem kleinen Geschäft. 

Das Kleid ist schlicht sehr schlicht und beides zusammen ist nicht nur ein tolles Choroutfit für öffentliche Veranstaltungen, sondern auch ein ideales Outfit für die Oper. Das Kleid kann aber total mit der Raffung an der Seite punkten. Das hat mir sofort gefallen. Man kann auch in der Alltagskleidung in die Oper gehen. Für mich ist dieses Ereignis aber etwas Besonderes, zu ich auch etwas danach anziehen.


Nächsten Sonntag werden wir wieder in der Kirche singen, hier ist FreeStyle angesagt.

Zur Oper La Traviata möchte ich noch schreiben, dass dies meine erste Oper im Alter von sechs Jahren war. Mein Bruder hatte die Plattenhülle, in der sich die Schallplatte befand 1956 mit nach Hause gebracht. Dort sah ich das Cover der Platte und war sofort beeindruckt von der Frau, die ich auf dem Cover sah. Eine wunderschöne Frau mit schwarzen geflochtenen Haaren, in der sie Camelien stecken hatte. Mein Bruder erzählte mir, dass diese Frau sterben wird. Damals weinte ich und konnte es nicht verstehen. Zusammen mit meinem Bruder hörte ich die Oper und an dieses

Teneste La Promessa... Addio, Del Passato 

denke ich noch immer.

Die Dame auf dem Cover Maria Callas, mein Idol von jeher schon. Mein Bruder war genauso begeistert von Ihr. Eine unvergleichliche Stimme. Deshalb hier  

 

Teneste La Promessa... Addio, Del Passato 

Von meinem Bruder habe ich die Liebe zur Oper und zur Klassik. Allerdings mag mein Bruder eher die Italienische Oper. Ich habe mich inzwischen weiter nach vorne gearbeitet. So werde ich mir in nicht allzuweiter Ferne "Akhnaten" von Philiph Glas ansehen und anhören. Etwas ganz anders, genial. 

Die Uraufführung fand im März 1984 in Stuttgart statt und befaßt sich mit dem agyptischen König Echnaton. 

 

 

 

Aber es gilt für alles. Erst sich damit beschäftigen und dann meckern. 


Wir sehen uns spätestens am 4. Juli in Stuttgart-Sonnenberg. Ich freue mich drauf.


  

 

 

Hier schau ich gerne rein.